1. September 2016

Ausgesetzte Exoten gefährden heimische Wildtiere

Ausgesetzte Exoten gefährden heimische Wildtiere

BUND begrüßt Ausstieg von Kölle-Zoo aus Reptilien-Handel

Verbot sollte jedoch schneller kommen und alle Exoten umfassen

 

Der BUND begrüßt die Ankündigungen von verschiedenen Zoohandlungen, wie Kölle-Zoo und Garten-Dehner, den Verkauf von Reptilien mittelfristig einzustellen. Gerhard Pfeifer, BUND-Regionalgeschäftsführer und Biologe merkt an: „Neben Tierschutzgründen – die Tiere  werden zum Teil jahrelang in winzigen Plastikboxen gehalten – möchte der BUND auch Natur- und Artenschutzaspekte für ein Exotenhandelsverbot vorbringen.“

Viele exotische Tiere stammen nicht aus Nachzuchten, sondern werden aus ihren eigentlichen Lebensräumen entnommen. Mit der Folge dass Bestände in den Ursprungsländer abnehmen und komplexe Nahrungsnetzwerke zerstört werden. Der BUND möchte die Wirkungen des Exotenhandels auf die bisher wenig beachteten ökologischen Wirkungen hierzulande lenken:

In der Region Stuttgart werden in den sowieso schon gefährdeten Biotopen immer öfters ausgesetzte exotische Tiere , u.a. auch Reptilien entdeckt.  Am Bekanntesten sind die nordamerikanischen Schmuckschildkröten in den Seen des Naturschutzgebietes Schwarz- und Rotwildpark in Stuttgart. Die vom Aussterben bedrohte europäische Sumpfschildkröte hat hierbei das Nachsehen.

Auch Funde im Freiland von exotischen Schlangen sind keine Seltenheit mehr. Die Tiere verenden zwar nach dem Wintereinbruch, bis dahin stellen sie aber eine Nahrungskonkurrenz für die auf der Rote Liste stehenden heimischen Schlangen wie Schling- und Ringelnatter dar – schon allein von der Größe her sind die meisten Exoten den heimischen Schlangen überlegen.

Die streng geschützten Mauereidechsen haben sich durch ausgesetzte südeuropäische Exemplare inzwischen so stark gekreuzt, mit der Folge, dass die ursprünglich heimische Sippe immer seltener wird.

Bei ausgesetzten exotischen Amphibien gibt es auch negative Wirkungen. Der riesige nordamerikanische Ochsenfrosch hat vor allem im Rheintal  dazu geführt, dass heimische Amphibienarten stark zurückgedrängt wurden – dort rückte sogar regelmäßig ein Trupp Jäger aus, um die Tiere mit Pfeil und Bogen zu töten.  Man geht auch davon aus, dass exotische Amphibien Krankheiten einschleppen mit der die heimische Amphibien-Fauna große Probleme hat, da ihr Immunsystem darauf nicht ausgerichtet ist.

Pfeifer sagt: „Der BUND fordert daher ein gesetzliches, sofortiges und generelles Handelsverbot für sämtlichen exotische Tierarten – sei es über den Zoohandel oder über das Internet – nur so kann die eh schon stark gestresste heimische Natur geschützt werden“.  Denn früher oder später landen zumindest ein Teil der Tiere in unseren Wäldern, Wiesen und Seen. Die Folgewirkungen und -kosten sind  enorm. Aktuelles Beispiel ist der nordamerikanische Stichling, der sich im Bodensee  explosionsartig vermehrt und die Eier der immer selten werdenden Bodenseefelchen wegfrisst.



Rückfragen an: Gerhard Pfeifer, 0711/61970-40




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