1. Dezember 2016

Stuttgart 21 – Abstellbahnhof Untertürkheim

Stuttgart 21 – Abstellbahnhof Untertürkheim

BUND lehnt geplante Umsiedlung der Mauereidechsen in Weinberge ab

Im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 muss der Untertürkheimer Güterbahnhof umgebaut werden. Die Bahn hat bisher keine akzeptablen, fachlich fundierten Vorschläge für die erforderlichen Artenschutzmaßnahmen als Ersatz für geschützte Eidechsen-, Wildbienen- und Vogelarten unterbreitet, die sich auf dem aufgelassenen Güterbahnhof angesiedelt haben. Anstelle dessen wurde die Öffentlichkeit durch abenteuerlich teure Umsiedlungsvorhaben für 5.500 Mauereidechsen aufgeschreckt und gegen den Naturschutz Stimmung gemacht.

Am 29.11.2016 wurde von der Bahn in der Sängerhalle in Untertürkheim der Öffentlichkeit nun eine scheinbar ideale Lösung präsentiert: Umsiedlung der Mauereidechsen in Esslinger Mauerweinberge.

Die Esslinger Weingärtner freuen sich: ihre maroden Trockenmauern sollen saniert werden. Letzteres erscheint naturschutzfachlich ja absolut sinnvoll. Die Umsiedlung hingegen nicht. Und die Stuttgarter Weingärtner klagen: auch sie haben marode Mauern anzubieten.

Gerhard Pfeifer, Geschäftsführer des Regionalverbands und Dr. Wolf-Dietrich Paul, Vorstandsmitglied des Kreisverbands Stuttgart des BUND lehnen die Umsiedlungsaktion in die Weinberge kategorisch ab. „Die Weinberge sind ja nicht leer: den dort bereits lebenden ebenfalls streng geschützten Zauneidechsen würde durch eine derart massive Invasion der Garaus gemacht. Außerdem gibt es in konventionell bewirtschafteten Weinbergen keine ausreichende Nahrungsgrundlage für solch eine riesige Mauereidechsenpopulation“, erläutert Paul.

Dennoch: es muss ein neuer Lebensraum für die Mauereidechse gefunden werden.

Gerhard Pfeifer wies bereits in einer Pressemitteilung des BUND Regionalverband vom 05 09.2016 auf bahneigene Flächen hin. Der BUND schlägt nunmehr erneut vor, die an Bahnbiotope besonders gut angepasste Mischpopulation aus einheimischen und zugewanderten Mauereidechsen entlang bestehender Bahnböschungen in der Region im Neckartal anzusiedeln und nicht in Weinbergen zu „entsorgen“. „Die Bahn hat eine Vielzahl verbuschter, nur mit Brombeergestrüpp bewachsener Flächen, die durch regelmäßige Pflegemaßnahmen und eidechsengeeignete Aufwertungen wie Steinriegel und Sandhaufen für die Mauereidechse optimiert werden können. Das dürfte auch kostengünstiger sein“, so Pfeifer.

 

Rückfragen an:

Gerhard Pfeifer: 0711/61970-40

Dr. Wolf-D. Paul  0711/32 43 93; 0151-287 378 83




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