BUND Regionalverband Stuttgart

Artenreiche Wiesen durch angepasstes Mähen

16. Juni 2020

Kommunale Grün- bzw. Wiesenflächen bieten ein enormes Potential für die Insektenvielfalt. Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und Co sind auf Blütennektar und – pollen als Nahrungsgrundlage angewiesen. Damit die verschiedenen Wiesenblumen sich optimal entwickeln können kommt es sehr darauf an wann, wo und wie oft gemäht wird. In Kooperation mit der Landeshauptstadt Stuttgart hat der BUND Mahdregeln und Qualitätsziele definiert damit artenarme Rasenflächen in bunte Wiesen und Wildkrautfluren umgewandelt werden bzw. diese gefördert werden.

Nähere Infos entnehmen Sie bitte der nachfolgenden Pressemitteilung der Stadt Stuttgart:

Städtisches Mähmanagement auf Stuttgarter Wiesen- und Rasenflächen

08.06.2020 13:15 Aktuelles

Durch die immer stärker wahrnehmbare Klimaveränderung verschieben sich die Blühphasen der Wiesenblumen zeitlich immer früher im Jahr. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt wie auch durch die Stadt beauftragte Firmen mähen auf einer Gesamtfläche von rund 750 Hektar Rasen- und Wiesenflächen unterschiedlichster Ausprägung.

Das angepasste, städtische Mähmanagement erfüllt die Ansprüche an die Nutzbarkeit von Grünflächen. Außerdem trägt es durch eine ökologisch orientierte Bestandspflege zum Erhalt und zur Förderung des Artenreichtums von Flora und Fauna bei.
 
Funktionale Rasenflächen wie begleitendes Verkehrsgrün oder Spiel- und Liegewiesen in Parkanlagen werden nach Erfordernis regelmäßig gemäht und für die Nutzung durch Bürgerinnen und Bürger kurzgehalten. Etwa 60 Prozent aller städtischen Rasen- und Wiesenflächen in Stuttgart werden hingegen nicht mehr als zwei bis drei Mal pro Jahr gemäht. Diesen Flächen widmet das Garten-, Friedhofs- und Forstamt besondere Aufmerksamkeit: In Abstimmung mit den Naturschutzverbänden BUND und NABU Stuttgart sowie dem Amt für Umweltschutz wurden im vergangenen Jahr Qualitätsziele und Mahdregeln für wertvolle Wiesenflächen definiert, die den Erhalt von artenreichen Wildkrautfluren oder die Umwandlung artenarmer Rasenflächen ermöglichen.  
 
So werden nährstoffreiche Grünflächen mit Wiesenschnitten Ende Mai und ein zweites Mal im September von zu starkem Wuchs befreit. Die Abfuhr des Mähguts führt zu einem gewünschten Nährstoffentzug, der den Standort auf Jahre gesehen abmagern lässt. Ziel sind artenreichere Wiesenbestände. Dabei sollen die dominanten Gräser zurückgedrängt und die selteneren Blühpflanzen gefördert werden. Bei nährstoffärmeren Standorten erfolgt gezielt ein späterer Schnitt, die sogenannte Johanni-Mahd Ende Juni, ein zweiter Schnitt Ende September. Auch hier wird das Mahdgut vorzugsweise von den Flächen entfernt.
 
An beiden Standorttypen werden die Flächen mitunter in der Blüte gemäht. Dies ist nicht immer verständlich für Bürgerinnen und Bürger, die um die Thematik des Insektensterbens wissen und sich für den Erhalt jeglicher Blumenpracht einsetzen. Aus fachlicher Sicht ist es jedoch wichtig, gerade zum Blühhöhepunkt von Wiesen, Teilbereiche mittels Mahd zurückzusetzen. So wird eine zweite Nachblüte initiiert, die für Insekten sehr wertvoll ist.  

Darüber hinaus wird an ausgewählten Wiesenstandorten eine Mosaikmahd angewendet: Dabei wird nicht die gesamte Fläche gemäht, sondern nur Teilbereiche. Inseln aus hoch gewachsenen Wiesenbeständen verbleiben auf der Fläche, um so Insekten weiterhin als Lebensraum und Futterquelle zur Verfügung zu stehen. Diese Flächen werden zirka fünf Wochen später gekürzt, wenn sich der abgemähte Zustand des ersten Schnitts wieder entwickelt hat und neuen Lebensraum für Insekten bieten kann.

 

 

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