21. März 2018

Pressemitteilung: Stuttgart im Kriechgang zur pestizidfreien Stadt

BUND kritisiert Abstimmungsvorlage von OB Fritz Kuhn

Am morgigen Donnerstag soll im Stuttgarter Gemeinderat eine Vorlage des Oberbürgermeisters Fritz Kuhn (Grüne) zur Abstimmung kommen – die Gemeinderatsdrucksache 212/2018 trägt den erwartungsvollen Titel „Stuttgart auf dem Weg zur glyphosatfreien Stadt“.

Der BUND Regionalverband Stuttgart begrüßt im Grundsatz das Anliegen, dass in Stuttgart das als krebsverdächtig eingestufte Pestizid Glyphosat in den verschiedensten Anwendungsbereichen endlich verschwindet.

„Der aktuelle Beschlussantrag ist jedoch für die Landeshauptstadt enttäuschend“, so Gerhard Pfeifer, BUND Regionalgeschäftsführer.

Mit Ziffer 6 des Antrages (siehe Anhang: „Verwendung von Glyphosat auf städtisch verpachteten Obstbau, Acker, und Weinbauflächen kann fortgesetzt werden.“) bleibt das grüne Stuttgart ja noch hinter dem schwarz-roten Koalitionsvertrag der Bunderegierung zurück, die zwar kein Ausstiegsdatum festlegt, aber immerhin das Ziel der Beendigung des Glyphosat-Einsatzes "so schnell wie möglich" nennt. Die Stadt Stuttgart hingegen begnügt sich mit der deutlich schwächeren Formulierung „wo möglich“.

Auch für den BUND völlig unverständlich ist der Unterschied zwischen städtischen verpachteten Wiesen und verpachteten Äckern. Laut Vorlage soll es ein Glyphosatverbot nur auf Wiesen geben, warum die Äcker ausgenommen werden wird nicht begründet. Im Sinn der Vertragsfreiheit kann die Stadt Bedingungen und Auflagen in ihre Pachtverträge jederzeit und in jeder Form aufnehmen.

Auch beim Einsatz von Glyphosat bei den SSB- und städtischen Hafenbahngleisen geht die Stadtverwaltung zu zaghaft auf den Weg. Appelle wie „so gering wie möglich“ sind zu unverbindlich und erzeugen keinen Handlungsdruck. Hier müssen klare Zeithorizonte und Maßnahmen vorgegeben  werden, wie z.B. keine Anwendung in Gewässernähe und beschleunigter Ersatz von Schottergleisen durch Magerrasen-Gleisbette. Letztere brauche bei der Pflege keine Herbizide und werden lediglich gemäht – zu dem haben sie auch eine sehr positive Wirkung auf das Stadtklima.

Während Stuttgart sich in Trippelschriten auf den Weg zu glyphosatfreien Stadt macht, sind andere Kommunen schon längst angekommen – vor allem in Bayern.

Pfeifer abschließend: „Stuttgart sollte vorbildhaft mehr Gewissen zeigen und die absolut nicht mehr zeitgemäßen Pestizide wie Glyphosat, aber auch die für das Insektensterben besonders verantwortlichen Neonicotinoide, auf ihren stadteigenen Flächen ausnahmslos und sofort verbannen.“

Weitere Infos:
https://www.bund.net/service/presse/pressemitteilungen/detail/news/pestizidfreie-kommune-181-staedte-und-gemeinden-gegen-glyphosat/

Gemeinderatsdrucksache 212/2018 „Stuttgart auf dem Weg zur glyphosatfreien Stadt“ siehe Anlage.

Rückfragen an: Gerhard Pfeifer, 0711/61970-40



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