BUND Regionalverband Stuttgart

Der BUND vor Ort in Ditzingen

Ökologische Landwirtschaft - Ein wichtiger Baustein für unsere Zukunft

Die Klimakatastrophe rückt näher, auch hier bei uns haben wir einen viel zu heißen, viel zu trockenen Sommer hinter uns. Das Gebot der Stunde heißt nach wie vor: runter mit den CO2-Emissionen. Und dazu müssen alle Sektoren unserer Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Einer der wichtigen Sektoren dabei ist die Landwirtschaft, unsere Nahrungsmittelproduktion,    8% der CO2-Emissionen stammen von dort - somit hat die Landwirtschaft einen substantiellen Anteil an den Treibhausgas-Emissionen in Deutschland, vergleichbar mit dem Beitrag der gesamten Industrieprozesse (Quelle: Umweltbundesamt).

Vieles können wir Verbraucher natürlich durch unser Konsumverhalten mit beeinflussen. Aber es stellt sich auch die Frage inwieweit die landwirtschaftlichen Anbaumethoden einen Beitrag leisten können. Konkret: kann der ökologische Landbau ein Baustein sein, um die Landwirtschaft zukunftsfähig zu machen?

Zu diesem Thema hatte der BUND OV Ditzingen am vergangenen Donnerstag den Bioland-Landwirt und Vorsitzenden des Verbandes Bioland Baden-Württemberg Marcus Arzt eingeladen.

Es war ein sehr interessanter und gut besuchter Vortrag, der die Ziele des ökologischen Landbaus deutlich machte und damit unterstrich, wie wichtig dieses Thema für unser aller Zukunft ist. Wertvolles Ackerland, so Markus Arzt, dürfe nicht für weitere Versiegelung durch Straßen und Neubaugebiete geopfert werden, wenn man die Transformation der Landwirtschaft hin zu einer umweltverträglicheren und damit zukunftsfähigen Erzeugung unserer Nahrungsmittel ernst nimmt. Auch das Thema „Ausgleichsflächen“ müsse neu gedacht werden: vereinzelt über große Distanzen verstreut haben sie keinerlei Nutzen für die Biodiversität und damit eben auch für eine naturnahe Landwirtschaft.
Barbara Klingler
 

Neues vom Flow-Projekt: FLOW-Projekt, die 2.

Libellenlarve als Beispiel für eines der Kleinstlebewesen. Foto: Barbara Klingler

Fließgewässer erforschen, gemeinsam Wissen schaffen und Gewässer schützen. So lauten die Ziele des FLOW-Projektes. Als sogenanntes Citizen-Science-Projekt lädt es alle Bürger*innen dazu ein, selbst Daten für die Wissenschaft zu sammeln. Auch der Ditzinger BUND-Ortsverband hat sich mit zwei Einsätzen am Beutenbach an diesem Projekt beteiligt.

Der Gegensatz hätte größer nicht sein können! Bei unserer ersten Erkundung Ende April war es so kühl und regnerisch, dass wir irgendwann in einer Garage Schutz suchten. Am zweiten Termin Mitte Juni war es hingegen die trotz des schattigen Standorts drückende Hitze, die uns früher als gedacht vertrieb.

Das bereits in den Tagen zuvor trockene und warme Wetter hatte auch im Bach seine Spuren hinterlassen: die Sauerstoffsättigung des Wassers war deutlich niedriger als im Frühjahr, zum Glück aber noch nicht bedenklich. Die sonstigen Werte bewegten sich jedoch im Rahmen der im April gemessenen. Erneut konnten wir keine Schadstoffe wie Nitrat oder gar Pestizide im Beutenbach messen.

Auch die Kleinstlebewesen im Wasser, das sogenannte Makrozoobenthos, waren weitgehend dieselben wie im Frühjahr. Libellenlarven, Köcherfliegenlarven, Bachflohkrebse… Lediglich Larven der Eintagsfliegen gingen uns diesmal keine ins Netz – sie waren bereits geschlüpft.

