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BUND Regionalverband Stuttgart

Stuttgart braucht nicht mehr Großveranstaltungen

28. August 2018 | Nachhaltigkeit, Suffizienz

Stuttgart, 28.08.2018

In der Landeshauptstadt wird in letzter Zeit der Ruf lauter nach noch mehr Großveranstaltungen, um noch mehr Menschen in die Stadt zu locken, die dort ihr Geld ausgeben sollten.

Der BUND ist der Meinung:

Stuttgart braucht nicht mehr Großveranstaltungen

Jetzt schon wird die die Stuttgarter Innenstadt bzw. der Wasen fast rund ums Jahr mit Großveranstaltungen belegt … Frühlingsfest, Jazz open, Sommerfest, Weinfest, Wasen, Weihnachtsmarkt…

Insbesondere Verkehrsteilnehmer, die regelmäßig mit Busse und Bahnen unterwegs sind, sind immer heilfroh wenn die o.g. Events vorüber sind. Die Kapazitäten im ÖPNV reichen zu bestimmten Zeiten jetzt schon nicht aus – zum Teil auch am Wochenende nicht. Die Situation wird sich durch die Dieselfahrverbote ab 1.1.2019 noch verschärfen. Weitere ÖV-Kapazitäten sind durch die immer dringend werdende Verkehrs- bzw. Klimawende (Hitzesommer, etc.) notwendig.

Es rächt sich auch, dass in Stuttgart die letzten Jahre viel zu viele Hotels über den Bedarf gebaut wurden. Die Investoren rufen nun nach noch mehr Events damit sie ihre Hotelbetten besser belegen können bzw. noch eine halbwegs gute Rendite erzielen können. Wären auf diesen Flächen Wohnungen gebaut worden, wäre dies sinnvoller gewesen und hätte die angespannte Wohnungsnot teilweise entspannt. Mehr Großveranstaltungen bedeutet auch mehr Nachfrage von z.B. Airbnb-Angeboten. Es droht noch mehr Zweckentfremdung von Wohnraum.

Die Innenstadt mutiert immer mehr zu Bühne für Feiern und Feste. Allein schon wegen der Lärmbelastung wird das Wohnen dort unattraktiver. Stadtzentren ohne Anwohner mutieren zu Kulissen und Partymeilen und sind nicht mehr authentisch und damit langfristig für Touristen dann auch wieder unattraktiv.

Ein weiterer Aspekt ist, dass durch die vielen Bühnenauf- und abbauten die Grünanlagen und Bäume vor dem Neuen Schloss, Im Schlossgarten und auf dem Karlsplatz stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Auf dem Karlsplatz musste vor ca. zwei Jahren eine große Kastanie gefällt werden, nachdem ein Lastwagen sie stark beschädigt hatte. Der Truck gehörte zu einem street-food Markt. Auch bei den diesjährigen jazz-open haben die Kranwagen beim Bühnenaufbau den Kastanien vor dem Kunstgebäude stark zugesetzt.

Wie bei vielen Umweltbelangen gilt auch hier der Spruch, dass ein unendliches Wachstum in einem endlichen Raum nicht möglich ist. Und Stuttgarts Grenzen sind schon allein von der Topographie wahrlich deutlich vorgegeben und sollten deshalb auch von den Rufern nach mehr Großveranstaltungen respektiert werden. 

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