BUND Regionalverband Stuttgart

07/2016: Steinbruch - BUND korrigiert die Stadt

31. Juli 2016 | Kreisverband Ludwigsburg

Ludwigsburg/Bietigheim. „Steinbruch ist zu fast 100% für Artenschutz wichtig“.
In der öffentlichen Diskussion kursieren unterschiedliche Zahlen zum Eingriff in die Biotope des Steinbruchs Fink. Der BUND stellte jetzt in einer Pressemitteilung klar, dass fast 100 Prozent der Fläche im Steinbruch Fink für den Artenschutz von größter Bedeutung im Kreis Ludwigsburg ist und die gesamte Planung der Stadt dort deshalb abzulehnen ist.  
Der Kreisverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte vor kurzem die Schäden für die biologische Vielfalt als zu groß moniert. Vertreter der Stadt Bietigheim-Bissingen und des Betreiber-Konsortiums der geplanten Vergärungsanlage hatten daraufhin entgegnet, dass durch die Anlage nur 15 Prozent der Fläche betroffen wäre. Dies stellt der BUND jetzt richtig:
Laut dem Artenschutz-Gutachten der Firma Fink wurden auf nahezu der gesamten Fläche des ehemaligen Steinbruchs seltene bis sehr seltene bzw. gesetzlich geschützte Tierarten gefunden. Es handele sich deshalb um wertvollste Biotope, die gemäß EU- und Bundesnaturschutzrecht über den Landkreis hinaus Bedeutung haben und geschützt werden müssen.
Außerdem habe der BUND nicht nur die Vergärungsanlage kritisiert, sondern die gesamte Planung der Stadt, wie sie vom Gemeinderat beschlossen wurde. Laut Anlage 2 des Bebauungsplans stünden künftig nur noch 14,4 Prozent (38.200 qm) der Gesamtfläche von 265.600 qm als Lebensräume für seltene Arten zur Verfügung. Glaube man dem Artenschutz-Gutachten, würden also über 80 Prozent der Biotope zerstört. Die Biomüllvergärung bilde hier nur einen Teil, trage aber auch dazu bei bzw. öffne das Tor für die Nutzung des Steinbruchs als Gewerbefläche.
Unabhängig davon, was laut Flächennutzungsplan der Stadt an Gewerbeansiedlung im Steinbruch möglich sei, fordert der BUND die Erhaltung der im Gutachten beschriebenen Biotope mit ihrem Bestand an seltenen Tier- und Pflanzenarten. „Das geht nur mit einem Verzicht auf die vom Gemeinderat genehmigten Planung insgesamt und mit einem Schutzkonzept für die Biotope“, betont Stefan Flaig, Kreisvorsitzender des BUND. 
Bei Rückfragen:  Conrad Fink, 07141/73595

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