Die Ergebnisse der Beprobungen werden jetzt zusammen mit denen zahlreicher anderer Projektgruppen im Rahmen einer Doktorarbeit an der Universität Leipzig ausgewertet. Wir sind gespannt auf die Rückmeldung von dort!

Sabine Roth

Auf Entdeckungstour am Beutenbach

Sammeln von Bachbewohnern unter fachkundiger Anleitung von Frank Beutelspacher, dem Ditzinger Gewässerwart. Foto: Barbara Klingler

Im Rahmen des bundesweiten FLOW-Projekts (Näheres dazu unter www.bund.net) trafen sich einige Mitglieder der die Ditzinger BUND-Gruppe am vergangenen Samstag im Scheffzental, um Wasserqualität und Bewohner des Beutenbachs zu erforschen. Bei ungemütlichen 10 Grad Lufttemperatur und Regen machten wir uns an die Arbeit: Bachlauf und Sohlenstruktur mussten ebenso bestimmt und dokumentiert werden wie PH-Wert und die weitere physikalische und chemische Zusammensetzung des Wassers. Eine andere Aufgabe – und dies war für uns alle wohl der spannendste Teil – bestand in der Entnahme von Proben mit den Kleinstlebewesen des Gewässers. Mithilfe eines Keschers wurden verschiedene Bachabschnitte „abgefischt“ und der Fang in einen Eimer mit Wasser gegeben, damit er keinen Schaden nahm. Dabei ging uns sogar ein Stichling ins Netz, der allerdings nach kurzer Zeit ins Wasser zurückdurfte.

Spannung bei der Auswertung. Foto: Barbara Klingler

Danach mussten wir der Witterung Tribut zollen. Einigermaßen durchgefroren zogen wir uns für die Analyse der Proben in die Klinglersche Garage zurück, um die Artenbestimmung bei heißem Kaffee und Tee fortzusetzen.

Überrascht vom unerwarteten Gewusel, und zu Beginn noch ein wenig hilflos (Was könnte das sein?... Keine Ahnung...), dann aber mit wachsender Faszination, bestimmten und zählten wir, in kleine Portionen aufgeteilt, was sich so alles in unserem Eimer befand. Und waren schon bald in der Lage, die zahlreichen Bachflohkrebse von den Larven der Eintagsfliege zu unterscheiden, während uns die Bestimmung der Köcherfliegen sehr rasch gelang: wie Einsiedlerkrebse tragen sie ihren Unterschlupf nämlich mit sich, haben ihn im Gegensatz zu den Krebsen aber selbst gebaut.

Noch größer war unsere Begeisterung, wenn wir eine neue und seltenere Art in den Proben fanden.

Nach erfolgreicher Bestimmung und Zählung (soweit im Gewusel möglich) brachten wir die winzigen Tierchen in ihr angestammtes Element zurück.

Ganz herzlich möchten wir uns bei Frank Beutelspacher, dem Ditzinger Gewässerwart bedanken, der uns mit seiner langjährigen Erfahrung hilfreich zur Seite stand. Ohne seine tolle Unterstützung wäre unsere Aktion nicht so erfolgreich verlaufen – und sie hätte uns mit Sicherheit weniger Spaß gemacht!!

Am Ende ein wichtiger Hinweis für alle potenziellen Nachahmer: die Entnahme solcher Proben ist genehmigungspflichtig. Aus diesem Grund hatten wir unsere Aktion vorher angemeldet.

