Fledermäuse sind meist gut im Wald oder in ihren Gebäudequartieren verborgen, tagsüber sieht man sie kaum. Sie bewohnen am liebsten alte, höhlenreiche Bäume, Zwischendächer, Fensterläden und nicht ausgebaute Dachböden. Bei einbrechender Dunkelheit machen sie sich auf die Jagd nach Insekten. Dabei orientieren sie sich über Ortungslaute im Ultraschallbereich. Deren Echo lässt sie auch kleinste Beutetiere aufspüren. Das auffälligste Merkmal der Fledermäuse sind ihre zu Flügeln umgeformten Vorderextremitäten.

21 Fledermausarten kommen in Baden-Württemberg vor, für 20 Arten gibt es auch Fortpflanzungsnachweise in Südwestdeutschland. In Wohngebieten sind vor allem die kleine Zwerg- und die viel größere Breitflügelfledermaus anzutreffen. Dort leben sie meist unbemerkt in Zwischendächern oder hinter Fassadenverkleidungen.

Die Fledermaus-Bestände sind in den letzten 50 Jahren teilweise dramatisch zurück gegangen. Die Tiere haben kaum natürliche Feinde - dafür leiden sie umso mehr unter menschlichen Aktivitäten. Die intensive Landwirtschaft führt durch den massiven Insektizid- und Herbizideinsatz zu einem Rückgang der Insekten, der Nahrung der Fledermäuse. Fledermäuse sind auf naturnahe Wälder mit alten höhlenreichen Bäumen angewiesen. Auch hier gibt es Defizite, wobei naturnahe Waldbaukonzepte und Prozessschutzwälder in die richtige Richtung weisen. 

Weitere Rückgangsursache ist auch die direkte Vergiftung: Vergiftete Insekten oder mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz mindern Lebenserwartung und Vermehrungsrate der Fledermäuse. Fatal wirken sich Störungen im Winterquartier, z. B. in Höhlen und aufgelassenen Bergwerksstollen aus: Aufgeschreckte Tiere können so viel Energie verlieren, dass sie im Frühling nicht mehr aus dem Winterschlaf erwachen. Auch im Straßenverkehr - und speziell auf Straßen, die durch insektenreiche Jagdgründe führen - sterben viele der kleinen Säugetiere. Zudem können Windenergieanlagen für Fledermäusen gefährlich werden. Ihr leistungsfähiges Ortungssystem kann die extrem schnell drehenden Rotoren nicht wahrnehmen, und da die Gefahr von der Seite kommt liegt sie ausserhalb des „Sichtfensters“ der Fledermaus. Die genannten Faktoren - Vergiftung, Störungen, Straßenverkehr, Windenergie - sind zwar insgesamt weit weniger bedeutsam als die Zerstörung von Lebensraum und Nahrungsgrundlage, kommen aber erschwerend hinzu.

Weil die Fledermäuse so gefährdet sind, sind sie nach dem Naturschutzgesetz streng geschützt. Das bedeutet, dass sie ohne behördliche Ausnahmegenehmigung nicht getötet, gefangen oder erheblich gestört werden dürfen. Auch ihre Quartiere - z. B. Bäume mit Höhlen, Dachböden, Fassadenverkleidungen oder Zwischendachquartiere - sind geschützt und dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden.

Zahlreiche BUND-Gruppen engagieren sich für den Schutz von Fledermäusen: Sie erfassen und sichern ihre Sommerquartiere, errichten Winterquartiere oder öffnen versiegelte Stollen. Sie bergen verunglückte und geschwächte Tiere und päppeln sie wieder auf. Sie beraten Hausbesitzer, Kirchengemeinden und Burgherren, in deren Dachstühlen und Kellergewölben sich Fledermäuse eingerichtet haben.

So können auch Sie Fledermäusen helfen

Fledermäuse am oder im Haus - Was soll ich tun?



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