KV Pressemeldungen in chronologischer Reihenfolge

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12.2017 Moderne Hybrid-Regiostadtbahnen für Ludwigsburg!

Pressemitteilung
Ludwigsburg, 14.12.2017 

 
Die Zeichen für die Stadtbahn in Landkreis und Stadt Ludwigsburg könnten schon bald auf grün stehen: Der Landrat vernimmt positive Signale aus Berlin und Stuttgart, das Landratsamt und die Stadt Ludwigsburg wollen Personal für das Projekt einstellen. Andreas Stier vom VCD Ludwigsburg hält jedoch die jüngst erneut geäußerten Vorschläge des Landrats, eine Stadtbahn im Tunnel an der ludwigsburger Innenstadt vorbei zu führen für kontraproduktiv: „Für den Einzelhandel, das Blüba, das Krankenhaus, die Wohn- und Gewerbegebiete ist eine leistungsfähige niederflurige Tram, welche die Menschen auch aus dem westlichen Kreis ohne Umstieg direkt in’s Zentrum bringt wesentlich! Die Bahn muss dort fahren, wo die Menschen hinwollen und nicht weit weg vom Zentrum. Sie muss dieses in Zeiten von drohenden Fahrverboten vom Individualverkehr entlasten!“ so Stier für das Aktionsbündnis aus BUND und VCD.
Für die im Rahmen des ÖPNV-Konzepts nun auch vom Verband Region Stuttgart in’s Visier genommene Verlängerung der Markgröninger Bahn über Kornwestheim bis Untertürkheim als Regio-Bahn und die Stadtbahn in Ludwigsburg selbst sind jetzt gleichermaßen passende technische Lösungen verfügbar: Nämlich mit kleinen Kurvenradien von 25 m sehr wendige und mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h sehr schnelle und barrierefreie Hybrid-NiederflurStadtbahnregiozüge mit Nieder- und Mittelflureinstiegen, wie sie zum Beispiel seit kurzem im neuen „Chemnitzer Modell“ als umweltfreundliche Euro6Diesel-Strom-Hybridzüge erfolgreich eingesetzt werden:  http://www.chemnitzer-modell.de/?utm_source=www.citybahn.de&utm_medium=301&utm_campaign=url http://www.chemnitzer-modell.de/fahrzeuge/
„Solche Züge erreichen einerseits die auf der nicht elektrifizierten Markgröninger Bahn geforderten kurzen Fahrzeiten und ermöglichen dazuhin die umsteigefreie Anbindung in die Region über Kornwestheim bis etwa nach Untertürkheim. Andererseits können dieselben Züge als Tram mit niedrigen Haltestellen und teilweise oberleitungsfrei städtebaulich hervorragend integriert durch die ludwigsburger Innenstadt und darüber hinaus in Richtung Remseck/Waiblingen fahren.“ sagt Andreas Stier. Und weiter: „Diese Fahrzeuge erfüllen alle Anforderungen!“
Die vereinbarten Planungen zur Niederflurstadtbahn durch Stadt, Landkreis und Region müssen im neuen Jahr endlich abgestimmt vorangetrieben werden, anstatt immer neue Nebelkerzen zu werfen: „Jetzt müssen der Landrat und die Verwaltungen endlich die Bremsen lösen, dass, wenn die Zuschussgelder in einigen Jahren fließen, auch die Planungen fertig und die Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind. Besonders bei der Markgröninger Bahn, die nach dem ÖPNV-Konzept bereits in 3-5 Jahren wieder fahren soll, muss die Planung endlich konkret aufgenommen werden - das erste Jahr ist bald vorbei!“ so Stier abschließend für das Aktionsbündnis. 
 
Mit freundlichen Grüßen,
VCD OG Ludwigsburg, Andreas Stier
gez. BUND Kreisverband, Stefan Flaig

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05.2017 Aktionsbündnis begrüßt Entscheidung pro Niederflurbahn

Pressemitteilung
Ludwigsburg, den 4.5.2017
Das Aktionsbündnis Pro Niederflurstadtbahn begrüßt die nun einstimmig im Gemeinderat getroffene Entscheidung der Stadt Ludwigsburg, eine Antragstellung zur nächsten Förderstufe B nach Bundes-Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) durch den Landkreis für die Niederflurstadtbahn zu unterstützen. „Wir sind zuversichtlich, dass nun auch die Kreis-Anrainerkommunen zu ihrer Zusage stehen und ihrerseits für die Niederflurstadtbahn im Kreistag stimmen werden“, so Andreas Stier, Sprecher der VCD-Ortsgruppe Ludwigsburg für das Aktionsbündnis.

Den nun ebenfalls einstimmig beschlossenen gemeinderätlichen Auftrag an die Ludwigsburger Verwaltung, die Planungen für ein neues Bus-Rapid-Transport-System (BRT) in Ludwigsburg und zur vorläufigen Reaktivierung der Markgröninger Bahn durch die DB als Eisenbahn voranzutreiben sieht das Aktionsbündnis dagegen mit gemischten Gefühlen:

Einerseits sind schnelle Maßnahmen zum Ausbau des ÖPNV – gerade im Hinblick auf die sich zuspitzende Problematik der Luftverschmutzung - dringend geboten und längst überfällig. Andererseits jedoch muss dabei auch gewährleistet werden, dass die Stadtbahnplanungen vorangetrieben, und nicht durch Interimslösungen Tatsachen geschaffen werden, die das für Kreis und Stadt verkehrlich zukunftsweisende Stadtbahnnetz auf Jahrzehnte verhindern.

Das Landes-GVFG mit dem laut dem Ludwigsburger Rathaus die Interimsprojekte finanziert werden sollen, schließt jedoch eine Doppelförderung von Projekten – insbesondere im Rahmen des Bundes-GVFG aus – Zitat aus den Fördervoraussetzungen: „Das Projekt muss in der Regel einen eigenen Verkehrswert besitzen und kann nicht Teil eines geförderten Projekts aus dem Bundesprogramm sein“. Genau dieser Ausschlussgrund könnte etwa im Fall einer vorläufigen Reaktivierung der Markgröninger Bahn als Eisenbahn dazu führen, dass entweder die Reaktivierung sich als nicht förderfähig herausstellt, oder umgekehrt nachher für die Stadtbahn keine Bundesförderung mehr möglich ist, weil ja das Projekt bereits im Rahmen des Landes-GVFG gefördert wurde. Hier müsse von Seiten der Verwaltungen und der Zuschussgeber sehr genau geprüft und belastbar vereinbart werden, was wie gefördert werden kann, so das Aktionsbündnis.

Das Aktionsbündnis hält daher eine Reaktivierung der Markgröninger Bahn gleich als Stadtbahnsystem für die richtige und bestmögliche Lösung. Nach dem Karlsruher Modell wäre dabei auch die von der Ludwigsburger Verwaltung vorgeschlagene Verlängerungsoption in Richtung Kornwestheim möglich. „Da gehen Landkreis und Kommunen keine unnötigen Risiken ein, die Umsetzung dauert nur geringfügig länger, und es ist später kein erneuter Umbau erforderlich“, so Stefan Flaig vom BUND-Kreisverband Ludwigsburg.

Mit der GVFG-Antragstellung müsse laut dem Aktionsbündnis dann vor weiteren Planungen geklärt werden, ab wann überhaupt mit Geld für den Stadtbahnbau gerechnet werden könne. Erst dann wäre zu entscheiden, welche verkehrlichen Maßnahmen zur vorläufigen Verbesserung des ÖPNV für welche Zeitspanne überhaupt sinnvoll und wie finanzierbar seien. “Nur, wenn in absehbarer Zeit kein Bundeszuschuss fließt – und nur dann -  kann es sein, dass die interimsweise Reaktivierung der Markgröninger Bahn als Eisenbahn sich als vorläufig zweitbeste Lösung ergibt.“ gibt Stier zu bedenken - und weiter: „Das muss jedoch alles offen, überzeugend und schlüssig dargelegt werden - wir werden da sehr genau hinschauen“.

Das beginne bereits bei der nun anstehenden Antragstellung: Das dafür bislang zugrundeliegende Planungs-Konzept des sogenannten „Mitfall 1“ müsse nach Meinung des Aktionsbündnisses in Bezug auf die Erschließung der Ludwigsburger Weststadt und den Bahnhof Ludwigsburg vor jeglicher weiterer Antragsstellung dringend überarbeitet werden. „Wenn jetzt nach den veralteten Planungen der Zuschuss beantragt wird, kann das möglicherweise kaum mehr korrigiert werden“ betont Dr. Werner Bischof vom Bündnis und rät: “Zur Überprüfung der Strecke durch die Ludwigsburger Weststadt und der seitherigen nur schwer realisierbaren Planungen am Ludwigsburger Bahnhof muss zwar jetzt nochmals Geld in die Hand genommen werden. Das zahlt sich aber aus, da nun weitere Ideen und Lösungen, wie etwa die Ergebnisse des Wettbewerbs um Bahnhof und Zentralem Omnibusbahnhof sowie die Vorschläge des VCD noch einfließen können.“

Kommunen, Land und Bund hätten sich ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Diese seien insbesondere im Verkehr nur zu erreichen, wenn umgehend grundlegend umgesteuert werde, ist der BUND-Kreisvorsitzende Flaig überzeugt. Verschiedene Studien zeigten, dass es nicht reicht, wenn alle Fahrzeuge schon bald elektrisch fahren. Der Straßenverkehr müsse deutlich reduziert und der Öffentliche Nahverkehr erheblich ausgebaut werden. Eine kleine Strecke zu reaktivieren und einen BRT-Bus fahren zu lassen, seien da nur ein Tropfen auf den heißen Stein, so Flaig weiter. „Nur die Niederflurstadtbahn in Stadt und Kreis kann die offiziellen Nachhaltigkeitsziele erreichen. Wer diese nicht teilt, soll dann auch dazu stehen!“

„Jetzt müssen die Verwaltungen von Stadt und Landkreis Ludwigsburg nach jahrelanger Taktiererei nun endlich am selben Strang ziehen und die Planungen in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen und untereinander abgestimmt, gemeinsam und tatkräftig vorantreiben. Nur so können mögliche und sinnvolle Interimsmaßnahmen gefunden als auch die Niederflurstadtbahn endlich zum Erfolgsmodell für Kreis und Stadt Ludwigsburg werden!“, so Andreas Stier abschließend.
Gerne stehen wir Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,   
VCD OG Ludwigsburg, Andreas Stier 
gez. BUND Kreisverband, Stefan Flaig

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03.2017 Bahnreaktivierung schließt Stadtbahn nicht aus

Pressemitteilung          Ludwigsburg, 25.03.2017 
Bahnreaktivierung schließt Stadtbahn nicht aus BUND und VCD begrüßen schnelle Reaktivierung und Verlängerung der Bahnstrecke Ludwigsburg-Markgröningen und fordern Schulterschluss von Kreis und Stadt für integriertes Konzept mit Stadtbahnnetz

Der BUND-Kreisverband Ludwigsburg und die VCD-Ortsgruppe Ludwigsburg unterstützen sowohl die von OB Werner Spec empfohlene Bahn-Reaktivierung nach Markgröningen als auch das jüngst von Landrat Rainer Haas eingebrachte Niederflur-Stadtbahnnetz. „Das ist kein Widerspruch, sondern im Gegenteil ‚das Ei des Kolumbus‘!, ist Stefan Flaig, Kreisvorsitzender des BUND, überzeugt. 

Die vorhandene Strecke Ludwigsburg–Markgröningen könne gemäß Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung schnell wieder in Betrieb genommen werden und damit die Anliegerkommunen und den Landkreis in Ost-Westrichtung bei geringen Investitionskosten bereits wenigen Jahren vom motorisierten Individualverkehr entlasten. Gleichzeitig solle der Kreis zusammen mit allen beteiligten Kommunen noch in diesem Sommer den GVFG-Förderantrag für ein NiederflurStadtbahnnetz gemäß Mitfall Variante 1 stellen, das sowohl die Strecke nach Markgröningen als auch alle Strecken in der Stadt Ludwigsburg umfasst. 

Wenn der Zuschuss bewilligt werde, könne in 10 bis 15 Jahren der Bau der Infrastruktur für die Niederflur-Stadtbahn komplett und mit hohem Zuschuss umgesetzt werden, erklärt Flaig den idealen Ablauf. „Auf diese Weise gibt es relativ schnell ein zusätzliches Schienenverkehrsangebot im Kreis als Übergangslösung, und am Ende steht trotzdem das geeignetste Verkehrsmittel, nämlich die Niederflurstadtbahn!“

Dieses Tram-Netz könnte dann zukünftig dem Bedarf entsprechend in der Stadt Ludwigsburg z.B. mit einer Weststadtspange, einer Linie nach Pflugfelden sowie im Kreis nach Osten in den Rems-Murr-Kreis z.B. bis Waiblingen und Winnenden erweitert werden. Dank hervorragender Beschleunigungs- und Verzögerungswerte kann die Stadtbahn bei kurzer Fahrzeit auch weitere Zwischenhalte wie z.B. Möglingen Löscher und Waldäcker effektiv abdecken. Damit könnten künftig Straßenneubauten auf den stark belasteten Relationen im Kreis mit allen Folgen wie Versiegelung, Lärm, Feinstaub und Landschaftszerschneidung auf ein Mindestmaß verringert werden.

Innerhalb der Stadt Ludwigsburg könne während der Planungs- und Genehmigungsphase der Stadtbahn mittels der Markierung von Busspuren auf den bestehenden Straßen bereits ab sofort eine Verbesserung des ÖPNV auf den vorhandenen Buslinien erreicht werden. „Investitionen in ein BRT-System mit den erforderlichen Betontrassen kann das Aktionsbündnis dagegen nicht befürworten, da hierfür verlorene Investitionen in mittlerer 2-stelliger Millionenhöhe erforderlich wären“, erläutert Andreas Stier vom VCD. 