Sabine Roth

Aktive des BUND setzen den ersten Spatenstich für die Biotopvernetzung zwischen Baden-Württembergischen Naturparks

Foto: S. Klingler

Mit Spaten und Schaufel bewaffnet trafen sich viele BUND-Aktive aus dem ganzen Kreis Ludwigsburg - darunter auch Mitglieder unserer Ditzinger Ortsgruppe - in Freudental, um durch die Bepflanzung eines 150 m langen Streifens mit heimischen Büschen und Sträuchern einen „Trittstein“ des grünen Wildkatzen-Korridors vom Nationalpark Nordschwarzwald über den Naturpark Stromberg-Heuchelberg bis hin zum Schwäbisch-Fränkischen Wald zu setzen.
Durch die wildgerechte Bepflanzung werden bestehende isolierte Waldflächen miteinander verbunden und durch den entstehenden Biotopverbund wird die genetische Verarmung der immer noch gefährdeten Wildtiere verhindert.
Wildkatzen sind keine verwilderten Hauskatzen. Sie sind Waldbewohner und lassen sich nicht zähmen. Es ist nicht lange her, da lebten sie fast überall in Europa. Bis vor 100 Jahren wurden sie allerdings gnadenlos verfolgt und vielerorts ausgerottet. Heute zerschneiden ausgeräumte Agrarflächen, Straßen und wachsende Siedlungs- und Gewerbegebiete die Lebensräume der Wildkatzen.
Dank des strengen Schutzes kann sich die Population inzwischen langsam erholen.
Von immer mehr Gemeinden des Landkreises (wie z.B. Freudental und Bietigheim), Landwirten, Jägern und Forstleuten und nicht zuletzt durch das Landratsamt Ludwigsburg mit dem Schirmherrn Landrat Allgaier wird das Projekt Wildkatzenkorridor im Landkreis Ludwigsburg unterstützt.
Gefördert wird das Projekt durch die Stiftung Naturschutzfonds und aus zweckgebundenen Erträgen der Glückspirale.

Siegfried Klingler

 

 

Klimademos in Stuttgart und Ludwigsburg

Foto: BUND-OV-Ditzingen

Am Freitag, den  24. September 2021 haben in mehr als 92 Ländern Menschen zusammen mit der Fridays for Future-Bewegung für eine konsequentere Klimapolitik demonstriert. In Deutschland allein in 470 Städten, darunter auch in Stuttgart und Ludwigsburg. Der BUND und die BUNDjugend waren Mitaufrufende. Deshalb waren natürlich bei beiden Veranstaltungen auch Ditzinger BUNDler dabei.
„Wir stehen jetzt vor der Generationenaufgabe, die Erderhitzung zu bremsen. Auf den Schultern der nächsten Bundesregierung liegt deshalb eine große Verantwortung“, so Olaf Bandt, der Vorsitzende des BUND Deutschland.  

Siegfried Klingler

Ehrenamtliche Landschaftspflege

Foto: Joachim Lösing

Wie jedes Jahr trafen sich auch diesmal wieder Aktive des BUND-Kreisverbands (darunter natürlich auch Ditzinger BUNDler) zur Pflege eines ehemaligen Weinbergs am Geigersberg in Ochsenbach. Der BUND entfernt dort den Aufwuchs einmal im Jahr, um die Magerrasenfläche für seltene Pflanzen und Tiere offen zu halten. In diesem Jahr mussten die BUND-Aktiven sogar zweimal ran, weil es aufgrund der feuchten Witterung mehr als doppelt so viel Mähgut gab wie in den beiden trockenen Vorjahren.
August 2021
Siegfried Klingler

 

Zeit für Schmetterlinge

In der großen Welt der Insekten sind Schmetterlinge wohl die beliebtesten Vertreter. Ihre Flugzeit hat nun begonnen, so dass sich das bunte Treiben der Tagfalter gut beobachten lässt.
Mit offenen Augen durch den Tag gehen und Schmetterlinge beobachten macht Spaß und bringt uns der Natur näher. Aber natürlich möchte man auch wissen, welcher Schmetterling gerade an einem vorbeigeflogen ist.
Wann die Arten fliegen? Das entnehmen Sie dem BUND-Schmetterlingskalender.
Bei der Bestimmung hilft das Faltblatt "Schmetterlinge beobachten".
In dieser Bestimmungshilfe finden Sie 25 häufige, weit verbreitete und leicht erkennbare Schmetterlinge.

