Let it snow, let it snow, let it snow…

Frau Holle hat längst aufgegeben. Dank Klimawandel schüttelt sie nur noch selten den Schnee aus den Ärmeln. Doch unentwegt haben immer mehr Skigebiete den Kampf gegen Windmühlen aufgenommen. Mit verheerenden Folgen für Umwelt, Natur und Tourismusbranche. Und je verrückter die Investitionen in die „Schneesicherheit“ werden, desto mehr zeichnet sich deren Unrentabilität und Umweltzerstörung ab. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Stuttgart, fordert Winterurlauber gleichermaßen wie Politik auf, sich den Realitäten von immer weniger Schnee und Frosttagen im Winter zu stellen.

Die künstlich beschneiten Flächen in den Alpen verbrauchen bereits etwa so viel Strom wie eine Million Haushalte. Dafür werden mittels brachialen Baumaßnahmen für Speicherbecken und Leitungen Wassermengen bereitgestellt, die dem dreifachen Wasserjahresverbrauch der Stadt München entsprechen. Immer wieder kommt es deshalb zur skurrilen Situation, dass Fremdenverkehrsorte mit Beschneiungsanlagen in der Winterhauptsaison ihr Trinkwasser von Tanklastwagen beziehen müssen.

Und wirtschaftlich ist das ganze schon lange nicht mehr. Längst stützen staatliche Subventionen mit Abermillionen das Tollhaus „weißes Band auf grünem Grund“. Und immer öfter stehen Schneekanonen wegen zu hoher Temperaturen still und zahlen sich so nicht aus.

Wie sehr die Natur leidet, offenbart sich meist erst im Sommer. Dramatischer Rückgang der Artenvielfalt auf Skipisten, verdichtete Böden und in der Folge Erosionen bis hin zu Gerölllawinen. Der BUND empfiehlt derart gegen die Natur hochgerüstete Tourismusinfrastruktur zu meiden. Mit dem Fernbleiben der Gäste, wachsen dann die Chancen auf natur- und umweltverträglichen Tourismus in den Bergen.

Rückfragen: juergen.merks@bund.net, fon 0711 / 61970-42

Anlage: Studie - Der gekaufte Winter

 

 



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