Weitere Informationen unter www.stadtbahn-ludwigsburg.de.
Gerne stehen wir Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.  
Mit freundlichen Grüßen,
VCD OG Ludwigsburg, Andreas Stier           gez. BUND Kreisverband, Stefan Flaig 

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11.2016 Gehölzpflege - offener Brief

BUND Kreisverband LB                           November 2016    
An die Bürgermeister und Gemeinderäte
der Städte und Gemeinden im Landkreis Ludwigsburg

nachrichtlich:
Landratsamt Ludwigsburg
Straßenbauverwaltung Kreis Ludwigsburg
Wasser- Schifffahrtsamt Stuttgart
Regierungspräsidium Stuttgart
Region Stuttgart 

Naturverträgliche Pflege öffentlicher Grünflächen - Offener Brief 
Sehr geehrte (Frau/Herr Oberbürgermeisterin, Frau/Herr Bürgermeisterin), sehr geehrte Damen und Herren Stadt- und Gemeinderäte,

der BUND stellt seit etwa 10 Jahren nicht nur im Kreis Ludwigsburg, sondern im ganzen Bundesgebiet fest, dass die Flächen verwaltenden Ämter aus verschiedenen Gründen teilweise massiv in Gehölzbestände eingreifen und das Prinzip der Nachhaltigkeit verlassen. Ehemals gute bis hohe Standards zur naturverträglichen Pflege und Unterhaltung öffentlicher Grünflächen werden zurückgeschraubt bzw. aufgegeben. Der Umgang mit Bäumen, Gehölz- und Grünflächen orientiert sich offenbar häufig an den Zielen Einsparung, Verkehrssicherung und einer „Kehrwochenmentalität“. Aspekte des Natur- und Umweltschutzes spielen immer weniger eine Rolle. Dies trägt auch zum weiterhin massiven Aussterben von Tier- und Pflanzenarten bei.
Mit diesem Rundschreiben möchten wir Sie bitten, mitzuwirken, dass das Thema Naturschutz bei der Grünpflege wieder mehr Bedeutung erlangt ......
HIER finden Sie den vollständigen Text als Download.

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11.2016 Stadtbahn Brief an BM/GR

Ludwigsburg, 14.11.2016

An die (Ober)Bürgermeister und Gemeinderäte in Kornwestheim, Ludwigsburg, Markgröningen,  Möglingen, Remseck 
nachrichtlich: Landrat Dr. Haas 

Signal für die Stadtbahn: Jetzt für die Niederflurstadtbahn votieren!

Sehr geehrte Damen und Herren (Ober)Bürgermeister sehr geehrte Damen und Herren Stadt- und Gemeinderäte,
sicherlich verfolgen Sie aufmerksam die öffentliche Diskussion um die Stadtbahn in Ludwigsburg. Dabei kommt unseres Erachtens regelmäßig zu kurz, dass nicht nur die Stadt Ludwigsburg, sondern auch weitere Kommunen von der Entscheidung für eine Stadtbahn betroffen sind. Kommunen, die wie Sie ihre Entscheidung bereits vor längerer Zeit pro Stadtbahn getroffen haben und die jetzt darauf warten, dass dieses nachhaltige Verkehrsmittel im Kreis endlich weiter geplant und umgesetzt wird.
Leider wurde in den ganzen Diskussionen die bessere Variante einer Stadtbahn, die Niederflurstadtbahn, nicht oder nur unzureichend vorgestellt. Dabei hat die Niederflurbahn erhebliche Vorteile gegenüber der Hochflurvariante der SSB: Sie ist unter anderem nicht nur preiswerter beim Bau, sondern kann auch einzelne Stadt- und Ortsteile städtebaulich verträglicher erschließen. Und die befürchtete „Insellösung“ trifft eben nicht auf die Niederflurbahn zu, sondern vielmehr auf die Hochflurbahn der SSB: Überall, wo heute Stadtbahnen gebaut werden, sind es Niederflurbahnen! Man schaue nach Karlsruhe, Heidelberg, Ulm, Heilbronn, Straßburg etc. Die Hochflurbahn ist die eigentliche „Insel“, die mit der SSB nur einen Anbieter hat, was eine Ausschreibung unmöglich macht. ....
HIER finden Sie den vollständigen Text als download.

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10.2016: Stadbahn für den Kreis Ludwigsburg

Stadtbahn für den Kreis Ludwigsburg „Jetzt schnell entscheiden – pro Stadtbahn!“ 
Ludwigsburg. Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) appelliert an die Verantwortlichen insbesondere in der Stadt Ludwigsburg, endlich die Weichen für die Stadtbahn im Kreis zu stellen.  
„Ein Bussystem, und sei es noch so gut ausgebaut, ist niemals so leistungsfähig wie die Stadtbahn“, betonte der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig. Auch der von OB Spec favorisierte BRT-Bus sei dazu nicht in der Lage. Einzig die Niederflurstadtbahn, die ebenfalls platzsparend durch die Innenstadt fahren kann, sei mit ihrer hohen Transportleistung und ihrer Flexibilität zukunftsfähig.
Außerdem könne nur die Stadtbahn im Gegensatz zum Bus zentraler Bestandteil eines zukunftsfähigen und nachhaltigen Gesamtverkehrskonzeptes für Stadt und Landkreis sein. Eine Transversale von Markgröningen nach Remseck wäre dabei nur der Anfang. Da der anvisierte Bundeszuschuss nur einmal abrufbar ist, dürfe es jetzt keine Verzögerungen mehr geben. Es gelte, ein historisches Zeitfenster für den nachhaltigen Verkehr im Kreis zu nutzen. Dafür müssten jetzt alle Beteiligten an einem Strang ziehen und das beste Verkehrsmittel voranbringen. „Und das ist eindeutig die NiederflurStadtbahn!“ so Flaig. 
Bei Rückfragen: 
Stefan Flaig, 0711 / 674 474 74

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10.2016: Landschaftspflege am Geigersberg

Auch dieses Jahr pflegten Aktive des BUND-Kreisverbands wieder einen 20 Ar großen ehemaligen Weinberg am Geigersberg bei Ochsenbach. Jeden Herbst muss der Aufwuchs entfernt werden, um die Magerrasenfläche für seltene Pflanzen und Tiere offen zu halten.

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07.2016 Steinbruch - BUND korrigiert die Stadt

Ludwigsburg/Bietigheim. „Steinbruch ist zu fast 100% für Artenschutz wichtig“.
In der öffentlichen Diskussion kursieren unterschiedliche Zahlen zum Eingriff in die Biotope des Steinbruchs Fink. Der BUND stellte jetzt in einer Pressemitteilung klar, dass fast 100 Prozent der Fläche im Steinbruch Fink für den Artenschutz von größter Bedeutung im Kreis Ludwigsburg ist und die gesamte Planung der Stadt dort deshalb abzulehnen ist.  
Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte vor kurzem die Schäden für die biologische Vielfalt als zu groß moniert. Vertreter der Stadt Bietigheim-Bissingen und des Betreiber-Konsortiums der geplanten Vergärungsanlage hatten daraufhin entgegnet, dass durch die Anlage nur 15 Prozent der Fläche betroffen wäre. Dies stellt der BUND jetzt richtig:
Laut dem Artenschutz-Gutachten der Firma Fink wurden auf nahezu der gesamten Fläche des ehemaligen Steinbruchs seltene bis sehr seltene bzw. gesetzlich geschützte Tierarten gefunden. Es handele sich deshalb um wertvollste Biotope, die gemäß EU- und Bundesnaturschutzrecht über den Landkreis hinaus Bedeutung haben und geschützt werden müssen.
Außerdem habe der BUND nicht nur die Vergärungsanlage kritisiert, sondern die gesamte Planung der Stadt, wie sie vom Gemeinderat beschlossen wurde. Laut Anlage 2 des Bebauungsplans stünden künftig nur noch 14,4 Prozent (38.200 qm) der Gesamtfläche von 265.600 qm als Lebensräume für seltene Arten zur Verfügung. Glaube man dem Artenschutz-Gutachten, würden also über 80 Prozent der Biotope zerstört. Die Biomüllvergärung bilde hier nur einen Teil, trage aber auch dazu bei bzw. öffne das Tor für die Nutzung des Steinbruchs als Gewerbefläche.
Unabhängig davon, was laut Flächennutzungsplan der Stadt an Gewerbeansiedlung im Steinbruch möglich sei, fordert der BUND die Erhaltung der im Gutachten beschriebenen Biotope mit ihrem Bestand an seltenen Tier- und Pflanzenarten. „Das geht nur mit einem Verzicht auf die vom Gemeinderat genehmigten Planung insgesamt und mit einem Schutzkonzept für die Biotope“, betont Stefan Flaig, Kreisvorsitzender des BUND. 
Bei Rückfragen:  Conrad Fink, 07141/73595; Pressemeldung HIER. 

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07.2016 Biomüllvergärung in Bietigheim

Ludwigsburg/Bietigheim. „Zu groß und zu viel Plastikmüll!“ 
Störstoffanteil im Biomüll ist für den Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) derzeit viel zu groß, als dass der Kompost oder die Gärreste aus der Biomüllvergärung auf dem Acker landen dürften, meint der Umweltverband in einer Pressemitteilung anlässlich des Bürgerentscheids. Außerdem sei sowohl die Standortsuche als auch die Dimension der geplanten Anlage in Bietigheim zu kritisieren.
 
Ein Gespräch mit dem Betreiberkonsortium habe dem über 5000 Mitglieder starken BUND-Kreisverband verdeutlicht, dass er seine Kritik an der geplanten Biomüllvergärungsanlage vorwiegend an den Landkreis richten müsse. Es liege nämlich in dessen Verantwortung, den im Kreis Ludwigsburg gesammelten Biomüll von Störstoffen zu befreien. „Dazu kann und muss der Landkreis weit mehr in die Bewusstseinsbildung, aber auch in die Kontrolle bei der Abholung investieren“, ist der Kreisvorsitzende Stefan Flaig überzeugt. Dies habe der Landkreis über Jahre vernachlässigt. 
Das Betreiberkonsortium gibt an, dass die Anlage bei 48.000 Tonnen Biomüll jährlich rund 15.000 Tonnen Gärreste produziert, die auf ca. 900 Hektar Äckern im Kreis verteilt werden sollen. Selbst wenn man den vom Konsortium geplanten Grenzwert für Kunststofffolien von 0,05 Gewichtsprozent zugrunde lege, wären das laut einer Mail des Konsortiums an den BUND rund fünf Kilogramm Plastikreste pro Jahr und Hektar, die sich in zehn Jahren auf 50 Kilogramm anhäufen würden (siehe Foto). Der BUND rechne sogar noch mit mehr. „Das ist nicht akzeptabel“, betont Flaig. „Die Grenzwerte taugen nichts. Die Gärreste dürfen nicht ausgebracht, sondern müssen wie der Klärschlamm verbrannt werden, solange sie nicht viel sauberer sind.“ Das Gleiche gelte laut BUND natürlich auch für den bisher vom Landkreis produzierten Biomüll-Kompost: „Die Störstoffe müssen unbedingt vorher raus!“
Wenn man aber nur noch den (fast) störstofffreien Biomüll einsammle, würden für die Anlage nicht einmal mehr die 25.000 bis 30.000 Tonnen Biomüll und Grünschnitt wie bisher aus dem Landkreis zur Verfügung stehen, sondern vielleicht noch 15.000 bis 20.000 Tonnen. „Schon die bisher vorgesehene Anlage ist für den Kreis zu groß geplant. Sie muss deshalb mindestens 18.000 Tonnen Biomüll aus anderen Landkreisen wie Karlsruhe anliefern lassen, um sie auszulasten“, argumentiert Flaig. Bei weniger Störstoffen und damit weniger Biomüll wäre die Anlage erst recht überdimensioniert. 
Die Größe von 48.000 Tonnen Jahreskapazität sei aber laut Auskunft des Konsortiums vom Landkreis in einer Ausschreibung vorgegeben worden. Außerdem sei die geplante Anlage nach Ansicht des BUND eine Industrieanlage, die eigentlich in ein Industriegebiet gehöre. Der Landkreis müsse daher sowohl die Größe als auch die Standortsuche nach sozial- und umweltverträglichen Gesichtspunkten neu ausschreiben. Und das Ganze möglichst schnell, damit die bisherige Exportpraxis des Ludwigsburger Komposts baldmöglichst beendet werde.
Der BUND-Kreisverband unterstützt die Energiewende seit Jahrzehnten in Wort und Tat. Deshalb sei die Vergärung des Biomülls grundsätzlich zu begrüßen, weil man aus dem Bioabfall Energie gewinne und die organischen Reste wieder dem Naturkreislauf zuführe. Das müsse aber richtig gemacht werden und nicht durch dauerhafte Vermüllung unserer Äcker oder durch Spritverbrauch beim Transport aus anderen Regionen ad absurdum geführt werden. „Wenn Sie ein E-Mobil kaufen, dann erwarten Sie doch auch, dass Sie keinen Sprit mehr tanken müssen und dass auch keine Rußwolke aus dem Auspuff kommt!“ vergleicht Flaig die geplante Vergärungsanlage.
„Zu groß, zu viel Plastikmüll und am falschen Standort“, lautet in Kurzform die Beurteilung des BUND-Kreisverbands zur geplanten Biomüllvergärung in Bietigheim. Vor allem der Landkreis müsse hier nachbessern, wobei der BUND gerne seine Unterstützung anbiete. 
Das Foto zeigt den Plastikanteil in Höhe von 250 Gramm, der laut Grenzwert in einer Schubkarre mit 50 kg Kompost oder Gärrest enthalten sein darf. Das 20fache davon würde jedes Jahr auf einem Hektar Acker landen. (Foto: BUND).  
Bei Rückfragen: Stefan Flaig, 0711 / 674 474 74 ; Pressemeldung HIER

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06.2016 Bahnverbindung Markgröningen - Remseck

Ludwigsburg. „Jetzt schnell entscheiden – pro Schiene!“   
Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Stiftung NatureLife-International (NLI) appellieren an alle Verantwortlichen in den betroffenen Kommunen des Kreises, sich schnell auf eine gemeinsame Lösung einer Bahnverbindung von Markgröningen nach Remseck über Ludwigsburg zu einigen. „Wir brauchen endlich diese Querverbindung beim Schienenverkehr im Kreis, um den Verkehrskollaps zu verhindern“, betont Stiftungspräsident Claus-Peter Hutter in einer Pressemitteilung. 
 
