6. Juli 2016

„Sehenden Auges in ein vorprogrammiertes Desaster“

Kostenexplosion Stuttgart 21

„Sehenden Auges in ein vorprogrammiertes Desaster“

BUND fordert die Bauarbeiten ruhen zu lassen und Alternativen erarbeiten

„Die Projektpartner lenken Stuttgart 21 sehenden Auges in ein vorprogrammiertes Desaster. Es drohen jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen um die Verteilung der Mehrkosten. Das Projekt droht zu einer jahrelangen vor sich hin dümpelnden Bauruine zu werden, wie der Flughafen Berlin Brandenburg“, sagt Dr. Brigitte Dahlbender, die Vorsitzende des BUND in Baden-Württemberg über die Berechnungen des Bundesrechnungshofs. „Stuttgart 21 muss überdacht werden: Der BUND fordert die Projektpartner auf, die Notbremse zu ziehen und keine weiteren Vergaben zu machen. Alle Beteiligten müssen sofort kostengünstigere Alternativen erarbeiten.“

Die Verlierer stehen fest: Es sind die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die als Melkkuh das Prestigeprojekt finanzieren sollen. „Am Ende zahlen die Zeche die Bürgerinnen und Bürger – ganz egal ob die zusätzlichen Milliarden von der Bahn kommen, als bundeseigene Aktiengesellschaft, oder vom Land und der Stadt Stuttgart“, so die Landesvorsitzende. Auch die Bahnkunden dürften magere Jahre treffen. Bundesweit werden durch Stuttgart 21 die Fahrkarten teuer und die Fahrpläne dünner. Andere landesweit bedeutsame Investitionen werden aufs Abstellgleis gestellt, wie der Ausbau der Gäubau oder die Remstalbahn. „Wer jetzt noch uneingeschränkt Ja sagt zum Milliardengrab Stuttgart 21, sagt automatisch Nein zu einer nachhaltigen Mobilitätswende im Ballungsraum Stuttgart und im ganzen Land.“

BUND-Positionspapier: Lösungen aus der Sackgasse

Ende Juni hat der BUND in seinem Positionspapier konstruktive Lösungen aus der Sackgasse aufgezeigt: Mit dem Einstieg in eine neue Kombi-Lösung könnten die Kosten und Risiken von Stuttgart 21 deutlich gesenkt und finanzielle Spielräume für einen wirklich zukunftsfähigen Bahnknotenpunkt gewonnen werden. Weitere Kernpunkte des BUND-Konzepts sind: Verzicht auf einen unterirdischen Flughafenbahnhof und stattdessen der Bau eines oberirdischen Haltes am Flughafen am Messeparkhaus. Zudem soll die Gäubahn über die bestehende Panoramabahnstrecke oberirdisch in den Hauptbahnhof geführt werden. Dazu sollen die Zuführungsstrecken zum Hauptbahnhof und die Wendlinger Kurve leistungsfähig ausgebaut werden.

Weitere Informationen:

·         Pressemitteilung vom 20 Juni 2016 mit Positionspapier, Stuttgart 21: Abspecken und besser werden, abrufbar unter: http://www.bund-bawue.de/nc/presse/aktuelle-pressemitteilungen/detail/artikel/stuttgart-21-abspecken-und-besser-werden/

Kontakt für Rückfragen:

·         Dr. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V., Mobil: 0171/9341336, E-Mail: brigitte.dahlbender@bund.net

·         Klaus-Peter Gussfeld, Verkehrsreferent, Fon: 0711 620306-15, E-Mail: klaus-peter.gussfeld@bund.net




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