BUND Regionalverband Stuttgart

Demo für Radschnellweg auf Wildparkstraße am Samstag

20. Juli 2022

BUND: Einmalige Chance für Solardach-Radweg

Am kommenden Samstag, 23. Juli findet auf der Wildparkstraße zwischen Stuttgart-Vaihingen und Schloss Solitude eine Fahrraddemo statt. Start ist um 14 Uhr an der Straße Kelterberg in Vaihingen-Mitte. Unter Federführung des ADFC rufen verschiedene Radfahr- und Umweltverbände – darunter der BUND – zum Mitradeln auf. Sie wollen damit der raschen Umsetzung eines Radschnellweges Nachdruck verleihen, der mit Abstand die kürzeste – ca. 13 km - und schnellste Radverbindung zwischen Stuttgart-Mitte und Leonberg darstellt. Leonberg hat rund 48.000 Einwohner und ist nach Sindelfingen und Böblingen die drittgrößte Stadt im Landkreis Böblingen.

Die heutige Wildparkstraße ist als Landstraße (L 1180) mit seinen 4 Fahrspuren und einem breiten Mittelstreifen ein Asphalt-Monster mit autobahnähnlichen Dimensionen. Das für den Naturschutz (Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet) und die Naherholung (Erholungswald) enorm bedeutsame Gebiet Rot- und Schwarzwildpark wird durch die breite Straßenschneise brutal zerschnitten und verlärmt. „Die Straße ist ein Relikt aus den Zeiten des vergangenen Jahrhunderts, als nicht nur Städte, sondern auch wertvolle Naturlandschaften sich dem Diktat des Autoverkehrs gnadenlos unterordnen musste“, so Gerhard Pfeifer, BUND Regionalgeschäftsführer.

Der Umbau von zwei Kfz-Fahrpuren in einen Radschnellweg wäre ein „Zeiten-Wendepunkt“ und damit auch deutliches Zeichen, dass die Landeshauptstadt die angestrebte Klimaneutralität 2035 tatsächlich auch im Sektor Verkehr konkret und ernsthaft umsetzen möchte. Zusätzlich hilft die Maßnahme die Zerschneidungswirkung ein Stück weit zu minimieren.

Um noch weitere Pluspunkte bezüglich Klimaschutz zu sammeln, schlägt der BUND vor, den Wildpark-Radschnellweg mit Solarmodulen zu überdachen. Aufgrund der geraden Strecke und der wenigen Ein- und Ausfahrten drängt sich diese Variante auf. Auf einer Gesamtmodulfläche von ca. 50.000 Quadratmeter könnten rund 5 Millionen kWh Strom erzeugt werden, was dem Jahresstrombedarf von ca. 1.500 Haushalten entspricht. Die Radfahrenden hätte dabei den Vorteil vor Regen, Sonne und Wind geschützt zu sein. Weltweit gibt es nach Kenntnis des BUND erst eine solche Anlage in Südkorea. In Deutschland bzw. Europa hätte dieses Projekt sicherlich Pilotfunktion.

Denkbare Akteure bei der Realisierung wären das im benachbarten Vaihingen sitzende Institut für Leichtbau (ILEK), das Land Baden-Württemberg - als Eigentümer der Straße kann sie ebenfalls beweisen, dass sie Klimaschutz nun auch auf Baustelle bringt – und die Städte Stuttgart, Leonberg und Gerlingen. Aber auch die Firma Bosch, die ihre weltweite Firmenzentrale auf der Schillerhöhe hat, ist gefordert das Projekt zu unterstützen und zu befördern. Pfeifer abschließend: „Einen solch exklusiven und zukunftsweisenden Weg zum Unternehmensgelände wäre ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“.

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