Seit 30 Jahren fordere der BUND-Kreisverband, dass die Schienenstrecke von Ludwigsburg nach Markgröningen endlich wieder reaktiviert werde, so der BUNDKreisvorsitzende Stefan Flaig in der gemeinsamen Pressemitteilung. Passiert sei wenig bis gar nichts, vor allem weil es am Geld gefehlt habe. Mit dem neuen Förderprogramm des Bundes gebe es jetzt aber eine neue Chance, den Schienenverkehr im Kreis auszubauen. Man müsse sich eben nur schnell auf die beste Lösung einigen.
Doch welche ist das? Die Hochflur-Stadtbahn der SSB oder die Niederflurvariante wie in Karlsruhe? Oder die Wiederaufnahme des regulären Bahnverkehrs mit Regionalbahnen? „Je kostengünstiger die anvisierte Lösung, desto eher ist sie zu verwirklichen“, ist Flaig überzeugt. Andererseits müsse dabei auch für die Zukunft mitgedacht werden: „In unserem verdichteten Landkreis ist eine Stadtbahnlösung für viele Kommunen attraktiv. Da sollte eine Transversale von Markgröningen nach Remseck nur der Anfang sein“, meint Claus-Peter Hutter.
Sowohl der BUND wie NatureLife-International begrüßen den Vorschlag von Landrat Dr. Rainer Haas, durch Nutzung des Tunnels vor dem Bahnhof für schienengebundene Fahrzeuge Engpässe zu beseitigen. Jedenfalls dürfe es keine weiteren Verzögerungen mehr geben. Hier gelte es ein historisches Zeitfenster zu nutzen. “Künftige Generationen werden nicht fragen, wie lange diskutiert worden ist, sondern ob etwas dabei herausgekommen ist“, sagt NLI-Präsident Claus-Peter Hutter.
Es müsse jetzt ein gemeinsamer langfristiger Plan her, der konsequent den Ausbau der Schieneninfrastruktur im Kreis verfolgt und bei dem alle Beteiligten an einem Strang ziehen. „Einzelne Beschränkungen für den Straßenverkehr dürfen jedenfalls kein Argument mehr sein zur Verhinderung der Stadtbahn“, betont Flaig. Für den Klimaschutz, für eine Entlastung der Straßen und für schnelle und attraktive Verkehrsverbindungen sei jetzt eine schnelle Entscheidung pro Schiene nötig. 
Bei Rückfragen: Stefan Flaig, 0711 / 674 474 74; Pressemeldung HIER 

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01.2016: Massive Baumfällungen in Freibergs wichtigster Frischluftzone

Massive Baumfällungen in Freibergs wichtigster Frischluftzone - BUND fordert schnellen und vollständigen Ersatz

Derzeit dröhnen im Freiberger Gründelbachtal entlang der Mühlstraße die Motorsägen. Reihenweise krachen abgesägte Großbäume splitternd auf die Ortsdurchfahrt der Landesstraße. Das Landratsamt ist dabei, den bachbegleitenden Baumbestand in Freibergs wichtigster Frischluftzone zu beseitigen. Begründet wird dies mit einem Befall durch den aus Japan eingeschleppten Schadpilz Hymenoscyphus pseudoalbidus, welcher Eschen befällt.
Im Rahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes für Freiberg a. N. wurden von den Bürgern u. a. Maßnahmen vorgeschlagen, welche die Bindung des klimaschädlichen Kohlendioxids in Gehölzen und Bäumen vorsahen. So wurde empfohlen, Hecken und Bäume anzupflanzen sowie Waldflächen anzulegen. Neben dem Klimaschutz ist auch die Luftreinhaltung ein wichtiger Aspekt für die Erhaltung und Entwicklung von Gehölzbeständen. Es ist nachgewiesen, dass Bäume und Sträucher den Feinstaubgehalt der Luft reduzieren und die Stadtluft befeuchten und filtern sowie mit Sauerstoff anreichern. Freiberg leidet ja besonders unter solchen verkehrsbedingten Schadstoffen. Die Stadt Freiberg und der BUND-Stadtverband Freiberg a. N. pflanzen deswegen seit Jahren gemeinsam Bäume welche der BUND spendet. Die Grünzone im Gründelbachtal sollte nach früheren Plänen der Stadt für ihre Bürger im Rahmen einer Gartenschau zum Naherholungsgebiet entwickelt werden.
Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist das ersatzlose Beseitigen großer Baumbestände ein schwerer Rückschlag in seinen Bemühungen um ein umweltfreundliches Freiberg. Es ist davon auszugehen, dass Freiberg durch diese Eingriffe in eine negative Baum- und CO 2-Bilanz steuert. Nachteile für die Bevölkerung und die Natur sind programmiert. So kam bis vor Jahren im Gründelbachtal noch der Pirol vor, der durch diese Maßnahmen seinen Lebensraum verliert. Der Vorsitzende des BUND Stadt Freiberg a. N., Conrad Fink, kritisiert die Maßnahme heftig. „Das konterkariert alle Bestrebungen der Stadt und unseres Verbandes für den Natur- und Klimaschutz“.
Auch der BUND Kreisverband kritisiert das radikale Vorgehen. „Eine komplette prophylaktische und ersatzlose Entfernung ganzer Waldbestände in dieser Weise ist inakzeptabel. Das Argument des Pilzbefalls erscheint nur vorgeschoben, um sich aus der Verantwortung zu stehlen und künftig Pflegekosten zu sparen, abgesägte Baume können nicht mehr umfallen und brauchen nicht mehr gepflegt zu werden“, so der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Verbandes. Es sei nicht einzusehen, dass man aufgrund von Pflanzenkrankheiten, die es ja auch bei vielen anderen Baumarten gibt, ganze Bestände ausrottet. Durch das Entfernen alter Bestände der Esche gehen auch Samenbäume verloren, die für einen Neuaufbau der Bestände und die Auswahl resistenter Varianten dringend gebraucht würden. Einem Aussterben dieser Baumart werde damit Vorschub geleistet. Diesem Unsinn müsse dringend ein Riegel vorgeschoben werden, so Flaig weiter. Er appelliert an den Landkreis und alle Beteiligten, sofort mit der natürlichen Wiederbegrünung aus Jungwuchs zu beginnen und hier die nötigen Gelder zu investieren.
Der BUND stuft solche Hauruckaktionen auch als Zeichen dafür ein, dass die öffentlichen Hand billige aber umweltschädliche Lösungen anstrebt und kein Geld für eine kontinuierliche und umweltschonende Grünpflege einstellt. In diesem Zusammenhang plädiert der Verband für eine optimale personelle und finanzielle Ausstattung der Grünflächenämter.

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12.2015: Brief an die Gemeinderäte der Stadt Bietigheim

9.12.2015 sf/rs

An alle
Stadträtinnen und Stadträte im Gemeinderat Bietigheim-Bissingen

Bioabfallvergärungsanlage im Steinbruch Fink – GR-Sitzung am 15.12.2015

Sehr geehrte Frau/Herr …………….
wie Sie vielleicht aus einer früheren Pressemitteilung wissen, steht der BUND der Biomüllvergärung als Technik grundsätzlich positiv gegenüber. Umso wichtiger ist es, dass diese an sich sinnvolle Methode der Kreislaufwirtschaft nicht durch eine übereilte und unvollständige Planung diskreditiert wird. Genau das scheint uns aber am Standort „Steinbruch Fink“ der Fall:

Die Beschlüsse, die der Gemeinderat der Stadt Bietigheim-Bissingen am 15. Dezember laut Tagesordnung treffen soll, schreiben den Standort durch den Ankauf von Flächen und andere Vertragsabschlüsse quasi fest. Es werden Fakten geschaffen, obwohl noch etliche Fragen offen sind.

So erhielten wir bis heute keine Antwort auf unser Schreiben an Herrn Oberbürgermeister Kessing vom 17.11.2015, in dem wir auf die im Steinbruch vorkommenden strengstens geschützten Tierarten (u.a. Wechselkröten) hinweisen und um Einsicht in das bereits vorhandene Artenschutzgutachten bitten. Auf unsere telefonische Nachfrage am 3.12.2015 im Sekretariat des OB  bekamen wir lediglich zur Antwort, dass man auch noch andere Sachen zu tun hätte. Ganz abgesehen davon, dass diese Antwort aus unserer Sicht gegen das Umweltinformationsgesetz (UIG) verstößt, ist es essentiell wichtig, solche Fragen VOR der Standortfestlegung zu klären, um spätere Beschwerden bzw. Klagen und damit unnötige Kosten und Planungsverzögerungen zu vermeiden. 

Überhaupt hat der BUND schon Anfang Oktober gefordert, dass für jeden in Frage kommenden Standort eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen ist. Erst danach kann der endgültige Standort festgelegt werden.

Wir haben den Eindruck, dass der „Steinbruch Fink“ als Standort „durchgepeitscht“ werden soll, um noch an entsprechende Zuschüsse zu kommen, ohne Rücksicht auf die Interessen der Bürgerschaft und von Natur und Umwelt. Ein transparentes und bürgerfreundliches Verfahren sieht anders aus.

Die Aussicht auf Zuschüsse darf nicht der Grund für eine übereilte und dadurch mangelhafte Planung sein. 

Wir fordern Sie und Ihre Fraktionskolleginnen und –kollegen deshalb auf, im Gemeinderat am 15.12. zu den TOP 1-4 so abzustimmen, dass ein neuer Suchlauf für den wirklich besten Standort einer Vergärungsanlage im Kreis stattfinden kann – vielleicht auch durch AVL und Landratsamt selbst. Schließlich sind weder die Stadt Bietigheim-Bissingen noch die Stadtwerke gezwungen, eine Vergärungsanlage zu realisieren. Es wäre keine Katastrophe für sie, sich dieses „Geschäft“ entgehen zu lassen. 

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Flaig
Kreisvorsitzender

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12.2015: Neubaugebiete für Flüchtlinge ungeeignet

Mehr Wohnraum für einkommensschwache Personen und Senioren benötigt

Ludwigsburg. Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) positioniert sich klar gegen Forderungen, aufgrund der vielen Flüchtlinge mehr Neubaugebiete auszuweisen. Neubaugebiete gingen voll am Bedarf vorbei, weil dort nur in absoluten Ausnahmefällen Wohnraum für einkommensschwache Personen entstünde. Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung unterschieden sich in nichts von anderen sozial Bedürftigen, denen es schon seit Jahren an bezahlbarem Wohnraum mangelt.

Angesichts der Notwendigkeit, für zehntausende Flüchtlinge in den nächsten Jahren angemessene Wohnungen bereitstellen zu müssen, häufen sich die Forderungen nach verstärkter Ausweisung von Neubaugebieten sowie nach Absenkung von qualitativen Baustandards (z.B. Energieeffizienz, Wärmeschutz, Umweltprüfung). Beides ist nach Ansicht des BUND nicht nur ökonomisch, ökologisch und sozial falsch, sondern auch überhaupt nicht geeignet, das Problem der Unterbringung zu lösen, sagt Stefan Flaig, Vorsitzender des BUND-Kreisverbandes Ludwigsburg.

Anerkannte Flüchtlinge mit Bleiberecht suchen genauso wie andere einkommensschwache Bevölkerungsgruppen nach bezahlbarem Wohnraum, dessen Bereitstellung aber in den letzten Jahrzehnten nach Ansicht des BUND von Land und Kommunen vernachlässigt worden ist. Die Konkurrenz um preiswerten Wohnraum werde sich jetzt nochmals verschärfen. Die Frage sei nun, wie in relativ kurzer Zeit ausreichend preiswerter Wohnraum für alle einkommensschwache Personen geschaffen und im Siedlungsbestand aktiviert werden kann. "Neubaugebiete sind dafür in aller Regel nicht geeignet, schon gar nicht, wenn dort Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen sollen. Menschen mit geringem Einkommen können diesen Wohnraum in Neubaugebieten weder kaufen noch mieten, meist auch nicht die dadurch eventuell im Bestand frei werdenden Wohnungen", betont Flaig.

Für die Schaffung von preiswertem Wohnraum sind vor allem anderen der Grundstückspreis und verbindliche Vorgaben für die Nutzung entscheidend. Die Kommunen sollten möglichst viele geeignete Grundstücke kaufen und gleichzeitig bereit sein, auf kurzfristige, marktübliche Erlöse aus Verkäufen zu verzichten. Noch besser ist es, wenn die Kommunen die erworbenen Grundstücke in Erbbaurecht an Bauträger zur Schaffung von dauerhaft preiswertem Wohnraum verpachten oder selbst bebauen. Dabei können dauerhafte Vorgaben für soziale und ökologische Standards gemacht werden. Die Erbbaupacht kann so kalkuliert werden, dass sie die Kreditzinsen für das Grundstück und die Erschließungskosten trägt.

Auch die Baustandards wie z.B. bei der Wärmedämmung sollten laut BUND nicht aufgeweicht werden. Denn erstens spielen sie beim Mietpreis über die Lebensdauer der Gebäude hinweg nur eine kleine Nebenrolle und zweitens schlagen sich niedrigere Standards unweigerlich in höheren Nebenkosten nieder, die den Wohnraum wieder erheblich verteuern (Stichwort: 2. Miete) und die im Zweifel doch wieder von der öffentlichen Hand getragen werden müssen.

Werden die Forderungen z.B. der kommunalen Spitzenverbände in Baden-Württemberg von den Kommunen umgesetzt, so entstehen billige Wohnblock-Siedlungen mit geringen Umweltstandards auf der grünen Wiese. Damit werden Ghettos vorprogrammiert und die Fehler der siebziger Jahre wiederholt. "Neubaugebiete mit Einfamilienhäusern gehen also am Bedarf vorbei, und aus Neubaugebieten mit Wohnblocks entstehen die sozialen Brennpunkte der Zukunft. Beides löst das Problem nicht!", erklärt Flaig.

Der BUND erkennt an, dass es für den Bau von preiswerten Wohnungen insbesondere in Großstädten nötig sein kann, bisher unbebaute Freifläche auszuweisen und zu bebauen. Aber das darf nur die letzte aller möglichen Maßnahmen und auch nicht großflächig sein, um die genannten sozialen Brennpunkte zu vermeiden. Vor einer Neuausweisung muss die ganze Instrumentenpalette der Innenentwicklung parallel eingesetzt werden.

Hinzu kommen weitere Maßnahmen, die vor allem die Vergünstigung von Grundstücken zum Ziel haben. Neben einem Förderprogramm des Landes für sozialen Wohnungsbau gehören dazu vor allem die Durchsetzung einer Leerstandsabgabe und die Gründung einer kreisweiten Vermietungsgesellschaft, die leer stehenden Wohnraum anmietet und den Vermietern die Mieteinnahmen und die Instandhaltung der Wohnung garantiert.

Neben preiswertem Wohnraum fehlt es aber auch an altengerechten Wohnungen. Die Kommunen müssen deshalb dafür sorgen, dass weit mehr solcher Wohnungen kostengünstig in zentraler Lage zur Verfügung stehen. Sobald mehr Seniorenwohnraum auf dem Markt ist, können auch mehr Senioren ihre untergenutzten Familienwohnungen für junge Familien frei machen.

