6. Juni 2016

Bahn-Vorstand Kefer lässt Maske fallen

Bahn-Vorstand Kefer lässt Maske fallen

Wasserschutz soll wegen S21-Zeitnot aufs Spiel gesetzt werden

BUND fordert Einhaltung der bisherigen Genehmigungen

Mit Empörung hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Ansinnen des Bahn-Vorstandes Volker Kefer vernommen, die Zeitprobleme von Stuttgart 21 mit dubiosen Methoden zu beschleunigen. Kefer will u.a. mehr Baugruben im Stuttgarter Talkessel gleichzeitig ausheben als bisher von der Genehmigungsbehörde Eisenbahnbundesamt erlaubt. Die bisherige Einschränkung dient vor allem dem Schutz des Grund- und Mineralwassers im Stuttgarter Talkessel.

Gerhard Pfeifer, BUND Regionalgeschäftsführer sagt: „Mit dem Aufweichen des Wasserschutzes lässt Kefer seine bisher freundlich lächelnde Maske fallen.“

Der BUND weist darauf hin, dass damit eine erhebliche Gefahr einer unwiederbringlichen Schädigung des Stuttgarter Mineralwasservorkommen besteht.  Das Mineralwasser steht unter Druck und je mehr abdeckenden Erdschichten gleichzeitig weggenommen werden, desto größer ist die Gefahr eines Mineralwasseraufstiegs. Bei einem solchen Aufstieg verändert sich das komplexe Regime von Mineralwasserzu- und –abstrom. Die fatale Folge könnte ein Versiegen der Quellen für die Mineralbäder Berg und Leuze sein. Stuttgart besitzt nach Budapest das zweitgrößte Mineralwasservorkommen in Europa – es ist somit ein einzigartiger und unersetzlicher Naturschatz.

Deshalb hat zu Recht Alt-Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU), den Mineralwasserschutz als k.o.-Kritierium für das Projekt Stuttgart 21 postuliert. Die aktuellen Pläne zeigen jedoch, dass Schuster und die anderen S21-Befürworter sich von der Bahn täuschen ließen.

Pfeifer fordert: „Stuttgart 21 hat sich gefälligst an die bisherigen Genehmigungen, gesetzlichen Bestimmungen und aktuellen Verordnungen zu halten – eine LEX-S21 darf es nicht geben und wäre der Öffentlichkeit überhaupt nicht zu vermitteln – ansonsten kann man gleich die Anarchie im gesamten Bauwesen ausrufen.“

Für Rückfragen:      Gerhard Pfeifer, 0711/61970-40




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