24. Juni 2016

Geplante VVS Tariferhöhung wegen Netz 2016 und S-Bahn-Chaos unzumutbar

 

Geplante VVS Tariferhöhung wegen Netz2016 und S-Bahn-Chaos unzumutbar

 

Zone 10 und 20 zu Gunsten der Kunden zusammengelegen

 

9-Uhr-Umweltticket muss günstiger werden

 

Der BUND Regionalverband Stuttgart und der Fahrgastverband PRO BAHN sind sich einig: Die vom VVS geplante Tariferhöhung 2017 in Höhe von durchschnittlich 1,9 % ist durch nichts gerechtfertigt.

Durch die Einführung des Netz2016 bei der SSB, das durch die Baumaßnahmen zu Stuttgart 21 notwendig wurde, werden den Fahrgästen lange Umwege in überfüllten Stadtbahnen und häufiges Umsteigen abverlangt. Busse sind auch keine Alternative, denn sie bleiben mangels Busspuren im Stau stecken. „Hier bleibt der gewohnte und teuer bezahlte Komfort auf der Strecke – und nun soll dafür noch mehr bezahlt werden?“ fragt sich Sabine Lacher vom Fahrgastverband PRO BAHN. „Eine Senkung der Preise – beispielsweise durch die Zusammenlegung der Zonen 10 und 20 wäre eine kundenfreundliche Reaktion auf die Zumutungen, die die Fahrgäste insbesondere in der Tarifzone 10 jahrelang aushalten müssen.“ 

 

Auch wegen der immer noch nicht gelösten Probleme bei der S-Bahn ist eine Preiserhöhung unzumutbar.  In der Hauptverkehrszeit waren letztes Jahr fast 20 % aller S-Bahnen um mehr als drei Minuten verspätet, was regelmäßig zu Anschlussverlusten führt. Dazu fallen wegen maroder Infrastruktur und unzuverlässiger Fahrzeuge häufig S-Bahnfahrten auch ganz aus. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Weichen-,  Signal-, Stellwerks- oder  Oberleitungsstörungen den Betrieb durcheinanderbringen.

 

Ein weiteres Ärgernis ist die zu geringe Differenzierung des Tarifs zwischen normalen Zeitkarten und dem 9-Uhr-Umweltticket. „Anstatt mit einem starken finanziellen Anreiz dafür zu sorgen, dass Fahrgäste verstärkt außerhalb der Hauptverkehrszeit unterwegs sind, soll nun zum zweiten Mal in Folge der Preis des 9-Uhr-Umwelt-Tickets überproportional angehoben werden“, kritisiert Gerhard Pfeifer, BUND Regionalgeschäftsführer.

 

Pfeifer weiter: „Stuttgarts OB Fritz Kuhn und der Leitende Direktor des Verbandes Region Stuttgart Jürgen Wurmthaler reden immer von der notwendigen Entzerrung der Spitzenstunde zwischen 7 und 8 Uhr, weil hier u.a. die doppelte S-Bahnkapazität vorgehalten werden muss  -  die VVS-Tarifpolitik jedoch konterkariert diese sinnvolle Strategie.“

 

Dass es auch anders geht, zeigt der Nürnberger Verkehrsverbund. Dort wird beim 9-Uhr-Ticket im Innenraum fast 40 % Rabatt auf die normale Monatskarte gewährt, während beim VVS nur 20 % angeboten werden.

 

Außerdem fehlen eine großzügigere Kurzstreckenregelung, wie in München, wo weiter gefahren werden kann und auch Umsteigen erlaubt ist, sowie innovative Angebote für Teilzeitbeschäftigte, für die sich heute eine Monatskarte mit starren Zeiten bzw. Zonen nicht lohnt. „Mit der neuen Polygo-Karte könnte man solche kundenfreundlichen Tarife umsetzen und so einen echten Mehrwert für die Fahrgäste schaffen“, meint Sabine Lacher vom Fahrgastverband PRO BAHN.

 

 

Rückfragen an:

 

Gerhard Pfeifer, BUND: 0711/61970-40

Sabine Lacher, PRO BAHN: 0172 765 64 59




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