Der BUND ruft Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderäte dazu auf, mehr Mut bei der Umsetzung zu zeigen. Denn eine intensivere Innenentwicklung (nicht unbedingt Nachverdichtung) mit den bekannten und den oben beschriebenen Instrumenten ist die einzige Möglichkeit zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Alle anderen, scheinbaren Lösungen führen zu großen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgeproblemen. Die Flüchtlingsproblematik darf nicht als Vorwand dienen, im Außenbereich neue Einfamilienhausgebiete auszuweisen oder wichtige Baustandards zu senken. Umweltschonendes und flächensparendes Bauen ist durchaus mit preiswertem Wohnungsbau zu vereinen.

Für Rückfragen:
Stefan Flaig, BUND-Kreisvorsitzender, Tel. 0711-674 474 74(d), stefan.flaig@bund.net

Das Argumentepapier der BUND Landesverbands zum Thema "Bauen und Flüchtlinge" (Stand Dez. 2015) als download HIER

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10.2015: Landschaftspflege am Geigersberg

15 Jahre Landschaftspflege am Geigersberg
Im Zusammenhang mit der in den Jahren 1996 – 2000 am Geigersberg erfolgten vereinfachten Rebflurbereinigung hat der BUND-Kreisverband Ludwigsburg die Pflege eines etwa 20 ar großen, nicht mehr bewirtschafteten Terrassen-Weinberges übernommen.
Die Pflege besteht aus dem Mähen der auf den Terrassen vorhandenen Magerrasenflächen und dem Zurückschneiden des Gehölzaufwuchses um ein völliges Zuwachsen der ehemaligen Weinberge zu verhindern und der dortigen artenreichen Pflanzenwelt ihren Lebensraum zu erhalten. Nachdem vorletzte Woche mit Balkenmäher und Motorsense gemäht worden war, haben sich am Freitag wieder 5 Mitglieder des BUND-Kreisvorstandes zum Abräumen des Mähgutes am Geigersberg getroffen. Das Mähgut wurde am Rand des unteren Weges aufgehäuft, von wo es von der Stadt Sachsenheim abtransportiert wird. Bei herrlichem Herbstwetter schmeckte das anschliessende Vesper besonders gut. 5.10.2015

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03.2015: BUND hilft der Wildkatze

National bedeutsame Querungskorridore an der A 81 müssen erhalten bleiben
Ludwigsburg. Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beschloss vor kurzem auf seiner Mitgliederversammlung in Ludwigsburg, sich künftig stärker um das Projekt "Wildkatzensprung" zu kümmern. Mit diesem Projekt setzt sich der BUND für die Vernetzung der Waldbiotope ein, um die Lebensbedingungen der Wildkatze im Land zu verbessern. Außerdem fand die Neuwahl des Kreisvorstands statt.
In sechs Bundesländern pflanzt der BUND mit Unterstützung der Bundesregierung tausende Bäume und Büsche, um die Lebensräume von Wildkatzen und vielen anderen Waldbewohnern mit grünen Korridoren wieder zu verbinden. Auch in Baden-Württemberg konnten Vorkommen der fast ausgestorbenen und streng geschützten Wildkatze nachgewiesen werden, erklärt Axel Wieland, der BUND-Projektkoordinator für Baden-Württemberg, in einem spannenden Vortrag vor den Mitgliedern.
Wildkatzen wurden demnach vor allem entlang der Rheinauen entdeckt, aber eben auch im Stromberg. Einer von zwei national bedeutsamen Wildkatzen-Korridoren im Land führe daher quer durch den Kreis Ludwigsburg, vom Stromberg bis zum Hardtwald bzw. zum Schwäbisch-Fränkischen Wald. Es ist die einzige Verbindung in Ost-West Richtung zwischen Heilbronn und Stuttgart. Die Wildkatze könne sich allerdings wegen Straßen und strukturarmen Ackerlandschaften nur schwer vom Rhein Richtung Osten ausbreiten, so Wieland weiter. Um ihre Lebensräume zu vernetzen und so das langfristige Überleben der Wildkatze zu sichern, sei es notwendig, die heute sehr vereinzelten Waldbiotope durch Hecken und andere Kleinstrukturen im Offenland zu verbinden.
Mit solchen Maßnahmen wurde in einem Modellprojekt zwischen Herrenberg und Nufringen bereits begonnen. Der Korridor dort soll den Nordschwarzwald wieder „wildtiersicher“ mit dem Schönbuch verbinden. „Viele der bei Herrenberg nötigen Maßnahmen, wie die Wiederanlage von Hecken als Leitstrukturen für den Korridor, sind in der noch gut erhaltenen Kulturlandschaft zwischen Freudental und Großbottwar in diesem Umfang gar nicht nötig“, ist der Biologe Wieland überzeugt.
Große Bedeutung kommt den Durchlässen unter der Autobahn nördlich und südlich der Autobahn-Ausfahrt Mundelsheim zu. "Diese Unterführungen sind durch ihren direkten Waldanschluss sehr gut eingebunden", meint Wieland. Bei Herrenberg müssten Millionen für eine Grünbrücke über die B14 investiert werden, um das zu erreichen, was bei Großbottwar bereits vorhanden sei. "Diese Durchlässe unter der A 81 sind elementar wichtig für den Korridor und unbedingt zu erhalten“, macht Wieland deutlich. Deshalb dürfe dann auch kein Riegel in Form eines Gewerbegebietes wie am Holzweiler Hof vor die nördlichen Durchlässe gestellt werden.
Am Schluss des Vortrags waren die BUND-Aktiven aus den Ortsverbänden und dem Kreisvorstand so vom Projekt "Wildkatzensprung" überzeugt, dass spontan eine Arbeitsgruppe gegründet wurde, die das Thema im Kreis stärker befördern will.
Die turnusgemäße Neuwahl des Kreisvorstandes bestätigte die Amtsinhaber: Vorsitzender bleibt Stefan Flaig aus Marbach, Stellvertreter sind weiterhin Karin Zimmer aus Ingersheim und Werner Brekle aus Ludwigsburg, Roswitha Schmidt aus Bietigheim fungiert weiter als Schatzmeisterin. Als Beisitzer im Vorstand wurden wiedergewählt: Dagmar Fried aus Ludwigsburg, Arno Heihoff aus Vaihingen, Christof Hettich aus Löchgau, Joachim Lösing aus Marbach. Neu hinzu gekommen ist Burkhard Rübsamen aus Tamm.
HIER die Pressemeldung als download und die Anlage.

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09.2014: Gewerbeerweiterung in Ingersheim - "unzulässige Planung"

Ludwigsburg / Ingersheim. Das auf Ingersheimer Gemarkung geplante Gebiet „Gröninger Weg“ hält der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weiterhin für überflüssig. Um den Bedarf für die Neubaufläche zu begründen, versuche die Gemeinde die Vorgaben der Regional- und Landesplanung auszutricksen.

„Der Gemeinde Ingersheim steht laut Regionalplan nur eine Eigenentwicklung zu“, erklärt die BUND-Ortsvorsitzende Karin Zimmer. Danach darf die Gemeinde nur Gewerbeflächen für den Bedarf der bereits ortsansässigen Betriebe ausweisen. „Das ist angesichts der topografischen Lage und der vorhandenen Verkehrsanbindung des Ortes eine schlüssige und vernünftige Festlegung“.
Es ist der Gemeindeverwaltung aber nicht gelungen, der Region diesen Eigenbedarf nachzuweisen. Die von der Gemeindeverwaltung gegenüber der Presse genannten 40 Interessenten seien „aus Ingersheim und darüber hinaus“. „Den Flächenbedarf mit Betrieben von außerhalb zu begründen, ist bei Eigenentwicklung eben gerade nicht zulässig“, meint der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig.
Diese Hürde versuche die Gemeinde Ingersheim durch einen Zweckverband mit der Stadt Bietigheim zu umgehen, der ein größerer Bedarf zusteht. „Hier versucht die Gemeindeverwaltung, die Vorgaben der Regionalplanung auszutricksen“, ist Flaig überzeugt. „Wenn das alle Gemeinden machen und damit durchkommen, können wir uns die gesamte Landes- und Regionalplanung sparen!“ Der Verband Region Stuttgart lehne die Planung für den „Gröninger Weg West“ deshalb zu Recht ab.
Darüber hinaus sei höchst fraglich, ob alle „interessierte Gewerbetreibende“ sich nachher tatsächlich dort ansiedeln würden. „Hier sollten die Kommunen verbindliche Vorverträge abschließen, bevor sie ein neues Gewerbegebiet ausweisen“, fordert Flaig. Man müsse endlich von der unseligen Angebotsplanung wegkommen, die zu Lasten der Steuerzahler immer mehr ungenutzte Gewerbeflächen produziert. Allein im Kreis Ludwigsburg stünden auf diese Weise bereits knapp 100 Hektar voll erschlossener Flächen leer, so Flaig weiter. Dieser Raubbau an der Natur müsse endlich aufhören. Das gelte auch für die von der Region verfolgte Planung von weiteren 75 Hektar nahe der Autobahn.
HIER die Pressemeldung als download.
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06.2014: Gewerbeflächen im Kreis Ludwigsburg gefährden Generalwildwegeplan

Stuttgart/Ludwigsburg. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnt die geplante Gewerbeflächenausweisung im Kreis Ludwigsburg ab und fordert den Verband Region Stuttgart (VRS) auf, die Planungen einzustellen. Auch Gebiete des Generalwildwegeplans und des Wildkatzenwegeplans sind betroffen.
„Die vom VRS geplanten Gewerbegebiete lehnt der BUND in Gänze ab“, sagt Stefan Flaig, der stellvertretende Landesvorsitzende und Kreisvorsitzende Ludwigsburg des BUND, „die Planung widerspricht den Grundsätzen und Zielen der Landes- und der Regionalplanung.“ Flaig forderte den VRS auf, diese Planungen umgehend einzustellen und sich stattdessen konsequent für eine lebenswerte Region mit weniger Straßenverkehr und weniger Flächenverbrauch einzusetzen. „Der Wirtschaft in der Region stehen mehr als genug Gewerbeflächen zur Verfügung“, so Flaig.

Seit der Jahrhundertwende habe die Region 5.400 Hektar beste Ackerflächen an neue Baugebiete verloren. Damit wurde die regionale, saisonale Lebensmittelversorgung weiter geschwächt. „Der scheinbare ,Bedarf‘ an Gewerbeflächen von insgesamt 75 Hektar könnte problemlos auf noch nicht voll ausgelasteten bestehenden Gewerbegebieten befriedigt werden“, erläutert Flaig, „allein im Kreis Ludwigsburg sind noch knapp 90 Hektar voll erschlossene Gewerbeflächen frei.“ Der BUND fordert deshalb eine detaillierte regionsweite Erhebung der Brachflächenpotenziale für Gewerbe und Wohnen.

Der BUND kritisiert weiter, dass die zusätzlichen fünf Gewerbeflächen ausschließlich negative Folgen hätten: mehr Straßenverkehr, mehr Lärm, mehr Luftschadstoffe, und gleichzeitig Verlust an wertvollen Böden, dringend benötigter Naherholungsflächen und Frischluftschneisen. Hinzu käme, dass dadurch der volkswirtschaftlich ruinöse Konkurrenzkampf der Kommunen um Gewerbebetriebe weiter verschärft würde.

Der geplante Standort am Holzweilerhof weist laut BUND noch ein besonderes Problem auf: Das Gewerbegebiet würde die Ost-West-Achse des Generalwildwegeplans und des Wildkatzenwegeplans unterbrechen. „Dieser Wildtierwanderweg ist einer der wichtigsten in Baden-Württemberg und international bedeutsam. Er würde am Gewerbegebiet Holzweiler Hof sein jähes Ende finden“, sagt die BUND-Wildkatzenexpertin Julia Taubmann, „die im Stromberg seit einigen Jahren wieder heimische Wildkatze hätte in einem Umkreis von 100 km keine Chance mehr, wieder zurück in ihre ehemalige Heimat im Schwäbisch-Fränkischen Wald zu gelangen.“ Auch alle anderen Wildtierarten würden durch das geplante Gewerbegebiet stark beeinträchtigt.

siehe auch BUND Landesverband und LKZ und HIER der Bericht als download.
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01.2014: Interview zum Flächenverbrauch in der Marbacher Zeitung

HIER das Interview als download
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12.2013: Interview zur Windkraft in der Stuttgarter Zeitung

HIER das Interview als download
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08.2013: Gewerbererweitung in Ingersheim - noch kein Bedarfsnachweis

Ingersheim / Stuttgart. Die Gemeinde Ingersheim ist der Region immer noch den Bedarfsnachweis schuldig.
Der BUND verlangt: Keine weiteren Fakten schaffen!


Der BUND informierte sich zum geplanten Gewerbegebiet beim Chefplaner der Re-gion Stuttgart, Thomas Kiwitt. Zur großen Überraschung des staatlich anerkannten Naturschutzverbandes sind die Bedenken des Regionalverbandes noch überhaupt nicht ausgeräumt. Zitat Kiwitt: „Bislang hat der Verband Region Stuttgart Bedenken gegen die Planung erhoben, da noch kein entsprechender Nachweis für den Flä-chenbedarf erbracht werden konnte.“ Trotzdem planen die Gemeinde Ingersheim und der Zweckverband fröhlich weiter, als ob der Nachweis und damit die Genehmigung nur Formsache wäre, moniert der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig.

Der BUND fragt sich, wieso der Nachweis des Flächenbedarfs von „ortsansässigen Unternehmen“ (Kiwitt) nicht schon längst erbracht wurde, wenn er so offensichtlich ist. „Überhaupt sollten die nachfragenden Betriebe mit der Gemeinde Vorverträge abschließen, die sie nach der Erschließung der Fläche zum Kauf verpflichten. Sonst ist zu befürchten, dass die privaten Steuerzahler wieder mal auf den Kosten sitzen bleiben“, schlägt Flaig vor.
Die Planung des Gebiets im Rahmen einer Kooperation mit Bietigheim dient nach Ansicht des BUND nur dazu, dass sich Ingersheim über seinen Status als Gemeinde mit Eigenbedarf hinwegsetzen kann. Damit werden die Planungsvorgaben von Land und Region wissentlich missachtet. Nicht die Anforderungen der lokalen Ge-werbetreibenden scheint Antrieb des Vorhabens zu sein, sondern eine vage Erwartung von Geldsegen aus Gewerbesteuern.
Bevor die Zustimmung der Region vorliegt, darf die Gemeinde aus BUND-Sicht nicht weiter für die Planung Geld ausgeben und Fakten schaffen.

Über den Eigenbedarf hinausgehende Gewerbefläche auf Ingersheimer Markung bedeuten mehr Verkehr auf Straßen, die dafür nicht ausgelegt sind, mehr Versiege-lung in einem Bereich, der als Frischluftschneise bekannt ist, mehr Abwasser in ein Kanalsystem, das heute schon überlastet ist und die Wohnqualität bleibt auf der Strecke, stellt BUND-Ortverbandsvorsitzende Karin Zimmer fest.