Viel Spaß beim Beobachten.

 

Wir haben aufgeräumt!

Der Hänger war leider in kurzer Zeit voll. Foto: Thomas Heinrich

Das Wetter hatte ein Einsehen!
Als wir uns am Samstag, den 20.03.2021 bei der Lehmgrube trafen, war vom Schneeregen der vergangenen Tage nichts mehr zu sehen. Stattdessen strahlte die Sonne, und ließ die im mer noch kühlen Temperaturen fast vergessen.

Die Müllmenge rings um die Lehmgrube war recht überschaubar, weshalb eine dreiköpfige Helferfamilie für diesen Bereich genügte. Wir anderen machten uns auf den Weg zur Zechlesmühle und weiter in Richtung des evangelischen Jugendheims, wo unsere Müllspionin größere Mengen ausgemacht hatte.
Ihr Tipp erwies sich als Volltreffer…
Gleich nach der Abzweigung zum Jugendheim wurden wir im Gebüsch am rechten Straßenrand fündig: ein Satz Autoreifen und ein alter Fernseher waren die negativen „Highlights“, hinzu kamen unter vielem anderen Abfall  Unmengen von Flaschen. Ganz offensichtlich wurde diese Stelle bei schönem Wetter gerne als Treffpunkt genutzt. Die vollen Flaschen zum Treffpunkt bringen?... Für Feiernde jeglichen Alters kein Problem. Die leeren ordnungsgemäß zu entsorgen, hingegen schon. Dasselbe gilt für Behälter, in denen Essen transportiert wurde, und für all die anderen Dinge, die man nicht mehr benötigt.
Und wo bereits Müll liegt, sinkt die Hemmschwelle ohnehin, auch den eigenen dort zu lassen.Deshalb genügte allein diese Stelle, um unseren Hänger bis zum Rand zu füllen(!) und wir unsere Müllsammelaktion nach knapp zwei Stunden beenden mussten. Wir hoffen, dass zumindest dieser Ort jetzt für längere Zeit müllfrei bleibt.

An dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank an die beiden Familien, die sich zum Helfen gemeldet hatten!
Und ein Appell an alle, keinen Müll zu hinterlassen, wo er nichts zu suchen hat.
Die Natur und Ihre Mitmenschen werden es Ihnen danken!!
Sabine Roth

Für ein modernes und nachhaltiges Baden-Württemberg

Für mehr Biodiversität und Klimaschutz

Unser Land steht vor enormen Herausforderungen. Auch als Konsequenz aus der Corona-Krise, die unsere Gesellschaft in allen Bereichen momentan noch extrem belastet, ist eine Umorientierung in Richtung sozial-ökologischer Umbau nötig. Die finanziellen Mittel, die zur Verfügung stehen, müssen deshalb zu einer grundsätzlichen Neuorientierung genutzt werden, um Wirtschaft und Gesellschaft zukunftsfähig zu gestalten. Für die neue Wahlperiode braucht es politischen Mut, Führungswillen und vor allem handfeste Maßnahmen. Die beiden großen Naturschutzverbände NABU und BUND in Baden-Württemberg sehen sich dabei als Schrittmacher und gestalterische Begleiter und haben ihre gemeinsamen Forderungen und Anregungen zur Landtagswahl am 14. März zusammengestellt.

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Das Leben vor den Stadtwerken in Ditzingen ist zurückgekehrt

Vorher! Foto: Sabine Roth

Aufmerksame Spaziergänger haben es längst bemerkt: die Steine sind weg!

Innerhalb weniger Tage haben sich die als Schotter“garten“ angelegten Flächen vor dem Kundenzentrum der Stadtwerke in vielfältig bepflanzte Beete verwandelt.

