26. Februar 2016

Sensibilisierung der Bürger reicht nicht aus

BUND fordert verbindliche Vorgaben, wie Fahrverbote und blaue Umweltplakette

 

Ab heute ist wieder Feinstaubalarm in Stuttgart: Innerhalb weniger Wochen sind die Bürgerinnen und Bürger erneut aufgerufen, freiwillig das Auto stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e. V., befürchtet, dass auch der zweite Feinstaubalarm weitgehend ins Leere laufen wird.

 

„Der erste Feinstaubalarm hat gezeigt, dass Wissen nicht direkt zum Handeln führt. Es ist alarmierend, dass der Verkehr nur um vier bis fünf Prozent zurückgegangen ist“, sagt Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND in Baden-Württemberg. Nahezu alle Bürgerinnen und Bürger in der Region gaben laut Umfrage des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur an, über den ersten Stuttgarter Feinstaubalarm informiert gewesen zu sein (92 Prozent). Über zwei Drittel sehen Luftreinhaltung als ein wichtiges Thema an (70 Prozent). Und knapp ein Drittel der Menschen würden ihr Mobilitätsverhalten freiwillig ändern (27 Prozent).

 

„Mit Freiwilligkeit und Appellen sind die gesetzlichen Grenzwerte nicht einzuhalten. Damit Stuttgart saubere Luft atmen kann, brauchen wir verbindliche Vorgaben und Rahmenbedingungen.“  Die BUND-Landesgeschäftsführerin fordert, nicht bis 2018 zu warten bis eventuell  verbindliche Luftreinhaltemaßnahmen ergriffen werden. „Nach drei bis vier Feinstaubalarmen werden wir genug Erfahrung gesammelt haben, so dass spätestens im Sommer ein Fahrverbot kommen sollte“, so Pilarsky-Grosch. „Insbesondere Fahrverbote an einem Tag für gerade und am Folgetag für ungerade Autonummern ist eine schnell umsetzbare und gut praktikable Maßnahme. Was in europäischen Großstädten wie Rom möglich ist, sollte auch in Stuttgart machbar sein.“

 

Mittelfristig sind aus Sicht des BUND Baden-Württemberg alte Dieselfahrzeuge aus der Innenstadt komplett zu verbannen. „Die grüne Umweltplakette steht schon lange nicht mehr für Umweltfreundlichkeit. Wir müssen die Umweltzone auf ‚Blau‘ stellen. Nur Dieselmodelle, die den Abgasvorschriften der Euro-6-Norm entsprechen, sollen einfahren dürfen.  Und zwar nur solche, die nachweisen, dass sie die Grenzwerte auch unter realen Fahrbedingungen auf der Straße einhalten“, so Pilarsky-Grosch. „Hauptziel muss jedoch weiterhin sein, den Autoverkehr um 20 Prozent zu verringern.“

 

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