Auch für das Baugebiet Brühl-II wurde Eigenbedarf als Begründung für die Erschließung genannt. Ob heute dort tatsächlich nur junge Ingersheimer Familien wohnen, bezweifelt der BUND. „Wie lange wird es geduldet, dass mit fadenscheinigen Begründungen immer weitere Flächen versiegelt werden“, fragt sich Zimmer.
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06.2013 "Es reicht: genug Landverbrauch, genug Verkehr!"

Ludwigsburg / Ingersheim. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat genug von immer neuen Gewerbegebieten im Kreis. Das auf Ingersheimer Gemarkung geplante Gebiet "Gröninger Weg" hält er für genauso unnötig und schädlich wie das von der Region immer noch gesuchte große Gebiet an der Autobahn. Ohne solche Gebiete würden auch viele Straßenplanungen nicht weiter verfolgt.
Viele Kommunen versuchten, sich mit immer neuen Gewerbegebieten gegenseitig die Betriebe und deren Gewerbesteuer abzujagen, meint der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig überzeugt. "Da weder die Zahl der Betriebe noch der Arbeitsplätze nennenswert steigt, bleibt bei dieser Konkurrenz unterm Strich nur ein Verlustgeschäft für die Gesellschaft: mehr Verkehr, mehr Lärm, weniger Landschaft und nach Abzug der Erschließungskosten weniger Geld." Das gelte umso mehr, weil es im Kreis bereits 100 Hektar voll erschlossene, aber freie Gewerbeflächen gebe.
Ein besonderes Problem von Ingersheim sei es, dass die seit kurzem erreichte Verkehrsentlastung in Ingersheim und Pleidelsheim zunichte gemacht würde."Die positiven Effekte von LKW-Durchfahrtsverbot und Tempo 30 in den letzten Monaten wären damit zerstört weg, die Anwohner wieder so belastet wie zuvor" betont Karin Zimmer, BUND-Ortsvorsitzende von Ingersheim, "vor allem wenn man die bereits heute angedachten weiteren 15 Hektar hinzu kämen betrachtet."
Flaig ergänzt: "Wer die Bevölkerung vom Straßenverkehr entlasten will, darf nicht weiter bauen - seien es Straßen oder Gewerbegebiete. Damit erreicht man genau das Gegenteil!" Insofern sei die Ablehnung des so genannten Verkehrskonzeptes der vier Kommunen durch das Verkehrsministerium nur konsequent. Dieses verstärke nämlich den Verkehr und sei deshalb sowohl ökologisch als auch sozial und wirtschaftlich völlig unsinnig.
Ingersheim wird im Regionalplan als Wohngemeinde mit Eigenentwicklung ausgewiesen. Dies entspricht auch voll und ganz den infrastrukturellen Gegebenheiten. Mit dem Konstrukt "Zweckverband mit Bietigheim" sollen diese Vorgaben umgangen und mehr Gewerbeflächen auf Ingersheimer Markung möglich werden. "Das "gemeinsame Verkehrskonzept", das eigentlich verkehrsentlastend wirken sollte, würde damit zur Versorgung neuer Gewerbeflächen zweckentfremdet werden.
Die bauliche Erweiterung führt auch unweigerlich beim Abwasser an Grenzen. Mit dem als "WIN-WIN-WIN-Projekt" hochgelobten Anschluss von Pleidelsheim an die Ingersheimer Pumpleitung nach Bietigheim wird heute schon eine Fördermenge nach Bietigheim gepumpt, die laufend energetisch optimiert wird. "Ein Mehr an Abwasser führt garantiert an die Grenzen der heutigen Pumpleitung. Es wäre heute schon sinnvoll darüber nachzudenken, Teile von Ingersheim direkt an Bietigheim anzuschließen, um die Überlaufsituation im Wiesental zu entschärfen" schlägt Zimmer vor.
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03.2013: Verbrennen von Grünschnitt und Gartenabfällen

Ludwigsburg. "Das Verbrennen von Grünschnitt und Gartenabfällen ist nicht nur verboten, sondern auch unnötig und umweltschädlich", teilt der BUND-Kreisverband passend zur Jahreszeit mit. Gerade in diesen Tagen entsorgen zahlreiche Gartenbesitzer ihre Grünabfälle illegal, indem sie sie einfach anzünden. Damit gefährden sie aber nicht nur die Luft, sondern oft auch viele Tiere.

Die Reinhaltung der Luft hat in den letzten Jahren große Bedeutung gewonnen. Neben Heizungsanlagen und Kraftfahrzeugen, die bestimmte Immissionswerte einhalten müssen, stammt ein Teil der Schadstoffe in unserer Luft auch aus einer anderen, meist unbeachteten Quelle. Es gibt deutliche Hinweise für den Zusammenhang zwischen der Verbrennung von Gartenabfällen und einer schlechten Luftqualität und trägt nach einer Studie des Landesamts für Umweltschutz Sachsen-Anhalt messbar zur Erhöhung der regionalen Belastung durch Feinstaub bei.
Laut dem Landratsamt Ludwigsburg regelt in Baden-Württemberg die "Verordnung der Landesregierung über die Beseitigung pflanzlicher Abfälle außerhalb von Abfallbeseitigungsanlagen" die Entsorgung pflanzlicher Gartenabfälle. Nach dieser Verordnung ist das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen innerhalb von geschlossenen Ortschaften grundsätzlich unzulässig.
Im Außenbereich käme eine Verbrennung der auf einem Grundstück angefallenen Grünabfälle nur dann in Betracht, wenn es nicht zumutbar wäre, die pflanzlichen Abfälle auf dem Grundstück zu kompostieren, das Material auf einen Häckselplatz zu bringen bzw. in eine Bioabfalltonne zu werfen oder die pflanzlichen Abfälle einfach auf dem Grundstück liegen und verrotten zu lassen. "Es ist also eigentlich fast immer zumutbar, die Gartenabfälle anders als mit einem Lagerfeuer zu entsorgen", ist sich Roswitha Schmidt vom BUND-Kreisverband sicher.
Hinzu kommt beim Verbrennen die Gefahr für die Tierwelt: Oftmals suchen Igel und anderes Getier Zuflucht in den abgeschnittenen Ästen und Zweigen. Auch Vögel bauen häufig ihre Brutnester darin. Sie alle sind dann unweigerlich dem Flammentod ausgesetzt. Der BUND appelliert deshalb an alle Garten- und Stücklesbesitzer, auf die unökologische und fast immer illegale Verbrennung zu verzichten.
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03.2013: "Straßenbau-Fantasien beenden!"

Freiberg / Ingersheim / Pleidelsheim.
„Nicht die neuen Straßen bringen die Entlastung, sondern vor allem die Sperrung der Ortsdurchfahrten für die LKW.“, Das haben BUND, Grüne, WIR Pleidelsheim, WIR Ingersheim sowie Flur und Verkehr e.V. vor kurzem bei einer gemeinsamen Analyse der offiziellen Daten im gemeinsamen Verkehrskonzept der Gemeinden Bietigheim, Freiberg, Ingersheim, Pleidelsheim festgestellt.


Die Verkehrsentlastung der Bürger/innen vom Durchgangsverkehr könne demnach nicht das Ziel des Straßenbaukonzeptes sein, das bereits in der ersten Stufe über 23 Mio. Euro teure Straßenplanungen beinhaltet. Darüber waren sich die Teilnehmer des Gesprächs einig. Aus Sicht von BUND, Grüne und WIR liegt das eigentliche Motiv in der Erschließung neuer Gewerbegebiete in Bietigheim, Ingersheim und Freiberg. Außerdem wolle sich Bietigheim so um die schmerzhafte aber notwendige Aufgabe herumdrücken, den Verkehr in und aus dem eigenen Gewerbegebiet dauerhaft zu reduzieren.

„Beide Motive dürfen aber nicht der Grund für höhere Kosten, weitere Flächen-versiegelung und noch mehr Straßenverkehr sein“, meint Friedhelm Jorch von den Grünen Freiberg. Zumal das eigentliche Problem damit noch überhaupt nicht gelöst sei: „Der Straßenverkehr wird insgesamt durch die neuen Straßen zunehmen! Er muss aber überall deutlich reduziert werden, um die Vorgaben der EU für weniger Feinstaub, Stickoxide und Lärm einzuhalten, von weniger CO2 gar nicht zu reden“, macht Georg Willmann von WIR Ingersheim deutlich.

BUND, Grüne, WIR und Flur und Verkehr e.V. fordern deshalb die Beteiligten auf, alle „Straßenbau-Fantasien“ sofort zu beenden und stattdessen alle Kraft und alles Geld für weitere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen einzusetzen. Dazu gehört vor allem die weitere Entschleunigung der Ortsdurchfahrten der drei Gemeinden, damit die „Durchfahrer“ auf den Vorrangstraßen bleiben. „Eine neue Verkehrszählung kann außerdem den Erfolg der LKW-Sperrungen durch Ingersheim und Pleidelsheim belegen“, davon ist die BUND-Ortsvorsitzende von Ingersheim Karin Zimmer überzeugt.

Christel Staudenmaier von WIR Pleidelsheim ergänzt: „Der Halbanschluss sollte ursprünglich die Ortsdurchfahrten entlasten, nun wird er zum Anlass genommen, neue Gewerbegebiete auszuweisen, die die Ortsdurchfahrten wieder mit zusätzlichem Verkehr belasten. Alle bisherigen Bemühungen innerhalb der Umweltzone würden so ins Leere laufen!“ Zur Notwendigkeit von neuen Gewerbegebieten erneuerte der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig seinen Vorschlag: „Im Landkreis Ludwigsburg gibt es knapp 100 Hektar voll erschlossene aber freie Gewerbeflächen. Wenn die Kommunen diese in einen Pool mit gemeinsamen Kosten und Gewinnen einbringen, sparen die Steuerzahler eine Menge Geld, die Kommunen sind durch einzelne Betriebe nicht mehr so leicht erpressbar und haben trotzdem Gewerbesteuer-Einnahmen.“ Zum Nutzen von Volkswirtschaft und Umwelt sollten die Kommunen viel stärker als bisher kooperieren statt konkurrieren, meinte Flaig abschließend.
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2012: BUND-Forderungen für eine nachhaltige Innenentwicklung

Ludwigsburg. Unter dem Titel "Innenentwicklung um jeden Preis?" hat der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor kurzem ein Papier mit elf Leitlinien für eine nachhaltige Innentwicklung an alle 39 Kreiskommunen verschickt.

Anlass des Papiers war die Beobachtung, dass zwar immer mehr Kommunen die an sich positive Innenentwicklung forcieren, diese aber oftmals als pure Nachverdichtung auf größeren, innerörtlichen Grünflächen begreifen. "In Zeiten des demografischen Wandels brauchen wir keine neuen Familienwohnungen mehr - egal ob die Neubaugebiete außerorts oder etwas kleiner innerorts hingestellt werden", weiß der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig aus aktuellen Studien.

Die Kommunen sollten sich vielmehr intensiv darum kümmern, dass die heutigen und die bald kommenden Leerstände in den Baugebieten der 60er- bis 80er Jahre durch Familien wiederbelegt werden. Das Motto muss laut BUND Flächenrecycling lauten - also die Wiedernutzung von Leerständen, Altbauten und Bauruinen. Offener Boden soll auch im Siedlungsbereich so wenig wie möglich versiegelt werden. Der demografische Wandel soll vor allem durch die Um- bzw. Neunutzung und Modernisierung alter Bausubstanz im Siedlungsbestand unterstützt werden. Hier können auch die vielen noch notwendigen altengerechten Wohnungen entstehen.

Innenentwicklung heißt in erster Linie Stadtumbau unter der Prämisse, dass die Attraktivität und Lebensqualität der Kommune mindestens erhalten, besser noch gesteigert wird. "Dazu sind nachverdichtete Betonwüsten überhaupt nicht geeignet, sondern nur Orte mit ausreichenden innerörtlichen Grünflächen", ist der BUND-Ökologe Conrad Fink überzeugt. Deshalb bittet der BUND die GR-Fraktionen im Kreis, die Leitlinien bei allen Bebauungsplänen oder Bauanfragen zu beachten.

Für Rückfragen
Stefan Flaig, 0711 / 674 474 74
HIER das Positionspapier zum download
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08.2012: Da wird mit ewigem Wachstum gerechnet

Ludwigsburg. "Es muss endlich Schluss sein mit der Verschleuderung von Volksvermögen!", verlangt der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und meint damit die zusätzliche Ausweisung von Gewerbegebieten im Kreis Ludwigsburg. Für jedes Unternehmen, das sich vergrößern oder neu im Kreis ansiedeln möchte, gebe es mehr als genug bereits erschlossene Flächen. Jeder weitere Quadratmeter sei deshalb unnötiger Landschaftsverbrauch, der auch noch vom Steuerzahler bezahlt werden müsse.

Volkswirtschaftlich gesehen sei nämlich durch ein neues Gewerbegebiet kein Gewinn für die Kommunen zu erzielen. Die Gemeinden würden sich nur die Betriebe und Arbeitsplätze gegenseitig abjagen. Und die ökologischen und verkehrlichen Probleme damit verschärfen. "Konkurrenz um einen nicht mehr wachsenden Kuchen ist eindeutig der falsche Weg", betont der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig. Richtig sei es vielmehr, wenn die Kommunen mit ihren vorhandenen Gewerbeflächen kooperieren würden.

"Da rechnen etliche Leute offenbar mit ewig andauerndem Wachstum", meint Werner Brekle, stellvertretender Vorsitzender des über 5000 Mitglieder zählenden BUND-Kreisverband. Er kritisiert die ständige Angebotsplanung, bei der neuerdings auch die Region mitmache: Laut Verband Region Stuttgart werde ein neues, großes Gewerbegebiet im Norden Stuttgarts entlang der Autobahn gebraucht, damit die hiesigen Betriebe nicht abwanderten. "In unserem dicht besiedelten Raum dürfen wir aber nicht mehr wie bisher einer theoretisch errechneten Nachfrage kurzerhand neue Flächen zur Verfügung stellen", fordert Brekle. Vor der Ausweisung und Erschließung neuer Flächen sollten erst konkrete Vorverträge mit ansiedlungswilligen Unternehmen gemacht werden. Dann werde der "Bedarf" ganz schnell schrumpfen, ist sich der BUND sicher.

