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BUND Regionalverband Stuttgart

BUND Stuttgart fordert eine dauerhafte Sperrung des Vicinalwegs nach dem 15. Mai 2017 für den Kfz-Verkehr

01. März 2017 | Artenschutz (BW), Flächenschutz (BW), Lebensräume, Naturschutz, Umweltpolitik (BW), Verkehr (BW)

An die Stadt Stuttgart

Amt für Umweltschutz

Amt für Öffentliche Ordnung

 

Sehr geehrter Damen und Herren,

der BUND Kreis- und Regionalverband Stuttgart fordert, dass der Vicinalweg zwischen Grefstraße und Marconistraße auf Stuttgarter Gemarkung dauerhaft nach dem 15. Mai 2017 für den Kfz-Verkehr gesperrt wird.

Der Vicinalweg wurde von 6. Feb. bis 15. Mai 2017 vorübergehende gesperrt. Die Sperrung wurde vor allem naturschutzfachlich begründet – streng geschützte Amphibienarten wie der Springfrosch wurden vor der Sperrung Opfer des Straßenverkehrs. Bei einer Wiederöffnung der Straße ab 15.Mai ist jedoch diese bedrohte Art weiterhin gefährdet. Zwar weniger die erwachsenen (adulten) Tiere, deren Laichwanderungen vor allem im Frühjahr stattfinden, sondern vor allem die frisch metamorphosierter Jungfrösche, die im Sommer meist in großer Zahl die Laichgewässer verlassen und in die umliegenden Wald- und Wiesenlebensräume ziehen. Im Volksmund spricht man vom sog. „Froschregen“. Viele dieser Jungfrösche müssen dabei den Vicinalweg überqueren. Im Gegensatz zum Zugverhalten der Alttiere, die überwiegend in der Dämmerung stattfinden, ziehen die jungen Amphibien den ganzen Tag über – also zu den Zeiten, an denen der Vicinalweg für den Kfz-Verkehr wieder freigegeben werden soll.

Beobachtungen zeigen, dass seit der Sperrung des Vicinalweges es zu keinen nennenswerten Störungen des Verkehrsablaufes im Bereich des angrenzenden Gewerbegebietes (Porsche) gekommen ist. Der Verkehrsabfluss über die Otto-Dürr- bzw. Lorenzstraße in die Schwieberdinger Straße verläuft reibungslos. Zum Beispiel ist die Grünphase an der Kreuzung Lorenz-/Schwieberdinger Straße so lang, dass nachmittags fast ausnahmslos alle Autos auf einen Rutsch durchkommen, um nach rechts Richtung Zuffenhausen/Stadtmitte Stuttgart oder links Richtung B10 und Autobahn abzubiegen.

Die Ansage der Stadtverwaltung erst dann eine dauerhafte Sperrung des Vicinalweges anzuordnen, wenn gewisse verkehrstechnische Maßnahmen umgesetzt sind (angeblich ca. Ende des Jahres 2017) ist somit obsolet.

Bei dem jüngst erstellten naturschutzfachlichen Gutachten des Umweltamtes wurde nur das Winterhalbjahr bzw. der Zug der erwachsenen Amphibien untersucht. Tierwanderungen während der Sommermonate wurden nicht näher untersucht.

Aufgrund der Biologie der Amphibien insbes. des bedrohten Springfrosches ist aber ein starkes Zugverhalten von Jungtieren anzunehmen. Somit ergibt sich ein neuer Sachverhalt, der eine nahtlose Fortsetzung der Straßensperrung begründet.

Mit freundlichen Grüßen


Gerhard Pfeifer (BUND Regionalgeschäftsführer) 

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