5. September 2016

S21 Abstellbahnhof Untertürkheim überdimensioniert

S21 Abstellbahnhof Untertürkheim überdimensioniert

Bahnkonkurrenten bauen eigene Wartungsstützpunkte in der Region

Eidechsenthematik dadurch abgemildert

 

Die Stuttgarter Nachrichten vom 3./4. September 2016 berichten, dass die Bahn beim Projekt Stuttgart 21 mit ca. 6.000 streng geschützten Mauereidechsen im Bereich des geplanten neuen Abstellbahnhofes Untertürkheim große Probleme  habe. Wegen dem angeblichen Fehlen von geeigneten Ersatzflächen für die umzusiedelnden Tiere drohen weitere Verzögerungen.

Der BUND stellt die Frage, ob die nun schon über 15 Jahre alten Planungen für den S21-Abstellbahnhof  überhaupt noch aktuell sind. Vor allem der Bedarf und die Größenordnung wird vom Umweltverband hinterfragt. Hintergrund ist, dass ab 2019 im Großraum Stuttgart nicht die Deutsche Bahn AG, sondern andere Verkehrsunternehmen einen erheblichen Anteil des Schienenpersonenregionalverkehrs im Auftrage des Landes bedienen – pro Jahr insgesamt 15,2 Millionen Zugkilometer.

Nach der gewonnenen Ausschreibung der sog. „Stuttgarter Netze“ durch die Firmen Abellio Rail Südwest GmbH und Go-Ahead Verkehrsgesellschaft schrumpft der Fuhrpark der unterlegenen Bahntochter DB regio gewaltig. Die beiden Anbieter aus Holland und England werden insgesamt 87 neue Züge einsetzen. Firmenvertreter haben im vergangenen Juli mitgeteilt neue Wartungsstützpunkte in der Region zu bauen – geprüft werden u.a. Standorte in Crailsheim und Essingen bei Aalen.

„Es droht der Fall, dass die Bahn AG bei Stuttgart 21 einen überdimensionierten Abstellbahnhof baut“, befürchtet Gerhard Pfeifer, BUND Regionalgeschäftsführer. Pfeifer weiter: „Es zeigt sich in diesem Fall mal wieder, dass die jahrzehntealten Stuttgart 21-Planungen in vielen Punkten einfach aus der Zeit gefallen sind – die aktuelle Bahnwelt  sieht einfach anders aus, als noch unter den Monopolbedingungen vor 20 Jahren“.

Laut BUND bedeutet ein kleinerer Abstellbahnhof weniger Eingriffe in Lebensräume von Eidechsen und damit verbunden weniger Aufwand für Umsiedelungen.

Der BUND kann in diesem Zusammenhang auch nicht verstehen, warum die Bahn ihre vorhandenen Bahnböschungen nicht stärker als Eidechsen-Ersatzbiotope heranzieht. Viele dieser Böschungen sind stark verbuscht und waren oftmals gute Eidechsenlebensräume. Durch entsprechende Rodungen und eidechsengeeignete Aufwertungen wie Steinriegel und Sandhaufen könnte dieses enorme Flächenpotential genutzt werden. Zudem würden auch keine Kosten für Erwerb oder Pacht anfallen, da die Bahn selber Eigentümer dieser Flächen ist.

Für Rückfragen:

Gerhard Pfeifer, 0711/61970-40

Link zum ZDF-Video über Eidechsendechsenumsiedlung

 

 




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