Außerdem gebe es laut einer Erhebung der Wirtschaftsregion Stuttgart vom Sommer 2011 allein im Kreis Ludwigsburg insgesamt 89,4 Hektar voll erschlossene und sofort verfügbare Gewerbeflächen (alle über 1 Hektar), für deren Erschließung meist noch die Steuerzahler aufkommen müssten. Damit gibt es nach Ansicht des BUND mehr als genug Gewerbefläche, um den Wachstumsbedarf der lokalen Handwerker und Händler zu befriedigen. Und auch für die größeren Unternehmen ließen sich geeignete und bereits erschlossene Flächen im Kreis finden, wenn die Kommunen zusammen arbeiten. "Kooperation statt Konkurrenz" müsse deshalb das Motto der Städte und Gemeinden für mehr Landschaft und vollere Gemeindekassen lauten, empfiehlt der BUND abschließend.
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03.2012:Kreismitgliederversammlung - "Leerstände sind die künftige Herausforderung"

Ludwigsburg. Um die Zukunft der Kommunen machte sich der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf seiner Mitgliederversammlung Gedanken. Schon heute seien aufgrund des demografischen Wandels weder Neubaugebiete noch Nachverdichtung nötig, um genügend Wohnraum für Familien zu haben. Daneben wurde der Kreisvorstand wieder gewählt.

In seinem Vortrag machte der BUND-Kreisvorsitzende und Experte der Kommunalplanung, Stefan Flaig, deutlich, dass die Kommunen künftig vor allem auf die Wiederbelegung der zunehmenden Leerstände in den Wohngebieten der 50er bis 70er Jahre achten müssten. Die zunehmende Überalterung der Gesellschaft führe unausweichlich dazu, dass dort immer mehr Häuser leer stünden, während die immer geringer werdenden jungen Familien in die angebotenen Neubaugebiete zögen.
"Das zur Sanierung dringend benötigte Kapital ist dann für die alten Wohngebiete verloren", zeigte Flaig nur eine Konsequenz der bisherigen Kommunalplanung auf. "Die Kommunen müssen sich heute schon darauf konzentrieren, die Eigentümer zu überzeugen, ihre leer stehenden Familienwohnungen auf den Markt zu bringen". Daneben sei der Bau von seniorengerechtem Wohnraum dringend notwendig.

In seinem Jahresbericht 2011 zuvor hob Flaig besonders die Anti-Atom-Menschenkette von Neckarwestheim bis Stuttgart hervor, die für die Organisatoren eine besondere Herausforderung war und von den dramatischen Ereignissen in Fukushima überschattet wurde. Passend dazu konnte der Kreisverband seine Unterstützung für das Windrad in Ingersheim am Ende des Jahres mit einer Beteiligung an der Genossenschaft dokumentieren.
Der Vorsitzende dankte außerdem Werner Brekle für die Organisation des Pflegeprojekts Geigersberg. Weiter galt sein Dank Gustav Bächler für die Betreuung der Solarkreisliga und Roswitha Schmidt als Leiterin der Geschäftsstelle, die unter anderem die zahlreichen Anrufer mit ihren Fragen zu Baumfällungen, Wespen/Hornissen und anderen Anliegen betreut. Trotz des Umzugs im letzten Jahr ist der BUND-Kreisverband nach wie vor über die Ludwigsburger Tel.-Nr. 07141/927266 zu erreichen.

Bei der anschließenden Neuwahl des Kreisvorstands wurde Stefan Flaig aus Marbach wieder zum Vorsitzenden gewählt. Als Stellvertreter wurden Werner Brekle aus Ludwigsburg bestätigt und Karin Zimmer aus Ingersheim neu gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind: Zori Dierolf, Dagmar Fried, Arno Heihoff, Christof Hettich, Michael Kerner-Winkler, Joachim Lösing (neu) und Roswitha Schmidt als Schatzmeisterin.
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02.2012: Bebauungsplan "Gröninger Weg West" und 7.FNP-Änderung

Ingersheim. In seiner Stellungnahme zum Bebauungsplan lehnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das geplante interkommunale Gewerbegebiet bei Ingersheim ab. Es sei ökologisch und volkswirt-schaftlich schädlich und angesichts etlicher Gewerbegebiete im Kreis auch überflüssig.
Als ersten Kritikpunkt nennt der BUND die Vorgehensweise des Zweckverbands aus Ingersheim und Bietigheim: "Für drei Hektar braucht es weder ein interkommunales Gewerbegebiet noch einen Zweckverband, es sei denn, Ingersheim will damit die Vorgaben des Regionalplans unterlaufen, um doch noch zu einem weiteren Gewerbegebiet zu kommen", meint Karin Zimmer, BUND-Ortsvorsitzende Ingersheim.
Eine deutlich größere Fläche wäre aus Sicht von Zimmer ebenfalls unangebracht: „Die inoffiziell immer mal wieder genannten 15 Hektar Gewerbegebiet sind erstens für lokale Firmen und Handwerker völlig überzogen und widersprächen zweitens an dieser Stelle ebenfalls dem Regionalplan.“ Ingersheim solle Wohngemeinde bleiben und sich dabei qualitativ weiter entwickeln.
„Die Zeiten, dass Gewerbeflächen ohne Bedarfsplanung erschlossen werden können, sind vorbei“, so der Kreisvorsitzende des BUND, Stefan Flaig; er geht sogar noch weiter und stellt das Gewerbegebiet insgesamt in Frage: „Wenn man bedenkt, dass laut Wirtschaftsregion Stuttgart über 100 Hektar voll erschlossene, aber nicht bebaute Gewerbeflächen im Kreis Ludwigsburg bereit stehen, ist jedes weitere Gewerbegebiet volkswirtschaftlicher Unsinn und zeugt von der extremen Kirchturmspolitik der Kommunen.“
Sinnvoll wäre ein Zweckverband aller Kommunen des Landkreises, in den alle bereits erschlossenen Flächen (keine neuen!) mit allen Kosten und Erträgen wie in einen gemeinsamen Pool eingebracht werden, schlägt Flaig vor. Die Kommunen wären damit nicht mehr durch Unternehmen erpressbar; sie könnten ihre Planungshoheit durch die Kooperation mit den Nachbarn zurück gewinnen.
Untern Strich lässt das geplante Gewerbegebiet laut BUND keinerlei Vorteile erkennen – weder wirtschaftlich noch ökologisch. Denn neben den zu befürchtenden Kosten werde wertvolles Ackerland versiegelt, und es entstehe mehr LKW- und Pendler-Verkehr.

Den vollständigen Wortlaut der Stellungnahme finden sie HIER

Auch der Verband Region Stuttgart (VRS) hat in seiner Sitzung vom 29.2.12 (Planungsausschuss) Bedenken dagegen geäußert und eine Begründung dafür gefordert. Den Wortlaut dazu finden sie im Sitzungsprotokoll auf Seite 3/17-18 (PLA22612.pdf)

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08.2011: Interkommunales Gewerbegebiet ist überflüssig

Ingersheim. Der Ingersheimer Gemeinderat beschloss vor kurzem mehrheitlich die Gründung eines Zweckverbandes für ein interkommunales Gewerbegebiet bei Ingersheim. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält das geplante Gebiet jedoch für völlig überzogen und unnötig.

Der neue Zweckverband von Bietigheim und Ingersheim soll zunächst eine Fläche von drei Hektar und später nochmals zwölf Hektar Fläche für Gewerbebetriebe erschließen und vermarkten. Für den BUND Ingersheim eine völlig überzogene Forderung: "Seinerzeit waren es die örtlichen Firmen und Handwerker, für die ein drei Hektar großes Gebiet erschlossen werden sollte. Dies wäre auch konform mit dem Regionalplan, in dem Ingersheim als Wohngemeinde nur sehr moderat Industriegebiete erweitern darf." so die Ortsvorsitzende Karin Zimmer. Insgesamt 15 Hektar seien nur durch die Unterstützung des "großen Bruders" Bietigheim genehmigungsfähig.

Der Kreisvorsitzende des BUND, Stefan Flaig, geht noch weiter: "Wenn man bedenkt, dass laut Wirtschaftsregion Stuttgart über 100 Hektar voll erschlossene, aber nicht bebaute Gewerbeflächen im Kreis Ludwigsburg bereit stehen, ist jedes weitere Gewerbegebiet volkswirtschaftlicher Wahnsinn und zeugt von der extremen Kirchturmspolitik der Kommunen. Daran ändert auch der Zweckverband mit Bietigheim nichts." Sinnvoll wäre ein Zweckverband aller Kommunen des Landkreises, in den alle bereits erschlossenen Flächen mit allen Kosten und Erträgen wie in einen gemeinsamen Pool eingebracht werden, schlägt Flaig vor. Die Kommunen wären damit nicht mehr durch Unternehmen erpressbar; sie könnten ihre Planungshoheit durch die Kooperation mit den Nachbarn zurück gewinnen.

Apropos Wirtschaftlichkeit: "Gewerbesteuern sollen den Haushalt sanieren" - so lautete die Begründung für das Gewerbegebiet. "Es ist die gleiche Begründung, die seinerzet für das Wohngebiet "Brühl II" genannt wurde.", erklärt Karin Zimmer. Aber die einmaligen Einnahmen von Brühl II seien heute bereits verbraucht, und das Wohngebiet selbst koste mehr als es einbringe. "Woher nehmen die Gemeinderäte die Sicherheit, dass der Gewerbepark sich besser rechnet, selbst wenn er tatsächlich mit Betrieben gefüllt werden kann? Es wird etliche Jahre dauern, bis sich die Erschließungskosten amortisiert haben und die Schuldzinsen beglichen werden können.", ist der BUND überzeugt.

Wenn Ingersheim und Bietigheim durch 15 Hektar Gewerbefläche verbunden werden, fließen zudem nicht nur Gelder hin und her, sondern auch verkehr und Abwasser, befürchtet die BUND-Ortsvorsitzende. Selbstredend werde der LKW-Verkehr zunehmen, nicht nur durch die 3-15 ha große Gewerbefläche, sondern auch vermehrt von Bietigheim. Aber auch zusätzlicher Pendlerverkehr werde durch Ingersheim rauschen. Denn die "neuen Arbeitsplätze" seien in der Regel schon von Auswärtigen belegt. Darüber hinaus würde in Zukunft gewerblich verschmutztes Abwasser zuerst Richtung Neckar laufen, um es dann mit viel Energieleistung wieder auf den Weg zurück nach Bietigheim in die Kläranlage zu schicken. "Nicht auszudenken, was bei Starkregen dann alles ungeklärt in den Altneckar läuft", so Zimmer.
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12.2010: Kopfbahnhof 21 - Der Bahnhof mit dem schnellen Nutzen

Der BUND-Kreisvorstand befasste sich bei seinem letzten Treffen mit den Folgen von Stuttgart 21 für den Bahnausbau auch in unserem Landkreis und mit den Vorteilen der Alternative "Kopfbahnhof 21". Dabei erläuterte der Kreisvorsitzende Stefan Flaig den Schlichterspruch und die Vorteile der Alternativplanung 21.

Mit seinem Schlichterspruch bekräftigte Heiner Geissler, dass das Alternativkonzept "Kopfbahnhof 21" (K21), das den Erhalt des Kopfbahnhofes mit der Sanierung und dem Ausbau des Bahnknotens Stuttgart vorsieht, ein realistisches Konzept ist. Die bauliche und betriebliche Machbarkeit des Konzepts K 21 wurde während der Schlichtung auch von der DB bestätigt. Der Vorwurf, K 21 sei ein Phantom, ist damit vom Tisch", so Flaig.

K 21 sei weitaus leistungsfähiger als der Tiefbahnhof. In der Spitzenstunde könnten bei K 21 bis zu 52 Züge in den Kopfbahnhof ein- und ausfahen. Bei Stuttgart 21 habe die Bahn nicht nachweisen können, dass pro Stunde mehr als 38 Züge bei guter Betriebsqualität den Tiefbahnhof nutzen können. Damit werde der neue Tiefbahnhof bereits kurz nach seiner Fertigstellung an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit kommen.

Vorteil Baukastenprinzip: 5 Module führen zum Ziel
Ein unschätzbarer Vorteil von K 21 sei das Baukastenprinzip: Je nach Bedarf und Finanzlage können die fünf Module realisiert werden: Das Bahnhofsgebäude und das Gleisvorfeld werden modernisiert, die Kapazitäten damit erhöht und in vier weiteren Schritten kann der Bahnknoten Stuttgart nach und nach ausgebaut werden: Der Flughafen wird angebunden, sowie der Anschluss an die mögliche Neubaustrecke Wendlingen - Ulm ermöglicht, die Fahrzeiten verringern sich. Und jeder dieser Bausteine bringe - im Gegensatz zu S 21 sofort einen Nutzen.

K 21 ist zukunftsoffen

Weil die Wirtschaftlichkeit der Neubaustrecke Wendlingen - Ulm zweifelhaft und die Genehmigung nicht abgeschlossen sei, kann Kopfbahnhof 21 grundsätzlich in zwei Varianten gebaut werden: Eine mit Neubaustrecke und eine ohne. "Eine der großen Stärken des Alternativkonzeptes ist: Kopfbahnhof 21 funktioniert mit und ohne Neubaustrecke. Stuttgart 21 hingegen macht nur mit der Neubaustrecke Sinn, legt alles fest und ist kaum noch erweiterbar", betonte Flaig weiter.

Das Fazit des BUND lautet deshalb: Der Kopfbahnhof 21 nütze den Bahnreisenden mehr als Stuttgart 21 und koste nur ein Drittel. Deswegen setzt sich der BUND auch weiterhin für die bürgerfreundliche Alternative Kopfbahnhof 21 ein.
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08.2010: WKA Ingersheim Naturschutz ist wichtig - Standort ist unbedenklich

Stuttgart/Ludwigsburg. In der Diskussion um die Windkraftanlage auf der Ingersheimer Höhe bezieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, Stellung: "Die Energie der Zukunft muss dezentral erzeugt werden und auf regenerativer Basis beruhen. Der Schutz des Klimas und der Ressourcen lassen uns keine andere Wahl", erklärte die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender: "Uns ist bewusst, dass jede Art von Energieerzeugung mit Eingriffen in die Natur verbunden ist." In Ingersheim haben einige Naturschützer die geplante Windkraftanlage kritisiert. "Ich finde es richtig und wichtig, dass sich Menschen für den Schutz der Natur einsetzen", sagte Dahlbender: "Auch der BUND hat den Standort kritisch geprüft. Er ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die direkten und indirekten Auswirkungen des Windrads im Vergleich zum nahen Atomkraftwerk völlig harmlos sind." Dennoch forderte die BUND-Landesvorsitzende die Verantwortlichen dazu auf, die Eingriffe in die Natur so klein wie möglich zu halten. Unterstützung erfährt der BUND mit seiner Position durch Werner Brekle, der im Umweltbeirat des Landkreises sitzt, Sprecher des Arbeitskreises Ludwigsburg im Landesnaturschutzverband ist und als Naturschutzwart die Kreise Ludwigsburg und Heilbronn betreut: "Das Landschaftsbild wird beim Bau der Windkraftanlage zwar beeinträchtigt, aber das kann auch ich als langjähriger Naturschützer zu Gunsten des Klimaschutzes akzeptieren. Über Landschaftsästhetik lässt sich zwar streiten, aber schließlich liegt der geplante Standort in einer weitgehend ausgeräumten Feldflur."

