19. April 2017

BUND verteidigt Wohnraumpolitik des Stuttgarter OB

Bild: Innenentwicklungsbaustelle Olga-Areal - Geplant sind 244 Wohneinheiten

BUND verteidigt Wohnraumpolitik des Stuttgarter OB 

Attacken des Mieterverein und Haus und Grund haltlos

Vor wenigen Tagen haben der Mieterverein und die Hauseigentümerlobby Haus und Grund gemeinsam die Wohnungsbaupolitik der Stadt Stuttgart scharf kritisiert (STN 18.04.2017). Beide Organisationen rügen die angebliche „Ideologie im Rathaus“. Dem Oberbürgermeister Fritz Kuhn wird vorgeworfen einen Deckel über die Stadt zu stülpen, weil er konsequent auf Innenentwicklung beim Wohnungsbau setzt und keine Neubaugebiete am Stadtrand ausweist.

Der BUND kommentiert die Attacken auf die Stadt von Ulrich Wecker, Geschäftsführer Haus und Grund, sowie Rolf Gaßmann, Vorsitzender des Mietervereins, wie folgt: „Wer keine guten Argumente hat, fuchtelt gern mit dem Begriff Ideologie herum – die Wohnungspolitik unter OB Kuhn ist im Großen und Ganzen verantwortungsbewusst und nachhaltig“, sagt Gerhard Pfeifer, BUND Regionalgeschäftsführer.

Bei der Gretchenfrage wo denn in Stuttgart die letzten Grünflächen im Außenbereich überbaut werden sollen, machen sich die Herrn Wecker und Gassmann einen schlanken Fuß. Sie betonen zwar das Freiflächen nicht einfach zugebaut werden dürfen – machen aber keine konkreten Vorschläge wo denn sonst konkret gebaut werden soll. Diesen schwarzen Peter schieben sie der Stadt zu. Fakt ist, dass die Landeshauptstadt an vielen Stellen bereits bis zur Stadtgrenze mit Siedlungen, Gewerbegebieten, Straßen, etc. überbaut ist. Übrig bleiben nur noch ganz wenige landwirtschaftliche Flächen mit besten Böden wie auf den Fildern, bei Weilimdorf und Zuffenhausen. Eine andere Möglichkeit wäre den Wald abzuholzen, um dort neue Siedlungen hoch zu ziehen. Diesen Plan gab es sogar schon mal in den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts im heutigen Naturschutzgebiet Schwarzwildpark und wurde aber Gott sei Dank verworfen. Nach der Logik von Haus und Grund bzw. Mieterverein müsste dieser Plan aber wieder aus der Mottenkiste geholt werden.

Der BUND gibt auch zu bedenken, dass Neubaugebiete auf der Grünen Wiese keine schnelle Nummer wären um Wohnraum zu schaffen – auf gut schwäbisch quasi „ein gemähtes Wiesle“. Bestes Gegenbeispiel ist das Neubaugebiet „Langenäcker-Wiesert“ in Stammheim. Der Bau wurde bereits im Jahr 2003 vom Gemeinderat beschlossen, jedoch bis heute wurde keine einzige Schaufel bewegt. Hauptgrund für die Verzögerungen waren juristische Auseinandersetzungen. Demnächst soll es aber losgehen. Das bedeutet aber, dass bis der letzte Bewohner dort einzieht, seit der Planung fast 20 Jahre vergangen sind.

Letztendlich bleibt als einzige realistische Option nur die Innenentwicklung. Hierbei ist die Stadt auf einem guten Weg mit den großen freigewordenen innerstädtischen Arealen, die es nun zeitnah zu bebauen gilt. Auch beim Bestand von rund 75.000 Wohngebäude im gesamten Stadtgebiet gibt es noch viel Potential der Wohnraumschaffung, sei es durch Dachausbau, Aufstockungen, Anbau, neuer Zuschnitt von Wohnungen, etc.. Letztendlich bedarf es mehr Mut auch unkonventionelle Lösungen zu suchen, z.B. das Aufstellen von Wohncontainern auf den oberen meist schwach genutzten Decks von Parkhäusern – geht relativ schnell und die Mieten sind günstig. In Berlin und Köln wurde dies schon praktiziert.

Bei einem begrenzten räumlichen System wie die Stadtfläche von Stuttgart kann man nur dann mehr Menschen Wohnraum bieten, wenn die Wohnfläche pro Kopf gesenkt wird. Mit aktuell rund 40 Quadratmeter ist diese im Vergleich zu den 80iger und 90iger Jahren ein absoluter Luxuswert. Das bedeutet die Wohnraumansprüche müssen gesenkt werden – dabei kann man trotzdem weiterhin gut leben in der Landeshauptstadt.  

Rückfragen an:  Gerhard Pfeifer, 0711/61970-40




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