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BUND Regionalverband Stuttgart

Umweltverbände kritisieren die Wachstumsstrategie des Stuttgarter Flughafens

14. Januar 2019 | Klimaschutz (BW), Klimawandel

Das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart KUS und die unterstützenden Umwelt- und Entwicklungsverbände veranstalten am Samstag, 19. Januar 2019 von 10 Uhr bis 14 Uhr bereits den siebten „Aktionstag klimabewusstes Reisen“. Auf der Messepiazza spielen Klima-Aktivist*innen Aktionstheater, informieren an einem Stand über klimabewusstes Reisen und verteilen Flugblätter. Sie möchten die Messebesucher für eine klimabewusste Reiseplanung motivieren.


KUS-Koordinator Dieter Bareis:  „Weltweit steigen die Treibhausgasemissionen immer weiter an, und Deutschland hat im Verkehrsbereich in den letzten 30 Jahren keine einzige Tonne CO2 eingespart! Manche verdrängen diese unbequemen Wahrheiten und glauben lieber bequemen Unwahrheiten – um weiter mit gutem Gewissen z. B. fliegen zu können. So schreitet der Klimawandel immer weiter voran.“ Im letzten Jahr war die Trockenheit in Deutschland extrem. Außerhalb Deutschlands sind die Folgen des Klimawandels oft noch deutlich schmerzhafter. Besonders dramatisch: Die tropischen Korallenriffe sind aufgrund des Klimawandels bereits an vielen Orten am Absterben. Viele Millionen Menschen leben von dem Fischreichtum der Korallenriffe oder sind auf diesen natürlichen Küstenschutz angewiesen. Einen Temperaturanstieg um zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau werden die tropischen Korallenriffe nach Einschätzung von Wissenschaftlern wahrscheinlich nicht überstehen. 


Noch immer wird der Beitrag des Fliegens zum Klimawandel häufig unterschätzt. Dieter Bareis: „Ein Flug nach Australien verursacht pro Passagier so viel Erderwärmung wie ein durchschnittlicher Deutscher sonst in knapp einem Jahr oder wie ein Äthiopier in seinem ganzen Leben - das entspricht über neun Tonnen CO2. Auch ein Flug nach Antalya führt schon zu einer Erwärmung, die einer Tonne CO2 entspricht – pro Passagier. Fliegen ist die klimaschädlichste Art der Fortbewegung!“ Die Aussage auf einem Banner zum Aktionstag bringt es somit auf den Punkt: „Fliegen zerstört Naturparadiese“. Aber auch Kreuzfahrten führen zu hohen Treibhausgasemissionen. Um die Erderwärmung gemäß den Pariser Klimabeschlüssen auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, dürfen pro Mensch für alle Zeiten nach Berechnungen von Klimawissenschaftlern insgesamt weniger als hundert Tonnen CO2 ausgestoßen werden. Womöglich ist das CO2-Budget hierfür sogar schon vollständig aufgebraucht. Die Zeit zum Handeln ist also äußerst knapp. 


Klimafreundliche Reisealternativen sind Bahn-, Bus-, Rad- und Wanderreisen. Diese verursachen nur sehr geringe Treibhausgasemissionen. Dieter Bareis: „Wir müssen uns entscheiden, ob wir unseren Lebensstil ändern – oder ob wir das Klima ändern und die Erde zu einem immer unwirtlicheren Ort machen. Ein ‚weiter so‘ erscheint ausgeschlossen!“


Auch die Politik haben die Veranstalter des Aktionstags fest im Blick. Einige Umweltverbände fordern in einem Schreiben an Verkehrsminister Hermann und an Oberbürgermeister Kuhn, den beiden Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Flughafen Stuttgart GmbH, eine Schubumkehr bei den Passagierzahlen. Die Zahl der Passagiere am Stuttgarter Flughafen ist zu begrenzen und abzusenken, zusätzliche Start- und Landerechte dürfen nicht mehr erteilt werden. Ein Ausbau des Flughafens wäre mit den Zielen des Klimaschutzes schon gar nicht zu vereinbaren. Dieter Bareis: „Die von der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH verfolgte Strategie eines Wachstumsflughafens mit immer mehr Passagieren und immer mehr zerstörerischen Treibhausgasemissionen lehnen wir vehement ab.“


Für ein Pressegespräch steht Ihnen Dieter Bareis gerne, auch am Samstag vor Ort, zur Verfügung.

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