Dass die Positionierung auch innerhalb des BUND nicht ohne Widerspruch verlief, daraus macht der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig kein Geheimnis: "Ich kann gut verstehen, dass sich manche BUND-Aktive wie Wolfgang Huber, Claus-Peter Hutter und Conrad Fink durch den Landschaftseingriff betroffen fühlen", sagte Flaig. "Sie engagieren sich seit Jahrzehnten für den Naturschutz im Kreis." Vor seiner Entscheidung hat der BUND-Kreisverband ausführlich über die geplante Windkraftanlage und deren konkreten Folgen diskutiert. "Es mag sein, dass einzelne Vögel in die Flügel des Windrads geraten werden. Aber wenn Windräder wirklich im großen Stil "Vogelschredderanlagen" wären, gäbe es dazu längst eine seriöse Studie", ist Flaig überzeugt. "Die große Mehrheit der anwesenden BUND-Mitglieder hat sich nach eingehender Diskussion für die Anlage ausgesprochen. Wir können und wollen einzelnen Mitgliedern nicht eine Meinung vorschreiben - aber der BUND als Organisation ist eindeutig für die Anlage am Standort Ingersheim.
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06.2010: Mit sauberem Strom pro Jahr 1800 kg CO2 sparen

Stuttgart. Zum Tag der Umwelt am Samstag, 5. Juni 2010, fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Landesregierung und die Bevölkerung auf, sich für die Verringerung der Kohlendioxidemissionen einzusetzen - und so die Ökosysteme und die Vielfalt des Lebens zu schützen. "Ministerpräsident Stefan Mappus muss erklären, wie er die CO2-Werte bis 2020 um mindestens 40 Prozent und bis 2050 um 95 Prozent senken will", erklärt der BUND-Landesgeschäftsführer Berthold Fieß." Auch die Baden-Württemberger können etwas gegen den Klimawandel tun und mit dem Bezug von Ökostrom die eigene Klimabilanz verbessern."

Ökostrom ist der einfachste Weg, um CO2 zu sparen: Wenn in Deutschland eine Kilowattstunde Strom erzeugt wird, fallen im Durchschnitt 530 g CO2 und 0,001 g radioaktive Abfälle an. Strom aus erneuerbaren Energien ist dagegen in der Erzeugung nahezu CO2-frei. Steigt eine 4-köpfige Familie auf Ökostrom um, kann sie bis zu 1500 kg CO2 pro Jahr sparen. Das sind rund 15 Prozent der durchschnittlichen CO2-Emissionen eines Deutschen.

Gemeinsam mit den Elektrizitätswerken Schönau hat der BUND ein Ökostromangebot entwickelt, das vor allem Anlagen zur Stromproduktion mit erneuerbaren Energien in der Heimatregion fördert. "Trotzdem liegt der Strompreis dafür tendenziell unter dem Standardtarif der Energie Baden-Württemberg", betont Frieß. Grundsätzlich empfiehlt der BUND die vier unabhängigen, bundesweiten Ökostromanbieter: Elektrizitätswerke Schönau, Naturstom, Greenpeace Energy oder Lichtblick. Der Wechsel zu einem Ökostromanbieter verursacht keine Probleme, die Anbieter garantieren auch die lückenlose Stromversorgung. Frieß: "Je mehr Verbraucher auf Ökostrom umsteigen, desto höher und schneller kann der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Strom-Mix in Deutschland steigen. Wen wir dann noch sparsam mit Energie umgehen, kann eine Energiewende gelingen."

BUND-Regionalstrom:
Der BUND-Regionalstrom ist ein Kooperationsprodukt mit den Elektrizitätswerken Schönau und garantiert zertifizierten Ökostrom ohne Kohle- und Atomeergie. Mit mindestens 1 Cent pro Kilowattstunde werden zusätzlich neue, regionale und besonders umweltfreundliche Stromerzeugungsanlagen bzw. Maßnahmen zur Energieensparung oder Effizienzsteigerung gefördert. Ein unabhängiges Gremium aus Fachleuten verschiedener Organisationen entscheidet über die Mittelvergabe. Weitere Informationen: www.bund-regionalstrom.de
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05.2010: "Wir können alles außer Windkraft"

Ludwigsburg. "In Rheinland-Pfalz liefern derzeit nahezu tausend Windräder umweltfreundlichen Strom - und das bei ähnlicher Topografie wie Baden-Württemberg." Mit dieser Feststellung widerspricht der BUND-Kreisverband dem Vorurteil, dass Baden-Württemberg als Binnenland für die Windkraft-Nutzung nicht geeignet sei.

Im Land waren Ende 2008 laut BUND nur 344 Windkraftanlagen (WKA) mit einer Gesamtleistung von 422 Megawatt (MW) Leistung installiert. Bereits Mitte 2008 wurden in Rheinland-Pfalz dagegen 946 WKA mit insgesamt 1158 MW betrieben. "Das ist mehr als die dreifache Leistung bei erheblich weniger Landesfläche", kritisiert Stefan Flaig, Kreisvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, die Nachzügler-Position Baden-Württembergs.

Ein weiterer Beleg für die Chancen der Windkraft im Land ist laut BUND das Windrad auf dem Brandenkopf bei Hausach im Schwarzwald. Mit über 2300 Volllaststunden rangierte es im Jahr 2006 bundesweit unter den Top Ten der ertragreichsten Windräder - einschließlich Küste!. "Dass in Baden-Württemberg nicht mehr Windräder stehen, liegt nicht an technischen oder wirtschaftlichen, sondern nur an politischen Beschränkungen", betont Flaig.

Die Landesregierung schwenke mit ihrem neuen Energiekonzept 2020 mittlerweile um. Darin sei eine Vervierfachung der Windkraft im Land geplant. Aber die regionale und kommunale Politik handelt nach Ansicht des BUND häufig nach dem Motto "Wir können alles außer Windkraft"! "Das muss sich ändern!", fordert Flaig.

Auch die Behauptung, die Windkraft könne Großkraftwerke nicht ersetzen, sei falsch, so der BUND weiter: "420 Windräder von der Größe des in Ingersheim geplanten (2 MW) bringen genauso viel Nennleistung wie der Block 1 des Atomkraftwerks Neckarwestheim (GKN) mit 840 MW", rechnet Flaig vor. Da nicht nur die Windräder, sondern auch das GKN nicht Vollzeit in Betrieb seien, könnten also genügend Windräder Großkraftwerke durchaus ersetzen.

Würde das Wind-Potenzial in Baden-Württemberg von mindestens 1400 WKA - verglichen mit Rheinland-Pfalz - vollständig realisiert, könne man das GKN 1 ohne Probleme abschalten und sich die neuen Kohlekraftwerke in Karlsruhe und Mannheim sparen. "Wenn dazu noch ins Stromsparen und in Effizienztechniken investiert wird und die anderen Erneuerbaren ebenso ausgebaut werden, dann können wir schon bald auf weitere fossil und atomar betriebene Großkraftwerke verzichten", ist Flaig überzeugt. Das fördere nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die regionale Wirtschaft.
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03.2008: BUND-Kreisverband zu Gewerbegebieten

"Kein Quadratmeter mehr!"
Ludwigsburg: "Es muss endlich Schluss sein mit der Verschleuderung von Volksvermögen!", verlangt der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und meint damit die ungezügelte Ausweisung von Gewerbegebieten in vielen Kommunen des Kreises. Für jedes Unternehmen, das sich vergrößern oder neu im Kreis ansiedeln möchte, gebe es mehr als genug bereits erschlossene Flächen. Jeder weitere Quadratmeter sei deshalb unnötiger Landschaftsverbrauch, der auch noch vom Steuerzahler bezahlt werden müsse.

Volkswirtschaftlich gesehen sei nämlich durch ein neues Gewerbegebiet kein Gewinn für die Kommunen zu erzielen. Die Gemeinden würden sich nur die Betriebe und Arbeitsplätze gegenseitig abjagen. Und die ökologischen und verkehrlichen Probleme damit verschärfen. "Konkurrenz um einen nicht mehr wachsenden Kuchen ist eindeutig der falsche Weg", ist der BUND-Kreisvorsitzender Stefan Flaig überzeugt. Richtig sei es vielmehr, wenn die Kommunen mit ihren Gewerbeflächen kooperieren würden.
Die neuesten Planungen zeigen nach Ansicht des BUND die zukünftige Flächenflut: Großbottwar plant die Ausweisung von 20 Hektar im Häslachfeld, Ingersheim will 10 Hektar zusammen mit Bietigheim ausweisen, und dann ist noch ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen Pleidelsheim und Murr vorgesehen. "Woher sollen denn die ganzen Betriebe für all diese Flächen kommen?", wundert sich der stellvertretende BUND-Kreisvorsitzende Wolfgang Huber.

Jede einzelne Gemeinde behaupte, dass der Bedarf dafür da sei, keine könne diesen aber wirklich belegen. "Meistens steht dann das Gewerbegebiet lange leer wie der so genannte "Perfekte Standort" bei Vaihingen, und so lange zahlen die Steuerzahler die Zinskosten der Erschließung", weiß Huber. Aber selbst wenn sich unerwartet doch viele Betriebe ansiedeln würden, wanderten diese Unternehmen irgendwo anders ab. Prominentes Beispiel dafür sei der geplante Umzug der Firma Vögele von Mannheim nach Ludwigshafen. Die Arbeitsplätze würden dabei lediglich verlagert, in Ludwigshafen aber auf der Grünen Wiese auch noch öffentlich bezuschusst.

"Das Argument mit den neuen Arbeitsplätzen zieht schon lange nicht mehr. Woher sollen sie denn auch kommen, wenn die Arbeitslosenzahlen insgesamt kaum abnehmen?", fragt Flaig und macht eine einfache Rechnung auf: "Wenn alle Arbeitsplätze, die uns zu neuen Gewerbegebieten bundesweit versprochen wurden, wirklich "neu" gewesen wären, müssten wir längst Vollbeschäftigung haben."

Auch und gerade im Kreis Ludwigsburg ist nach Ansicht des BUND mehr als genug Gewerbefläche vorhanden, um den Wachstumsbedarf der lokalen Handwerker und Händler zu befriedigen. Und auch für die größeren Betriebe ließe sich eine geeignete und bereits erschlossene Fläche im Kreis finden, wenn die Kommunen zusammen arbeiten. Kooperation statt Konkurrenz müsse deshalb das Motto der Städte und Gemeinden für mehr Landschaft und vollere Gemeindekassen lauten, empfiehlt der BUND abschließend.
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01.2008: Wechsel zum Öko-Stromanbieter kinderleicht

Wechsel zum Öko-Stromanbieter kinderleicht - jetzt umsteigen auf BUND-Regionalstrom

Der Treibhauseffekt lässt die Temperaturen klettern, die Ölpreise klettern ins Unermessliche und die Energiekonzerne treiben die Strompreise nach oben. Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gute Gründe, sich für eine nachhaltige Energienutzung und für einen Wechsel des Stromanbieters einzusetzen.
Mit dem Angebot "BUND-Regionalstrom" hat der Umweltverband in Kooperation mit den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) jetzt den Wechsel zu einem seriösen Ökostromanbieter erleichtert. Zudem fördert der Kunde neue, umweltfreundliche Stromerzeugungs-Anlagen in Baden-Württemberg.
Seit dem Jahr 2005 muss der Versorger auf der Stromrechnung erklären, welche Energieträger er zur Stromerzeugung einsetzt. Durch diese Transparenz kann der Verbraucher selbst entscheiden, ob sein Strom aus Atomkraft, Kohle, Gas oder erneuerbaren Energien erzeugt wird. Verbrauchern, denen die Umwelt am Herzen liegt, empfiehlt der BUND deshalb den Wechsel zu einem Ökostromanbieter. Mit dem Umsteigerprogramm BUND-Regionalstrom bietet sich umweltbewussten Verbrauchern ein ökologisch verträglicher und kostengünstiger Strombezug.
Mit dem Bezug von BUND-Regionalstrom unterstützt der Kunde ein bürgereigenes Energieversorgungsunternehmen, dessen Ziel die Neugestaltung der Energiewirtschaft für eine zukunftsfähige Energieversorgung ist. Gewinnmaximierung ist nicht das Ziel. Ganz oben in der Unternehmensphilosophie steht das Stromsparen. In der öffentlichen Debatte, welche Art der Stromerzeugung die klima- und umweltfreundlichste ist, wird häufig ganz vergessen, dass die Kilowattstunde, die erst überhaupt nicht verbraucht wird, die umweltfreundlichste Kilowattstunde von allen ist. Zum Konzept gehört neben der Vermeidung der Energieverschwendung die Förderung umweltverträglicher, dezentrale Techniken im Bereich der erneuerbaren Energien, also Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und zum anderen die Kraftwärmekopplung. So fördert der Kunde mit dem Projekt "BUND-Regionalstrom" u.a. den Bau neuer, ökologischer Stromerzeugungsanlagen. Der von den Kunden aufgewendete Förderbeitrag fließt in Projekte auf regionaler Ebene. U.a. können damit neben umweltverträglichen Kraftwerken auch Energiesparmaßnahmen finanziell gefördert werden. Nähere Informationen zum BUND-Regionalstrom finden Sie im Internet unter www.bund-regionalstrom.de. Hier kann auch mit dem Regionalstromrechner jeder selbst den Vergleich zu seinem bisherigen Anbieter ziehen

Das Umsteigen ist kinderleicht. Sie müssen nur den neuen Stromvertrag unter der Telefonnummer 0 77 32/15 07-0 oder der E-Mailadresse bund.regionalstrom@bund.net anfordern und mit einer Kopie Ihrer letzten Stromrechnung direkt an den Projektpartner des BUND, die EWS in Schönau schicken. Die EWS übernimmt dann Ihre Stromversorgung zum nächst möglichen Zeitpunkt und kündigt Ihren bestehenden Vertrag mit Ihrem bisherigen Stromversorger.
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12.2007: Neckarwestheim bald stilllegen

„Strahlung ist die wahrscheinlichste Ursache für Kinder-Krebs“
LUDWIGSBURG – „Schnellstmöglich Neckarwestheim abschalten“ lautet die Forderung des BUND-Kreisverbandes Ludwigsburg angesichts der in der Studie des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) ermittelten Ergebnisse (wir berichteten). Niemand könne jetzt noch ernsthaft leugnen, dass die vermehrten Krebserkrankungen bei Kindern von den Atomkraftwerken herrühre.

