BUND Regionalverband Stuttgart

BUND: Für eine Entwarnung ist es noch zu früh – Gesundheit muss auch bei der Verkehrspolitik Vorrang haben

23. April 2020

Kommentar

zur Pressemitteilung des Verkehrsministeriums „Luftqualität in Stuttgart hat sich deutlich verbessert" vom 23.04.2020

 „Die politisch lang umstrittenen Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Stuttgart wie die Einführung der großen Umweltzone, Verkehrsbeschränkungen, Parkraumbewirtschaftung und Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie die Förderung des Umweltverbundes beginnen zu wirken, die Luft wird besser. Die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) sinkt. Es ist aber deutlich zu früh, Entwarnung zu geben. Die Gesundheit der Bevölkerung muss auch  in der Verkehrspolitik Vorrang haben. Die ersten drei Monate des Jahres waren durch besondere meteorologische Verhältnisse und die Corona-Krise geprägt. Zum jetzigen Zeitpunkt kann daher keine seriöse Prognose darüber abgegeben werden, ob im Jahresmittel die Stickstoffdioxid-Grenzwerte eingehalten werden können", kommentieren Gerhard Pfeifer, Stuttgarter BUND-Regionalgeschäftsführer, und Klaus-Peter Gussfeld, Verkehrsreferent des BUND-Landesverbands Baden-Württemberg, die heute von Verkehrsminister Hermann vorgestellte Bilanz.

 Sie fordern, den bisherigen Weg zur Luftreinhaltung konsequent weiterzuverfolgen und nicht auf selbsternannte Experten zu hören, die einen Zusammenhang der Stickstoffdioxidbelastung der Luft und dem Verkehrsaufkommen bezweifeln.

 „Coronabedingt sind weitere bzw. flächenhafte Fahrverbote für Euro 5-Diesel Fahrzeuge zurzeit schwer vermittel- und umsetzbar. Flächendeckend Tempo 30 und 40 innerorts,  mehr Pförtnerampeln und mehr Raum für den stark angestiegenen Radverkehr wären jedoch sinnvolle und adäquate Luftreinhaltemaßnahmen in diesen außergewöhnlichen Zeiten," sagt Gerhard Pfeifer.

 Gussfeld ergänzt: „Gerade jetzt merken wir, wie wichtig gesunde und saubere Luft ist – vor allem für gesundheitlich vorbelastete Bevölkerungsgruppen , die durch die Pandemie besonders gefährdet sind. Eine nachhaltige, emissionsarme Mobilitätskultur ist daher unverzichtbar."

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