25. September 2015

BUND fordert Neuausrichtung der Luftreinhaltemaßnahmen in Stuttgart

 

Abgasskandal - Nicht weiterspielen mit gezinkten Karten

Angesichts des sich ausweitenden Abgasskandales fordert der BUND eine Neuausrichtung und schnellere Umsetzung der geplanten Luftreinhaltemaßnahmen für die Landeshauptstadt Stuttgart.

„Bisher hat man stark auf die technische Karte bei den Maßnahmen gesetzt wie die Minderung der Schadstoffe bei den Motoren. Nun hat sich herausgestellt, dass diese Karten von der Autobranche gezinkt waren. Die logische Konsequenz ist daher mehr verkehrsbeschränkende Maßnahmen wie z.B. Fahrverbote, Parkraumverteuerungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen bei den Luftreinhaltemaßnahmen in den Vordergrund zu schieben“, sagt Gerhard Pfeifer, BUND-Regionalgeschäftsführer.

Die Hinweise verdichten sich, dass auch in Europa - also auch in Stuttgart - eine erhebliche Anzahl Fahrzeuge mit illegalen Abgasmanipulationen unterwegs sind. Dazu kommt noch, dass die legale Manipulation aufgrund eines realitätsfernen Prüfverfahrens fast alle Fahrzeuge umfasst. Diese Fakten erklären auch ein Stück weit, warum die Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte in den letzten Jahren auf hohem Niveau verharren. In Stuttgart liegen sie um das Doppelte über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Wegen der Überschreitung des Stickstoffdioxidgrenzwertes in Stuttgart seit fünf Jahren und des Feinstaubgrenzwertes seit zehn Jahren hat die EU ein Mahnverfahren eingeleitet - es drohen Strafzahlungen in Millionenhöhe.

Die vor der Sommerpause von Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Landesverkehrsminister Winfried Herrmann geplanten Luftreinhaltemaßnahmen gehen nach Ansicht des BUND in die richtige Richtung greifen aber zeitlich zu spät. Erst für das Jahr 2020 wird angestrebt die EU-Grenzwerte einzuhalten. Hintergedanke dabei ist, dass in dieser Zeit die angeblich fortschreitende Abgastechnik das Problem entschärfen wird. „Dass diese Strategie nun nicht aufgeht beweisen die sich überschlagenden Meldungen um den Abgasskandal“, merkt Pfeifer an.

Pfeifer abschließend „Nach den Gesetzen der Naturwissenschaften können bei den neuen Autos gar nicht weniger Schadstoffe herauskommen, denn die Fahrzeuge werden immer größer, schwerer und schneller – siehe SUV-Boom. Mehr Masse bedeutet aber mehr Energie, und mehr Energieeinsatz bedeutet mehr Schadstoffe.“

 

Für Rückfragen:

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