15. Dezember 2016

Neuer S21 Zeitplan gefährdet Wasserschutz und Schlossgarten


Neuer S21 Zeitplan gefährdet Wasserschutz und Schlossgarten

Um den erheblichen Zeitverzug bei Stuttgart 21 aufzuholen, plant die Bahn zukünftig an mehr Stellen gleichzeitig für den Bahnhofstrog zu arbeiten.  Dafür benötigt die Bahn vom Eisenbahnbundesamt eine erweiterte Freigabe für die Grundwasserentnahme. Dazu soll die Grundwassersimulation aktualisiert werden.  Um die Auswirkungen der Grundwasserabsenkung auf Natur und Gebäude „so gering wie möglich zu halten, werden die Bauwerke in mehreren Teilgruben errichtet, sodass nicht alle Eingriffe zeitgleich erfolgen“, heißt es in der bisher erteilten Genehmigung des Eisenbahnbundesamtes. Die Grundwasserentnahme, mit der die Baugruben trocken gehalten werden, ist bisher auf sieben Jahre befristet.

Der BUND ist der Auffassung, dass für eine erweiterte Grundwasserentnahme  eines anhörungspflichtigen Planänderungsverfahrens notwendig ist. Es gab bereits schon ein ähnliches Verfahren bei Stuttgart 21, es war die 7. Planänderung zum Wasserecht für den Abschnitt 1.1.

Dieses Verfahren war bekanntlich sehr aufwändig und vom Beginn der öffentlichen Auslegung am 06.09.2012 bis zur Genehmigung durch das Eisenbahnbundesamt am 22.09.2014 vergingen über zwei Jahre. Vor der Auslegung mussen noch umfangreiche Fachgutachten erstellt werden, die Bestandteil des Verfahrens waren. Diese Erstellung dauert auch 1-2 Jahre. In Summe kann man aus den bisherigen Erfahrungen daher 2-3 Jahre ansetzen für eine solch notwendige Planänderung. Dann haben wir das Jahre 2020 und dann erst dürfen bei einer unterstellten Genehmigung mehrere Teilbaugruben aufgemacht werden. Dann befinden sich diese Teile der Baustelle aber erst im Dreck, sprich im Tiefbau. Die nachfolgenden Hochbauten sind ja nachgelagert und dauern entsprechend lange.

Fazit:
Die Bahn lügt sich bezüglich des Zeitplans bei S21 weiter in die Tasche. Sie sollte endlich ehrlich dazu stehen, dass es länger dauert und mehr kostet. Eine noch stärkere Gefährdung des Grund- bzw. Mineralwassers wie bisher darf es nicht geben. Gefährdet sind auch die Baumbestände im Schlossgarten, die sowohl durch die Grundwasserabsenkung (Vertrocknen), als auch durch die Infiltration (Wurzelerstickung durch zu hohen Wassespiegel) gefährdet sind.

 

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