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BUND Regionalverband Stuttgart

Aktiv den öffentlichen Nahverkehr stärken, statt mehr Parkplätze zu fordern

24. September 2018 | Flächenverbrauch (BW), Klimaschutz (BW), Mobilität, Verkehr (BW)

Gemeinsame Pressemitteilung PRO BAHN und BUND

Stuttgart, 24.09.2018

Pro Bahn und BUND kritisieren Hohenheimer Asta-Vertreter wegen einseitiger Fixierung auf den Autoverkehr

Der Fahrgastverband Pro Bahn und der Umweltverband BUND reagieren mit Verwunderung auf die Äußerungen von Hohenheimer Asta-Vertretern, die sich über Parkplatzmangel und künftige Parkgebühren an der Universität Hohenheim sowie über die hohen Kosten für das Semesterticket beklagen. Gerhard Pfeifer vom BUND meint dazu: „Mit dem Ticket kann man für 1,38 Euro am Tag das gesamte Netz des VVS nutzen, was noch nicht einmal dem Preis von einem Liter Benzin entspricht. Dass so viele mit dem Auto kommen, liegt wohl weniger an den Kosten als an der Möglichkeit, direkt auf dem Campus vor dem Hörsaal parken zu können, während die Anfahrt mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad nicht attraktiv genug ist.“

Die Einführung des Parkraummanagements mit kostenpflichtigen Parkplätzen ist aus Sicht der Verbände eine vernünftige Maßnahme, um den Parkplatzproblemen zu begegnen. Gerhard Pfeifer findet: „Gerade Studierenden der Wirtschaftswissenschaften müsste bekannt sein, dass die private Nutzung knapper öffentlicher Flächen einen entsprechenden Preis haben muss. Schon heute hat die Universität Hohenheim etwa 20 % mehr Parkplätze, als nach der baurechtliche Berechnung des Parkplatzbedarfs vorgesehen sind[1].“

Womit die Asta-Vertreter hingegen Recht haben, ist die unzureichende Anbindung an den ÖPNV, die dringend verbessert werden müsste. Vor allem fehlt eine Direktverbindung mit der Stadtbahn nach Stuttgart-Mitte. Sabine Lacher vom Fahrgastverband PRO BAHN fordert: „Die Stadt Stuttgart und die SSB sollten eine direkte Stadtbahnlinie vom Hauptbahnhof über eine neu zu bauende Verbindungskurve in Möhringen zur Endhaltestelle Garbe der U3 einrichten und dabei auch eine Verlängerung bis zur Mensa der Universität Hohenheim planen.“

Diese Verbindung gab es schon einmal, denn bis in die sechziger Jahre fuhr die Linie 32 der Filderbahn bis zum Schloss Hohenheim[2]. Wegen des wachsenden Autoverkehrs beschloss man damals, die Bahn an der Garbe enden zu lassen und auf den letzten 600 Metern der Gleise Parkplätze anzulegen. Die neue Stadtbahnhaltestelle „Hohenheim“ würde den ÖPNV gegenüber dem Auto wesentlich konkurrenzfähiger machen und die Umsetzung einer nachhaltigen Mobilität im Rahmen des „Masterplans 2030“ der Universität ermöglichen.

Bis jetzt waren es vor allem private Initiativen[3],[4], die sich für die Verlängerung der U3 und eine bessere Anbindung der Universität an den Flughafen einsetzten. Sabine Lacher meint: „Für den Asta wäre eine Initiative für bessere ÖPNV-Verbindungen, die allen Angehörigen der Universität zugutekämen, ein geeigneteres Betätigungsfeld als der Kampf um kostenlose Parkplätze für wenige.


[1] https://www.uni-hohenheim.de/index.php?id=120607#jfmulticontent_c298261-2

[2] http://www.gablenberger-klaus.de/wp-content/uploads/2014/08/Udo-Letzte-Fahrt-von-Hohenh.jpg

[3] https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.buslinie-65-zum-flughafen-stuttgart-der-bus-ist-sein-hobby.802bc13a-a10c-4905-8230-15bf1da36c21.html

[4] https://www.facebook.com/stadtbahn.u3/

 

 

 

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