Wer grünen Strom liefert, sollte sich auch in anderen Bereichen „grün“ präsentieren. Diese Erkenntnis hatte sich bei den Stadtwerken bereits durchgesetzt, als die Vertreterin der BUND-Gruppe Ditzingen mit dem Vorschlag auf den Geschäftsführer Frank Feil zuging, die Schotterflächen zu „renaturieren“. Das Projekt stand dort schon in den Startlöchern, sodass es anstelle von Überzeugungsarbeit nur noch unserer Begleitung bedurfte.

Es hat Spaß gemacht, gemeinsam mit dem Erdbauer und der Gartenfachfrau die biologisch toten und ökologisch wertlosen Flächen umzugestalten, deren Nachteile hinlänglich bekannt sind: Schottergärten bieten Insekten keine Nahrung, der Boden ist durch eine undurchlässige Folie quasi versiegelt, zudem heizen sich die Steine in der Sonne auf, und sorgen damit in ohnehin heißer werdenden Sommern für noch höhere Temperaturen.

Nachdem unsere Landesregierung die Neuanlage solcher Schotterflächen aus diesen Gründen inzwischen verboten hat, hoffen wir, dass sich auch mancher Besitzer bestehender Flächen vom guten Beispiel der Stadtwerke inspirieren lässt. Die Natur – und auch die Freunde bunter und lebendiger Gärten – wären ihnen mit Sicherheit dankbar!

Weitere Informationen zur Umgestaltung können Sie gerne bei uns erfragen.

Für die BUND-Gruppe Ditzingen
Sabine Roth und Cornelia Schubart

 

 

Nachher. Foto: Sabine Roth

Nachruf


Der Ortsverband Ditzingen des Bundes für Umwelt und Naturschutz trauert um seine langjährige ehemalige Vorsitzende Magda Debré, die am 24.09.2020 verstorben ist.
Magda Debré gründete zusammen mit einigen Ditzinger Mitgliedern im Jahre 1985 den BUND Ortsverband und sorgte auf diese Weise mit dafür, dass die Anliegen des BUND im Bereich Umwelt- und Naturschutz früh auch in Ditzingen öffentlich wahrgenommen wurden. In ihrer über 30-jährigen Tätigkeit als Vorsitzende hat sie mit großem ehrenamtlichem Engagement zahlreiche Ausstellungen, Informationsveranstaltungen, Geschenkbörsen, Aktionen für nachhaltige Mobilität und viele weitere Aktivitäten initiiert und durchgeführt. Darüber hinaus unterstützte sie BUND-Kindergruppen mit sehr viel Freude und setzte sich - wo immer möglich -  bei den kommunalen Entscheidungsträgern entschieden für umweltverträgliche Lösungen ein.
Durch ihre hohe Kompetenz und ihre Fähigkeit über den Tellerrand Ditzingens zu blicken, war sie auch eine sehr wertvolle Vertreterin des BUND Ditzingen im Kreisverband Ludwigsburg und im Regionalvorstand Stuttgart, wo ihre Arbeit auch heute noch sehr geschätzt wird.
Der BUND Ditzingen hat Magda Debré sehr viel zu verdanken. Wir werden ihr ein ehrendes Gedenken bewahren.

Für den BUND-Ortsverband Ditzingen
Siegfried Klingler
 

Klimawandel - War da was?

BUNDler bei der Klimademo in Stuttgart Foto: Barbara Klingler

Im Rahmen des globalen Klimastreiks der Fridays for Future-Bewegung am 25. September 2020 fanden weltweit mehr als 2500 Aktionen statt, in Deutschland allein 450.
Die unmittelbar präsente Gefahr der Pandemie drängt zwar derzeit alles andere in den Hintergrund. Davon jedoch völlig unbeeindruckt schreitet die noch viel umfassendere Bedrohung der Erderwärmung ohne Pause weiter fort. Deshalb reihten sich auch Ditzinger teils in Stuttgart zusammen mit mehreren Tausend Menschen, teils auch in Ludwigsburg und Ansbach, in die Demozüge ein – in Anbetracht der derzeitigen Situation mit Mundschutz und angemessenem Abstand – und forderten einen Wandel hin zu einer ökologischen und nachhaltigen Wirtschaft, die auch kommenden Generationen eine Chance für ein gesundes Leben gibt.