Seit vielen Jahren machen einzelne Studien immer wieder auf den Zusammenhang zwischen der Leukämierate von Kindern und ihrem Wohnort in der Nähe eines Atomkraftwerks aufmerksam. Das BfS entschloss sich deshalb, diesem Zusammenhang mit einer umfassenden Studie auf den Grund zu gehen. Ergebnis: Im näheren Umkreis der 16 AKW-Standorte in Deutschland wurde eine deutlich höhere Anzahl krebserkrankter Kinder festgestellt als weiter davon entfernt.

Jetzt helfen keine Beschwichtigungen mehr, meinte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisverband Ludwigsburg in einer Stellungnahme. „Es besteht zwar noch die theoretische Möglichkeit, dass die Kinder um ein AKW mehr Krebs erregende Lebensmittel essen als anderswo oder dass ausgerechnet diese Kinder genetisch anfälliger sind für Leukämie,“ zählt der Kreisvorsitzende Stefan Flaig andere mögliche Ursachen für die statistische Häufung auf.

„Die mit Abstand wahrscheinlichste Ursache ist allerdings die Strahlung der Reaktoren, das wird keiner mehr ernsthaft leugnen können!“ Totschlagargumente wie „Panikmache“ zeugten von unsachlicher Polemik. Irgendwann müssten auch die Atomkraft-Befürworter die Fakten akzeptieren.

Das Hauptärgernis aus Sicht des BUND bei dieser Sachlage sei, dass „wir die AKW für unsere Stromversorgung überhaupt nicht brauchen, nicht einmal für einen besseren Klimaschutz“, ist der Energie-Experte überzeugt. Schnellstmöglich abschalten heißt deshalb die Forderung des BUND. Die Konzepte dafür liegen vor, dass dabei kein einziges Licht ausgeht. „Jetzt noch länger zu warten, ist unverantwortlich!“ betont der BUND abschließend.
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05.2007: Vogelleben um den Schochenturm in Besigheim

BUND Stromberg / Neckartal
Besigheim. Gut mit Ferngläsern ausgerüstet, betrachteten BUND-Mitglieder und interessierte Bürger das reiche Vogelleben um den Schochenturm herum und auch im Stadtviertel jenseits des Alten Friedhofs.
Das lebhafte Treiben von Rauch- und Mehlschwalben, Mauerseglern und Dohlen ist möglich, weil in dem alten Stauferturm in Zusammenarbeit mit dem Stadtbauamt verschiedene Möglichkeiten zum Nestbau und Brüten geschaffen worden sind. Jeder Vorübergehende kann vor allem am Abend die verschiedenen Vögeln beobachten und sich über ihre große Zahl freuen. Vielfach muss man denen Nesthilfen geben, weil sie durch Versiegelungen und gedankenloses Bauen kein natürliches Baumaterial (u.a.in Lehmpfützen), geeignete Nischen und raue Wände mehr finden. Oft werden auch bestehende Nester verbotenerweise beseitigt.
Die Mehlschwalben habe ihren Namen, weil bei ihnen Unterseite und Bürzel mehlweiß sind und einen deutlichen Kontrast zu ihrem übrigen blauschwarzen Kopf und Gefieder bilden. Im Flug schnappen sie Insekten, fressen aber auch Kaulquappen und Blutegel.
Die Rauschschwalben sind vor allem dafür bekannt, dass sie in Viehställen Insekten fangen und dort auch ihre Nester auf Mauervorsprüngen oder Balken bauen. Ihren Namen haben sie bekommen, weil sie früher durch Giebelöffnungen flogen, durch die auch der Rauch von Herdfeuern nach außen drang. Zwei bis drei Mal im Jahr legt das Weibchen vier bis fünf Eier, wobei nach dem Ausschlüpfen die Jungen ab der zweiten Brut den Eltern beim Füttern helfen.
Die sehr geselligen Dohlen ziehen in Paaren oder größeren Gruppen umher. Ihre Nahrung finden sie am Boden. Ihre klangvollen Laute sind z.T. angeboren, werden aber im Lauf des Lebens erlernt und es wurde erkannt, dass sie sogar Klingeltöne von Handys in ihr Repertoire aufnehmen.
Mauersegler kommen im Frühjahr als letzte aus Afrika zurück und können über 20 Jahre alt werden. Es sind Dauerflieger, denn außerhalb des Brütens sind sie ständig in der Luft, legen im Jahr 190000 km zurück, fressen beim Fliegen und verrichten auch ihr Liebesgeschäft in der Luft.
Gustav Bächler
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03.2007: BUND: Blumen in Rasen und Wiesen sollen blühen und versamen

BUND: Blumen in Rasen und Wiesen sollen blühen und versamen.
Eine Wiese spart Zeit und bietet Abwechslung und Vielfalt


Die Natur ist in Hochform.
Auf den Rasenflächen setzen Gänseblümchen, Ehrenpreis, Günsel oder das Wiesenschaumkraut bunte Tupfer. Wo es noch Wiesen gibt, schieben bereits Margeriten, Salbei, Pipau oder Knautie ihre Köpfe aus dem Boden. Aber man hört auch seit März allerorts die Rasenmäher brummen und knattern. Und gleich ist es vorbei mit der bunten Pracht. Nicht nur die betroffenen Wildpflanzen und Kräuter werden abrasiert, sondern auch zahlreiche Tierarten wie etwa Wildbienen und Schmetterlinge, die jetzt auf Nahrungssuche sind, stehen vor leeren Tischen. Denn sie brauchen dringend Futter für sich und Ihren Nachwuchs. Ohne blühende Rasenkräuter und Wiesenpflanzen finden sie keinen Pollen und keinen Nektar - das Futter, auf das sie und ihre Nachkommen angewiesen sind. Der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisverband Ludwigsburg hat jetzt in einer Mitteilung an die Besitzer von blütenreichen Wiesen und Blumenrasen appelliert, den Rasenmäher sparsam zum Einsatz zu bringen und die Blumen in Rasen und Wiesen ausblühen und sich versamen zu lassen.

Auch die Pflanzen selbst spielen in der Nahrungskette und als Nahrungsgrundlage vieler Tierarten eine bedeutende Rolle im Naturhaushalt, die oft nicht genügend bekannt ist.
So fliegt zum Beispiel der Aurorafalter, dessen Männchen auffällig orange-weiß gefärbt ist, im zeitigen Frühjahr das Wiesenschaumkraut mit seinen zartlila Blüten an
um dort seine Eier abzulegen. Diese Rasen- und ist eine Hauptfutterpflanze für die Raupen des Aurorafalters. Fällt sie aus, etwa weil sie schon im März abgemäht wurde, erleidet auch der Schmetterling Bestandseinbußen. „Das muss nicht sein;“ meint Conrad Fink, Artenschutzexperte beim BUND, „als Besitzer eines Garten- oder Wochenendgrundstücks oder einer Baumwiese können Sie der bedrohten Tierwelt konkret helfen, indem Sie blühende Wildkräuter im Rasen und auf den Wiesen erhalten“. So sollte der Mähzeitpunkt möglichst weit in das Frühjahr oder den Vorsommer hinein verschoben werden. Besonders größere, üppige und schön blühende Wildkrautbestände, etwa von Margeriten, können beim Mähen ausgespart bleiben. Die Pflanzen sollten ausblühen dürfen und Samen bilden können, damit ihr Fortbestand gesichert ist.
Auch der Vorsitzende des Kreisverbandes, Stefan Flaig appelliert an die Besitzer von Hausgärten und Obstwiesen: „Lassen Sie Wildblumen im Rasen, in der Wiese und an Wegrändern ausblühen! Die Auszeit für den Rasenmäher kann Wildbienen und Schmetterlinge retten“.
Wenn es um den Erhalt der natürlichen Lebensgemeinschaften und der genetischen Ressourcen geht, ist auch bei der Gartenpflege oft ein Umdenken angezeigt. So bringt das späte Mähen und das Belassen blühender heimischer Wildkräuter der bedrohten Natur weitaus mehr Vorteile als die Pflege monotoner Rasenflächen, die oft auf einem falsch verstandenen Ordnungsdenken beruht. Oft kann ein Rasen, wenn er nicht oft betreten wird, auch in eine Wiese umgewandelt werden. Da der Klimawandel auch die Vegetationszeit verlängert, sollten sich Gartenbesitzer überlegen, ob sie noch mehr Zeit in die aufwändige Pflege eines Zierrasens stecken wollen oder nicht doch zu einer zweischürigen Wiese wechseln.
So legen viele Stadtgärtnereien wieder Blumenwiesen an oder mähen seltener, was die Blumen im Rasen fördert und auch Schmetterlingen und Bienen nützt. Hobby- und Freizeitgärtnern wird empfohlen, es den Stadtgärtnern nachzumachen und blühende Wildkräuter in extensiv genutzten Rasenflächen, also dort, wo die Nutzung nicht so stark ist, zu fördern und zu erhalten. Eine Wiese sollte zweimal im Jahr, jeweils im Juni und im August, mit der Sense oder dem Balkenmäher gemäht und das Mähgut kompostiert werden. Die Mahd mit der Sense schont das Klima und hält körperlich fit. Der Verzicht auf Düngung fördert die Artenvielfalt.
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07.2005: 30 Jahre BUND KV-LB

2Viel erreicht – noch mehr zu tun!“ 30 Jahre BUND-Kreisverband

LUDWIGSBURG. Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wird 30. Bei einer Jubiläumsfeier vor kurzem im Landratsamt zog der über 4000 Mitglieder starke Umweltverband Bilanz: Die Ehrenamtlichen setzten sich vor allem für die Erhaltung der Kulturlandschaft, den Klimaschutz, die nachhaltige Mobilität und für weniger Flächenverbrauch ein. Diesen Zielen will sich der BUND auch in Zukunft widmen. Denn man habe zwar viel erreicht, aber noch mehr bleibe zu tun, so der Vorsitzende Stefan Flaig.

Flaig machte deutlich, dass der BUND sich nicht nur für ökologische Ziele einsetze. Die nachhaltigen Lösungsvorschläge des BUND seien gleichzeitig auch volkswirtschaftlich günstiger. Als Beispiel nannte er die vor 16 Jahren im Kreis geplante Müllverbrennungsanlage. Der BUND gehörte zu den ersten, die darauf hingewiesen hatten, dass man keine MVA brauche, um den Müll zu reduzieren. Der Verzicht auf diese Anlage habe den Gebührenzahlern letztlich einen dreistelligen Millionenbetrag erspart.

Ökonomie und Ökologie sind deshalb aus Sicht des BUND nicht nur immer vereinbar, sondern sie gehörten untrennbar zusammen. Denn eine Wirtschaftsweise, die den Ressourcenverbrauch nicht beachtet, könne langfristig nicht funktionieren. „Wir können nicht mehr lange vom Öl leben, aber beinahe ewig von der Sonne“, betonte Flaig in seiner Ansprache. Die BUND-Aktiven seien daher auch als Wirtschaftsfachleute anzusehen, die sich für dauerhafte Arbeitsplätze und geringe öffentliche Verschuldung einsetzen.

So würde jedes Neubaugebiet die Kommunen langfristig mehr Geld kosten, als es kurzfristig in die Kasse bringt. Die Überalterung in der Gesellschaft stelle nämlich nicht nur die Rentenkassen vor ein Problem, sondern bewirke auch, dass die kommunale Infrastruktur wie Kindergärten oder Abwasserkanäle nicht mehr ausgelastet sind und von immer weniger Nutzern bezahlt werden müssen. „Weniger Baugebiete auszuweisen bedeutet also, dass unsere Kulturlandschaft erhalten und zugleich die Kommunalfinanzen geschont werden“, erklärte der BUND-Vorsitzende.

In den nächsten 30 Jahren will sich der BUND weiterhin den „alten“ Themen widmen. Hier gebe es immer noch alle Hände voll zu tun: Die heimische Kulturlandschaft muss erhalten und gepflegt werden. Das geschehe beispielsweise in dem BUND-Projekt „Wiederverbreitung alter Obstsorten“, das von der Kreissparkassen-Stiftung und der Deutschen Umwelthilfe gefördert werde. Die notwendige Mobilität müsse mit möglichst wenig Unfällen Schadstoffen und Lärm stattfinden. Und nicht zuletzt müsse die Energieversorgung so verändert werden, dass sie sicher, autark, klimafreundlich und vor unseren Nachkommen verantwortbar ist.

Gerade der Klimaschutz sei dringender wie nie, denn in den nächsten Jahrzehnten entscheide sich, wie stark bzw. wie katastrophal die Klimaveränderung ausfalle. Flaig gab die Richtung vor: „Wir müssen dabei voll auf die erneuerbaren Energien und das Energiesparen setzen!“ Wer die Atomkraft für den Klimaschutz einsetzen wolle, sei ganz gewaltig auf dem Holzweg. Zum einen wisse nämlich immer noch niemand auf der Erde, wo man den gefährlichen Atommüll sicher über zigtausende Jahre deponieren kann. Und zum anderen reichten die globalen Uranvorräte auch nicht länger als das Öl. „Und was dann? Dann hat man jede Menge strahlenden Müll und steht genauso ohne dauerhafte und klimafreundliche Energieversorgung da“, beschrieb der Umwelt-Experte die Konsequenzen.

Die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft müssten wieder mehr in die weitere Zukunft schauen und langfristige Entscheidungen treffen. „Der Blick von Wahltermin zu Wahltermin reicht ebenso wenig wie das Starren auf die jährlichen Aktiengewinne“, ist Flaig überzeugt. Diese Haltung verursache seiner Meinung nach einen großen Teil der momentanen wirtschaftlichen Probleme. Der BUND-Kreisverband werde sich deshalb auch in Zukunft für Ökologie und Ökonomie stark machen. Nähere Informationen zum BUND im Internet unter www.bund.net/kv-ludwigsburg.



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Der BUND ist eine anerkannte Natur-, und Umweltschutzvereinigung nach UmwRG und NatSchG Baden-Württemberg.

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