Nicole und Philipp Amecke.    

Mitgliederversammung 2020

Foto: Barbara Klingler

In der Mitgliederversammlung am Dienstag, den 15.09.20 wurde eine neue Satzung für den Ortsverband Ditzingen verabschiedet und gleichzeitig  unter der Sitzungsleitung des Kreisvorsitzenden und stellvertretenden Landesvorsitzenden Stefan Flaig (hintere Reihe links) der gesamte Vorstand neu gewählt:
Hintere Reihe: Siegfried Klingler; Nicole und Philipp Amecke
Vordere Reihe: Sabine Roth und Manfred Härterich

Wir freuen uns darauf, die gemeinsame Arbeit des letzten Jahres zusammen mit vielen aktiven Mitgliedern weiterzuführen.

 

Große Resonanz beim diesjährigen Wettbewerb STADTRADELN

Es ist sehr erfreulich, dass sich in Ditzingen 15 Teams mit insgesamt 152 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am internationalen Wettbewerb STADTRADELN beteiligt und gemeinsam Fahrradkilometer für Ditzingen gesammelt haben. Darunter auch ein starkes 17-köpfiges BUND-Team.
Das hat nicht nur Spaß gemacht, sondern dient natürlich vor allem auch dazu, weitere Bürgerinnen und Bürger für das Thema Radfahren im Alltag zu sensibilisieren und die Themen Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung stärker in die kommunalen Gremien einzubringen.
Verbesserungsvorschläge, was die Radwegführung und die Verkehrssicherheit beim Radfahren in Ditzingen betrifft, werden von uns gerne aufgenommen und weiterverfolgt.
Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ganz herzlichen Dank fürs Mitradeln.

 

Sehr gut besuchter Vortrag zum Thema „Wildbienen“ im Bürgersaal Ditzingen

Frau Holmgeirsson bei ihrem Vortrag. Foto: Barbara Klingler

 

Das Insektensterben ist ein Dauerthema, das Bienensterben insbesondere. Was hat es damit auf sich? Gibt es Zusammenhänge mit anderen Problemfeldern? Welche Faktoren können wir beeinflussen?

Frau Holmgeirsson, ausgewiesene Expertin in Sachen Wildbienen und Insekten, selbst passionierte Imkerin und u. a. Sprecherin im NABU Bundesfachausschuss Ökotoxikologie und Umweltchemie, war am Mittwoch, 29.01. auf Einladung der BUND-Ortsgruppe Ditzingen und der NABU-Ortsgruppe Ditzingen im Bürgersaal, um zum Thema „Wildbienen und Insekten in unseren Gärten und Gemeinden“  zu informieren.

Macht man sich klar, dass die Insekten knapp 70 % der gesamten Tierwelt ausmachen und allein ihre Bestäubungsleistung für 80 % aller Kulturpflanzen und sogar 90 % aller Wildpflanzen essentiell ist, so wird deutlich wie wichtig und auch brisant dieses Thema ist. Insbesondere auch wenn man eine weitere Zahl berücksichtigt, dass nämlich mittlerweile rund 50 % aller Wildbienenarten in Deutschland auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere stehen. Und: Insekten stehen am Anfang der Nahrungskette. Das bedeutet, dass ihr Verschwinden unweigerlich das Verschwinden vieler anderer Arten nach sich zieht.

Frau Holmgeirsson gab zunächst einen Einblick in die Vielfalt vor allem der Wildbienen, d. h. konkret in die Vielfalt ihrer Lebensweisen und damit der Bedürfnisse der einzelnen Spezies an ihren Lebensraum. Und damit gab sie ebenfalls einen Einblick in die vielfältigen Bedrohungen, denen diese Tiere ausgesetzt sind, wenn der Mensch in die natürlichen Kreisläufe eingreift oder aber ganze Lebensräume zerstört, wie es beispielsweise bei den in Mode gekommenen Steingärten massiv der Fall ist. Aber auch die Pflanzenauswahl in unseren Gärten, die Gartenpflege, die oft mit Ordnung und Sauberkeit gleichgesetzt wird, oder aber der zuweilen unbedachte Griff zu Pflanzen„schutz“mitteln gefährden das ökologische Gleichgewicht im Mikrokosmos Garten und bilden damit einen weiteren Mosaikstein in der zunehmenden ökologischen Verarmung unserer Umwelt. Wenn von den in Deutschland verkauften Insektiziden allein 23 % an nichtberufliche Anwender, also für die Anwendung im privaten Garten, verkauft werden, dann wird deutlich, dass  Aufklärung und ein Umdenken in diesem Bereich nötig ist.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Und zu unserer Freude entstand am Ende eine lebhafte und konstruktive Diskussion, bei der sich auch  Ditzinger Landwirte kenntnisreich einschalteten, auch wenn das Thema Landwirtschaft und Insektensterben unter anderen Aspekten betrachtet werden muss, da hierbei eben auch ökonomische Aspekte und viel deutlicher noch die Frage der politischen Rahmenbedingungen eine Rolle spielen.

Für die BUND-Ortsgruppe
Barbara Klingler

 

Nachhaltigkeitsmarkt in Ditzingen

01. 06.2019

Eifrig wurden Insektenhotels gebaut. Foto: Barbara Klingler

Der BUND Ditzingen und der NABU Ditzingen waren mit einem gemeinsamen Stand am Nachhaltigkeitsmarkt vertreten - eine willkommene Gelegenheit, mit vielen Besuchern ins Gespräch zu kommen. Einen Schwerpunkt hatten wir auf das Problem des Insektensterbens gelegt und in den Gesprächen mit den Besuchern unseres Standes wurde deutlich, dass dieses Problem viele Menschen bewegt und besorgt macht.
In 27 Jahren hat die Biomasse der Insekten um 76 Prozent abgenommen – und das sogar in Naturschutzgebieten. Verursacht wird das Insektensterben vor allem durch das Verschwinden von Rainen, Blühwiesen, Streuobstwiesen und Hecken sowie durch Überdüngung und den hohen Einsatz von Pestiziden. Der Rückgang betrifft nicht nur Schmetterlinge und Bienen, sondern fliegende Insekten insgesamt und er ist gravierender als befürchtet. Dabei sind zwei Drittel der Nahrungspflanzen und viele Vogelarten auf Bestäuber und Insekten angewiesen. Ohne ihre Leistung sinken Qualität und Ertrag besonders bei Obst und Gemüse.
Daher unterstützen der BUND und der NABU das Volksbegehren „Artenschutz- Rettet die Bienen“ das derzeit vom Freien Institut für ökologische Bienenhaltung auf den Weg gebracht wird.
Dass man auch im privaten Bereich mit einfachen aber effektiven Maßnahmen durch den Bau von Nisthilfen einen Beitrag gegen das Insektensterben leisten kann, zeigten wir am Nachhaltigkeitsmarkt: Am Bohrtisch des BUND und des NABU herrschte großer Andrang und um 12:00 Uhr  hatten fast alle unsere Buchenscheite als fertige Insektenhotels den Markt verlassen. Wer nicht dabei sein konnte, dem empfehlen wir die Internetseite www.bund.net/wildbienen.

Foto: Barbara Klingler

Ihr Ansprechpartner

Siegfried Klingler

OV-Ditzingen@BUND.net
Rechbergstraße 12 71254 Ditzingen

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